Feiertag beleidigt: Schweizer Touristen drohen auf Bali 15 Monate Haft
Ende März wurde ein Schweizer auf Bali festgenommen. Dieser hatte beim traditionellen Nyepi-Fest, dem «Tag der Stille» auf Bali, das Haus verlassen – dies verstösst gegen die Traditionen der Insel. Weiter beleidigte er die Feierlichkeiten mehrfach. «Scheiss auf Nyepi und scheiss auch auf eure Regeln», schrieb er auf Instagram. Zudem soll er ein Video gepostet haben, in dem er «Fuck Nyepi» gerufen haben soll.
Die Justiz auf Bali will diese Beleidigungen nun bestrafen. Wie «The Bali Times» schreibt, fordert die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung zu 15 Monaten Haft. Die Zeit, welche der Beschuldigte in Untersuchungshaft absitzen musste, würde abgezogen werden.
Weiter fordert die Staatsanwaltschaft, dass der Schweizer bis zum Abschluss des Verfahrens in Haft bleiben soll. Zudem will sie, dass das Smartphone, mit dem die Instagram-Story veröffentlicht wurde, beschlagnahmt werden soll.
Beim Nyepi-Fest im März handelt es sich um den traditionellen «Tag der Stille» auf Bali. An diesem Tag müssen die Einwohnerinnen und Einwohner sowie Touristen der mehrheitlich hinduistischen Insel 24 Stunden lang zu Hause bleiben. Von Arbeit, Reisen, Unterhaltung und sogar dem Stromverbrauch wird jeweils abgeraten.
Bali ist innerhalb Indonesiens – dem grössten muslimischen Land der Erde – die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am «Tag der Stille» kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besucherinnen und Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten – Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen. (dab, mit Material von Keystone-SDA)
