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Coronavirus

Corona-Lage Schweiz: «Gewisse Sorge breitet sich aus»

Natalie Rickli, Gesundheitsdirektorin spricht mit Impfzentrum Leiter Jan Fehr im Referenz-Impfzentrum EBPI am Hirschengraben in Zuerich vor, aufgenommen am Montag, 4. Januar 2021. (KEYSTONE/Ennio Lean ...
Jan Fehr spricht mit der Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.Bild: keystone

Schweizer Infektiologe zu steigenden Zahlen: «Gewisse Sorge breitet sich aus»

06.07.2021, 07:2606.07.2021, 12:26
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Die Schweiz befinde sich in der Corona-Krise derzeit in einer «Übergangsphase» mit einem «heiklen Gleichgewicht». Der Infektiologe Jan Fehr von der Universität Zürich betrachtet die wieder leicht ansteigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus daher mit einer «gewissen Sorge».

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«Wir schauen das natürlich sehr genau an. Eine gewisse Sorge breitet sich aus», sagte Jan Fehr am Dienstag in der SRF-Sendung «Heute Morgen» zu den wieder leicht ansteigenden Corona-Neuinfektionen. Die Daten bereiteten ihm ein ungutes Gefühl für die nächsten Wochen. Damit sie nicht wieder explodierten, sei es ganz wichtig, der Bevölkerung gut zu kommunizieren, wo die Schweiz stehe.

Was die Lage vom letzten Sommer unterscheidet

Das Land befinde sich nach wie vor in einer Übergangszeit mit einem «heiklen Gleichgewicht», erklärte Fehr. Dieses bestehe darin, dass es nach wie vor Leute gebe, die ungeimpft seien und sich leicht eine Infektion zuziehen könnten – insbesondere mit der Delta-Variante.

Auf der anderen Seite stünden jene, die «gottseidank» geimpft seien. Die Gleichung gehe nur auf, wenn sich noch mehr Leute impfen liessen, sagte Fehr. Nur so könne der Verbreitung ein Riegel geschoben werden.

Im öffentlichen Leben sei eine gewisse Unbeschwertheit erkennbar, sagte Fehr. Das sei angesichts der langen Monate mit den Restriktionen «mehr als verständlich». «Ein bisschen fühle ich mich an den letzten Sommer erinnert», sagte Fehr, «mit dem grossen Unterschied, dass wir jetzt die Möglichkeit haben zu impfen.» Aber diese Möglichkeit müsse eben wahrgenommen werden.

Was man dagegen tun kann

Es sei jetzt ganz wichtig, den Menschen zu erklären, wieso die Impfung gerade jetzt umso wichtiger sei. Nämlich, damit die Schweiz besser in die Wintermonate hineingehen könne und es im Winter nicht zu einem Déjà-vu komme.

Im vergangenen Jahr stiegen die Corona-Fallzahlen nach den Sommermonaten stark an, worauf der Bundesrat die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wieder verschärfen musste. (jaw/sda)

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Buceador
06.07.2021 07:47registriert März 2019
Ich fasse es einfach nicht: dank einer medizinischen Meisterleistung hätte man die Möglichkeit, das Virus unter Kontrolle zu bringen aber dank der Impfgegner können wir uns wohl auf eine vierte Welle mit erneuten Einschränkungen einstellen 🙄
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Snowy
06.07.2021 08:26registriert April 2016
Sorgen sollten sich in erster Linie die Ungeimpften.

Wer sich aktiv gegen eine Impfung entscheidet, der entscheidet sich dafür, die Krankheit durchzumachen.

Das ist zwar unschön und auch teuer für unser Gesundheitsw. und unsere Gesellsch, aber letztlich müssen wir das akzeptieren, wenn ein Teil unserer Gesellschaft lieber die viel höheren und mühsameren Risiken einer Infektion auf sich nehmen will, als sich zu Impfen.

Die Zahlen aus Israel wo schon seit Wochen hohe Fallzahlen gemeldet werden sind vielversprechend: Schwere Fälle, die in Spitalpflege müssen, sind fast ausnahmslos Ungeimpfte.
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Locutus70
06.07.2021 09:55registriert September 2018
Ich sehe das anders. Hauptziel ist nicht die Verbreitung zu verhindern, sondern schwere Verläufe und Todesfälle zu minimieren.
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