Schweiz
International

Schweiz soll Palästinenserhilfswerk UNRWA kein Geld mehr geben

epa11854963 The headquarters of the United Nations Relief and Works Agency for Palestine refugees (UNRWA) in Damascus, Syria, 26 January 2025. Palestinian refugees gathered in a protest demanding the  ...
Die Schweiz soll ihre Zahlungen an das Uno-Palästinenserhilfswerk UNRWA umgehend einstellen.Bild: keystone

Schweiz soll Palästinenserhilfswerk UNRWA kein Geld mehr geben

18.02.2025, 11:5419.02.2025, 16:45

Die Schweiz soll ihre Zahlungen an das Uno-Palästinenserhilfswerk UNRWA sofort einstellen. Die zuständige Ständeratskommission unterstützt mit Stichentscheid ihres Präsidenten eine entsprechende Forderung aus der SVP-Fraktion.

Die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) unterstützte die Motion von SVP-Nationalrat David Zuberbühler (AR) mit 6 zu 6 Stimmen und mit Stichentscheid von Kommissionspräsident Marco Chiesa (SVP/TI). Das teilten die Parlamentsdienste am Dienstag mit.

Der Ständerat entscheidet voraussichtlich in der Frühjahrssession darüber. Unterstützt er die Motion, muss der Bundesrat handeln.

Kritik an Nationalratsentscheid

Die Mehrheit der APK-S war der Ansicht, dass die Schweiz keine Organisationen unterstützen sollte, die möglicherweise mit Terrorismus in Verbindung stehen. Andere Organisationen könnten die Aufgaben der UNRWA übernehmen.

Die Minderheit hingegen fand, dass die Arbeit des Uno-Hilfswerks in der Region unentbehrlich sei. Würden die Zahlungen an die UNRWA eingestellt, hätte dies dramatische Folgen für die Zivilbevölkerung.

Der Nationalrat hatte die Motion im September mit 99 zu 88 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten SP, Grüne und GLP. FDP und Mitte waren in der Sache gespalten, und die SVP unterstützte die Motion.

Der Nationalratsentscheid löste heftige Kritik aus. Rund zwanzig ehemalige Schweizer Staatssekretäre, Botschafter und Nahost-Spezialisten forderten den Ständerat in einem Brief auf, die UNRWA-Zahlungen nicht einzustellen.

Der Bundesrat hatte nach dem Angriff der Hamas auf Israel entschieden, Auszahlungen für den Nahen Osten unter dem Kredit «Humanitäre Aktionen» in Tranchen und nach Konsultation der zuständigen Ratskommissionen freizugeben. Das Parlament kürzte den humanitären Kredit um 10 Millionen auf 79 Millionen Franken.

10 Millionen an UNRWA überwiesen

Davon wurden im April 2024 zunächst rund 56 Millionen Franken vergeben. Anfang Mai beschloss der Bundesrat dann, 10 Millionen Franken ans umstrittene Uno-Palästinenserhilfswerk UNRWA zu überweisen. Damit wollte er dazu beitragen, die dringendsten Lebensbedürfnisse der Bevölkerung in Gaza zu finanzieren.

Im September wurde klar, dass der Beitrag an die UNRWA nicht erhöht wird. Die noch verbleibenden 13 Millionen Franken stellte der Bundesrat für den Nahen Osten zur Verfügung. Geld ging an mehrere Organisationen, aber nicht ans Uno-Palästinenserhilfswerk. Der Bundesrat verwies dabei auf die Diskussionen im Parlament.

Die APK-S unterstützt mit 9 zu 4 Stimmen eine Motion, die eine Reform der Flüchtlingshilfe für Palästinenser verlangt. Sie will den Vorstoss ihrer Schwesterkommission so anpassen, dass allfällige Beiträge an die UNRWA nicht ohne Konsultation der Ratskommissionen überwiesen werden dürfen.

Geld will die Mehrheit ausschliesslich der Zivilbevölkerung im Nahen Osten zukommen lassen. In der Version der APK-N verlangt die Motion vom Bundesrat, sich international für eine Nachfolgelösung für die UNRWA einzusetzen. Es müssten auch Alternativen geprüft werden - etwa, ob den Palästinensern via das Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) geholfen werden kann. (dab/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Polizist erwischt Diebespaar in Sursee LU in flagranti
Ein Diebespaar hat am Freitag in Sursee LU mit derselben Masche mehrere Personen um ihren Schmuck erleichtert. Bei einem weiteren Versuch wurden sie jedoch von einem Polizisten, der sich nicht im Dienst befand, beobachtet und aufgehalten.
Eine Polizeipatrouille nahm die 28-jährige Frau und den 30-jährigen Mann aus Rumänien schliesslich fest, wie die Luzerner Polizei am Dienstag mitteilte. Bei ihrer Masche verwickelten die mutmasslichen Diebe ihre Opfer unter einem Vorwand in ein Gespräch. Im Verlaufe dessen hängte die Frau dem Opfer eine Kette um, bei der es sich um Modeschmuck handelt. Darauf umarmte sie die betroffene Person, während deren eigener, wertvoller Schmuck abgenommen wurde. Die Luzerner Polizei warnt davor, sich im Gespräch mit unbekannten Personen ablenken zu lassen. (sda)
Zur Story