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Schweiz
Gesundheit

Teenager zum Impfen motivieren: Jung-Politik fordert Taten

Die Impfung müsste dort sein, wo die Teenager sind, findet eine Jungpolitikerin.
Die Impfung müsste dort sein, wo die Teenager sind, findet eine Jungpolitikerin.Bild: shutterstock

WhatsApp-Chat für Impffragen: Was Junge zum Pieks motivieren würde

Jugendliche sind bei der Corona-Impfung zurückhaltend. Das BAG sieht keinen Handlungsbedarf, trotz der Deltavariante. Die Jung-Politik fordert hingegen Taten.
07.07.2021, 06:0007.07.2021, 06:45
Vanessa Hann
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Die Deltavariante des Coronavirus hat momentan ein leichtes Ziel: Kinder und Jugendliche. Die Impfquote in dieser Altersgruppe ist tief, bis jetzt sind knapp vier Prozent vollständig geschützt. Gleichzeitig macht die neue Variante rund einen Drittel der Ansteckungen aus. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat derweil nicht vor, etwas an seiner Strategie zu ändern und etwa gezielt Impfanreize zu schaffen. Das teilten Vertreterinnen an der Medienkonferenz vom Mittwoch mit.

Ein Blick ins Ausland zeigt: Dort greift man bereits in die Trickkiste, um die Jungen für eine Impfung zu motivieren. Als Belohnung für den Pieks stellen Staat, Kommunen und Private etwa Sackgeld oder Tinder-Boosts in Aussicht. Müsste die Schweiz ebenfalls mehr Anreize setzen?

WhatsApp-Kanal für Impffragen

Bei den Jungparteien sieht man Impfbelohnungen eher kritisch. Wer bisher gezögert habe, werde auch davon nicht überzeugt sein, findet etwa Julia Küng. Allerdings fordert die Co-Präsidentin der Jungen Grünen, dass die Impfkampagne offensiver sein sollte als bisher.

«Junge Menschen müssen gezielter aufgeklärt und informiert werden», sagt Küng. Bis jetzt seien die Jungen zu kurz gekommen, weil ältere Menschen als schützenswert galten. «Das war auch richtig aber jetzt muss man das Wording ändern.»

Das Angebot sollte in ihren Augen vor allen Dingen niederschwellig sein. «Die Impfung muss dort sein, wo die Jungen sind. Etwa an Schulen oder Universitäten und bestenfalls kann man sich ohne Termin impfen lassen.» Weiter schlägt Küng vor, Telegram oder WhatsApp-Kanäle einzurichten, wo man anonymisiert und schnell einer Fachperson Fragen zur Impfung stellen könnte.

Freisinnige ist für indirekte Anreize

Auch die Jungpolitikerin Gioia Porlezza spricht sich gegen Impfbelohnungen wie im Ausland aus. «Das ist nicht Aufgabe des Staates», so die Vizepräsidentin der Zürcher Jungfreisinnigen. Allerdings befürwortet sie Anreize: «Ich finde es gut, wenn Private wie Restaurants oder Kinos ein Covid-Zertifikat für den Eintritt verlangen können. Das ist bereits ein starker Anreiz, sich impfen zu lassen.»

Dass jetzt die Deltavariante auf dem Vormarsch ist, sei in ihren Augen kein Grund, die Impfkadenz anzukurbeln: «Wenn der Staat eine Impfung mit Zwang durchpeitschen würde, stimmt einen das unnötig kritisch. Das Wichtigste ist, so schnell wie möglich die zu schützen, die wollen.»

Einen anderen Vorschlag macht CVP-Nationalrätin Ruth Humbel: «Es sollte mehr gruppenspezifische Motivation für das Impfen geleistet werden, etwa über Kultur- und Sportverbände oder Berufsorganisationen.» Auch die Präsidentin der nationalrätlichen Kommission für Gesundheit und Soziales spricht sich für niederschwellige Impfangebote aus.

Keine Impfanreize geplant

Das BAG will den gewohnten Kurs weiterhin fahren. An der Pressekonferenz am Mittwoch sagte Virgine Masserey: «Momentan plant der Bund nicht, Impfanreize zu setzen.» Auch die Kantone würden nichts in diese Richtung planen, sagt Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.

Angesichts der Deltavariante ziehe man zwar in Betracht, Zugänge zu Events wie Konzerten nur gegen Vorweisen des Zertifikats zuzulassen, sagt Masserey. Das sei allerdings nicht als Anreiz, sondern bei drohenden Spitalüberlastungen gedacht, so die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle.

Das Vorgehen des Bundes verteidigt Masserey damit, dass die Impfbereitschaft unter Jungen gemäss Umfragen hoch sei. Ausserdem stelle man Informationsvideos auf der Website bereit, um Falschinformationen zu beseitigen. Von welcher Impfquote man für den Herbst bei den Jugendlichen ausgehe, habe das BAG nicht ausgerechnet.

Zug kontaktiert Vereine

Im Kanton Zug geht man bereits auf die Bevölkerung zu. Dort will man über die vielen Vereine die Impfquote erhöhen, sagt Mediensprecher Aurel Köpfli. «Vereine können sich für ein bestimmtes Zeitfenster eine Impfspur beim Impfzentrum reservieren. So können sich die Vereinsmitglieder gleich alle gemeinsam impfen lassen.» Ausserdem laufen Gespräche mit den zuständigen Behörden, um in den Schulen Impfmöglichkeiten anzubieten.

Wie ist die Impfbereitschaft bei Jugendlichen? – Das sagen Lernende

Video: watson/lea bloch
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54 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Unicron
07.07.2021 07:59registriert November 2016
WhatsApp Chat für Impffragen? Meine Güte, mir tut jeder leid wer dort arbeitet, der wird garantiert geflutet mit Bullsh*t von Impfgegnern. Ist ja auf Facebook schon schlimm.
Da verliert man wirklich den Glauben in seine Mitmenschen.
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Mzunge
07.07.2021 08:07registriert August 2020
Den nächsten Lockdown dann einfach nur für die, die nicht Geimpft sind. Wegen diesen Schwurbern darf es nicht nochmal Beschränkungen für alle geben.
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Jein
07.07.2021 08:11registriert August 2017
Sorry aber die 3.5% anzuschauen ist die falsche Zahl denn wichtiger sind die Erstimpfungen. Kinder (12-15) können sich erst seit dem 22.06 impfen lassen (in gewissen Kantone whs später) also unmöglich vollständig geimpft zu sein. Die Erstimpfungen entwickeln sich ganz schön steil, zusätzlich fehlt zur Zeit aufgrund der Sommerferien und tiefen Fahlzahlen die Dringlichkeit sich impfen zu lassen, was sich bei Schulbeginn und Anstieg der Zahlen im Spätsommer wieder ändert. Das BAG konzentriert also zu Recht eher auf die zu tiefen Impfquoten bei anderen Bevölkerungsgruppen.
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