Schweiz
International

Letzte Forderungen: Weshalb die Schweiz der EU entgegenkommen muss

epa11415293 Ursula Von der Leyen, President of the European Commission, (L) shakes hands Swiss Federal President Viola Amherd (C) next to Swiss Federal Councillor Ignazio Cassis (R) during the Summit  ...
Ursula von der Leyen und Viola Amherd sollen sich gut verstehen – doch ob das der Schweiz etwas nützt, ist fraglich.Bild: keystone

Letzte Forderungen: Weshalb die Schweiz der EU entgegenkommen muss

Am Mittwoch beugt sich der Bundesrat über das EU-Dossier. Schon tags darauf könnte Bundespräsidentin Viola Amherd der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen letzte Forderungen der Schweiz mitteilen.
04.11.2024, 05:3004.11.2024, 05:30
Remo Hess, Brüssel / ch media

Kassensturz im Bundesrat: Am Mittwoch werden die Schweizer Chefunterhändler der Landesregierung die Ausbeute dessen präsentieren, was sie in den zähen Verhandlungen mit der EU seit März erreicht haben. Am Bundesrat liegt es dann zu entscheiden, wo er für die Schlussetappe bis Ende Jahr nochmals nachbessern will.

Schon tags darauf hat Bundespräsidentin Viola Amherd in Budapest beim Gipfeltreffen der «Europäischen Politischen Gemeinschaft» Gelegenheit, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aus erster Hand zu informieren. Dass sich die beiden Frauen über den Weg laufen werden, gilt als sicher. Dass es dabei zu einer kurzen Aussprache kommen dürfe, ist anzunehmen.

Schutzklausel: Quoten und Obergrenzen sind längst vom Tisch

Beim letzten Gespräch Anfang Oktober in Genf hat von der Leyen klargemacht, dass eine einseitige Begrenzung der Zuwanderung durch die Schweiz mit ihr nicht zu machen sei. Die 27 EU-Mitgliedstaaten haben diese Position kurz darauf öffentlich untermauert.

Gleichwohl ist seitdem über eine von der Schweiz gewünschte Schutzklausel weiterverhandelt worden. Der Schweizer Chefunterhändler Patric Franzen kämpft in Brüssel um jeden Buchstaben. Er weiss: Kommt er bei der Schutzklausel mit gänzlich leeren Händen nach Hause, hat er seinen Auftrag nicht erfüllt.

Aber Franzen weiss auch: Falsche Hoffnungen machen kann er dem Bundesrat auch nicht. Quoten und Obergrenzen sind längst vom Tisch. Im besten aller Szenarien könnten dem Vernehmen nach vielleicht noch nicht näher definierte Massnahmen drin liegen, die die Schweiz im Notfall ergreifen könnte. Dafür müsste die EU aber erst einmal anerkennen, dass es in der Schweiz ein objektives Problem mit der Zuwanderung gäbe. Das tut sie mit Verweis auf die tiefen Arbeitslosenzahlen und den Fachkräftemangel bekanntlich nicht.

Klar ist auch, dass die Schweiz für jedes Entgegenkommen selber etwas geben müsste. Zum Beispiel, auf die Erhöhung der Gebühren für EU-Studenten zu verzichten. Ist der Bundesrat dazu bereit? Amherd wird es von der Leyen wohl sagen müssen. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Briten genehmigen umstrittene Gasfeld-Bohrungen in der Nordsee
Die britische Regierung hat grünes Licht für umstrittene Pläne zu Bohrarbeiten in einem Gasfeld in der Nordsee gegeben. Noch diesen Winter sollen britische Haushalte mit Gas vom Jackdaw-Gasfeld östlich vor dem schottischen Aberdeen versorgt werden, wie das Energieministerium am Mittwoch mitteilte.
Über die Zukunft des schon von der konservativen Vorgängerregierung geplanten Projekts war monatelang diskutiert worden. Das Projekt sichere Hunderte Arbeitsplätze und trage dazu bei, «dass Millionen von Haushalten diesen Winter warm bleiben», sagte Premierminister Andy Burnham laut Mitteilung.
Zur Story