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Mehr Wasser für Italien: Abfluss aus Luganersee temporär erhöht

Mehr Wasser für Italien: Abfluss aus Luganersee temporär erhöht

11.08.2026, 19:3211.08.2026, 19:32

Der Abluss aus dem Luganersee am Nadelöhr Ponte Tresa wird während zehn Tagen von derzeit drei auf acht Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Dadurch gelangt mehr Wasser in den Lago Maggiore und in die italienischen Reisanbaugebiete bei Novara, Lomellina und Mailand.

Die Massnahme führe zu einer Absenkung des Wasserspiegels des Luganersees um insgesamt etwa zehn Zentimeter, teilte das Tessiner Amt für Wasserläufe am Dienstag mit.

Sie tritt umgehend für die nächsten zehn Tage in Kraft und wird streng überwacht, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. Nach Ablauf dieser Frist werde die Situation anhand der weiteren Entwicklung der Wasserverhältnisse und unter Berücksichtigung der regionalen Bedürfnisse neu bewertet.

Ergriffen wurde die Massnahme vom italienisch-schweizerischen Konsultationsorgan zur Regulierung des Wasserstands des Lago Maggiore und zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet. Das Gremium sei am Montag auf Anfragen des italienischen Umweltministeriums zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengetreten. Der Luganersee und der Lago Maggiore sind über den Fluss Tresa auf natürliche Weise miteinander verbunden.

Kritische Situation des Lago Maggiore

Anlass für die Sitzung ist die kritische Wasserlage des Lago Maggiore und der flussabwärts gelegenen Reisanbaugebiete in den Regionen Novara, Lomellina und Mailand sowie die Anfrage Italiens, zusätzliche Wasserabgaben aus den Tessiner Wasserkraft-Stauseen zu prüfen. Der Seespiegel des Lago Maggiore ist derzeit extrem niedrig und gemäss Aussage des Vorsteher des Tessiner Amtes für Wasserläufe nur noch wenige Zentimeter von einem neuen Rekord entfernt.

Der Tessiner Regierungsrat habe bereits am 17. Juli der Region Piemont mitgeteilt, dass auch die Schweizer Seite von einer Trockenheitswarnung aufgrund ausbleibender Niederschläge betroffen sei, heisst es weiter. Die Wasserreserven in den Tessiner Speicherkraftwerken lägen derzeit am untersten Rand der Werte der letzten zehn Jahre. Die piemontesische Regierung hatte das benachbarte Tessin daher um eine höhere Wassereinspeisung in die Region gebeten.

Aus diesem Grund und zur Gewährleistung der Stromversorgungssicherheit bestünden keine Voraussetzungen für zusätzliche Wasserabgaben aus den Speicherseen. Zudem sei der Handlungsspielraum des Kantons rechtlich eingeschränkt, da ein Grossteil des Wassers Konzessionen privater Betreiber unterliege, auf die der Kanton keinen direkten Zugriff habe, heisst es abschliessend. (sda)

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