Schweiz
Gesundheit

Schwere Tierversuche nicht verboten: Kommission lehnt Initiative ab

Schwer belastende Tierversuche werden nicht verboten: Kommission lehnt Initiative ab

24.05.2019, 16:4324.05.2019, 16:43

Schwer belastende Tierversuche sollen in der Schweiz nicht verboten werden. Die Wissenschaftskommission des Nationalrates (WBK) hat eine parlamentarische Initiative von Maya Graf (Grüne/BL) abgelehnt.

Wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten, sprach sich die WBK mit 17 zu 8 Stimmen gegen den Vorstoss aus. Graf fordert, dass Tierversuche verboten werden, die für die Tiere mit schweren bis sehr schweren Belastungen verbunden sind. Dazu gehören schwere Schmerzen oder Schäden, beispielsweise durch die Infektion mit tödlich verlaufenden Krankheiten oder Organtransplantationen.

An Universitäten werden mehr Tierversuche durchgeführt als in der Pharmaindustrie. (Archivbild)
Versuche, die für das Tier stark belastend verlaufen, sollen in der Schweiz weiterhin durchgeführt werden können.Bild: KEYSTONE

Für viele Tierversuche gebe es heute bereits Alternativen, schreibt Graf in ihrem Vorstoss. Trotzdem seien schwer belastende Tierversuche immer noch an der Tagesordnung. Dies, obwohl die Versuche wenig Nutzen brächten. Die schweren Belastungen seien gemessen am Erkenntnisgewinn nicht zu rechtfertigen.

Die Mehrheit der Kommission sieht das anders. Sie ist der Überzeugung, dass Tierversuche für die Entwicklung innovativer Therapien weiterhin unerlässlich sind - und dass es auch weiterhin Experimente mit dem höchsten Schweregrad braucht. Nur ein kleiner Teil aller Versuchstiere sei solchen Experimenten ausgesetzt, argumentiert die WBK.

Das geltende Recht garantiere eine ethisch verantwortungsvolle Forschung und definiere genügend restriktive Kriterien für schwer belastende Experimente. Der Nationalrat wird den Vorstoss voraussichtlich im Herbst behandeln. (leo/sda)

Luzerner Psychiatrie testete Medikamente an Patienten

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ferranya
24.05.2019 17:30registriert April 2018
Ethisch verantwortungsvoll tiere teilweise zu quälen???
10
Melden
Zum Kommentar
avatar
Grabeskaelte
24.05.2019 17:45registriert Oktober 2014
Unfassbar... Die machen mittlerweile querbeet alles damit sie im Herbst nicht mehr wählbar sind 😂🙈🤦‍♂️🤦‍♂️
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
bürgervier
24.05.2019 18:11registriert September 2018
Tierversuche sind nur unerlässlich, weil keine Alternativen gesucht werden. Kostet halt Geld. Ein Tierleben scheint im Gegensatz nichts Wert zu sein. Verstehe nicht wer das mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
10
Melden
Zum Kommentar
22
SVP will PH-Abschaffung – und dafür eine Lehrer-Lehre: die Sonntagsnews
Am Zürcher Universitätsspital sind nach der Affäre um Herzchirurg Francesco Maisano weitere zehn potenziell problematische Fälle zu Interessenbindungen identifiziert worden. Das und mehr findet sich in den Sonntagsnews.
Das Zürcher Universitätsspital (USZ) hat laut der «NZZ am Sonntag» nach der Affäre um Herzchirurg Francesco Maisano rund zehn weitere kritische Fälle identifiziert. Der vom USZ eingesetzte Compliance-Ausschuss habe seit Juni 2025 potenziell problematische Interessenbindungen und Nebenbeschäftigungen geprüft. In mehreren Fällen seien Verstösse gegen die Compliance-Richtlinien festgestellt und Sanktionen ausgesprochen worden. Details dazu nenne das Spital aus Vertraulichkeitsgründen nicht. Die neuen Fälle zeigten, dass die Verstrickung von Medizin und Medtech-Industrie über den Fall Maisano hinausreiche. Der Zürcher Handchirurg Daniel Herren sprach von einem «heiklen Spannungsfeld» zwischen Innovation, Patientensicherheit und wirtschaftlichen Interessen. Das USZ und das Genfer Universitätsspital (HUG) planten inzwischen Transparenzregister für Beteiligungen und Nebentätigkeiten ihrer Ärzte. Andere Spitäler verfügten bereits über solche Register.
Zur Story