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Brandstifter von Merenschwand AG steht vor Bezirksgericht



Ein Raub der Flammen: Bereits im August wurde die Waldhütte in Merenschwand AG vorsätzlich angezündet.

Bild: Kapo ag

Ein 38-jähriger Mann muss sich heute Dienstag vor dem Bezirksgericht Muri AG für die Brandserie in Merenschwand von Anfang Dezember 2019 verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schweizer sechs Brandstiftungen vor.

Sie beantragt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren, aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme zur Behandlung der Alkoholsucht des Mannes. Angeklagt ist der Schweizer aus der Region wegen mehrfacher, teils qualifizierter Brandstiftung sowie wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs.

Die Brandserie im Dezember 2019 hatte in der kleinen Freiämter Gemeinde Merenschwand viele Ängste, Unsicherheit und Verdächtigungen ausgelöst. Die Kantonspolizei erhöhte ihre Präsenz und nahm vorübergehend zehn Personen fest - darunter auch den vorbestraften Angeklagten.

Bewohner brachten sich in Sicherheit

Das älteste Haus des Dorfes brannte am 1. Dezember, einem Sonntagmorgen, bis auf die Grundmauern nieder. Das ehemalige Bauernhaus mitsamt einer angrenzenden Holzscheune wurde zerstört. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen.

Nur einen Tag später gab es innerhalb einer Stunde weitere Brände: Eine Sitzbank auf dem Kirchplatz und ein ehemaliger Stall brannten. In der Nacht auf den 7. Dezember war ein Einfamilienhaus betroffen: Zum einen wurde in der Garage ein Brand festgestellt. Zum anderen brannte es gleichzeitig auf der Rückseite in einem Kellerraum des Einfamilienhauses.

Noch am gleichen Tag wurde der Angeklagte festgenommen. Er befindet sich mittlerweile im vorzeitigen Massnahmenvollzug. Der Angeklagte gestand gemäss Angaben der Staatsanwaltschaft fünf der sechs Brände.

Er bestreitet jedoch die erste Brandstiftung, also die folgenreichste Feuersbrunst. In diesem Fall geht es um qualifizierte Brandstiftung, weil er wissentlich Leib und Leben von Menschen in Gefahr gebracht haben soll.

Aus Frustration gehandelt

In der Vernehmung gab der Mann an, die Brände aus einer Frustration wegen seiner Lebenssituation gelegt zu haben. Er habe übermässig Alkohol konsumiert.

An der Verhandlung am Bezirksgericht Muri werden zuerst Zeugen befragt und dann der Beschuldigte. Der Staatsanwalt und der Verteidiger halten ihre Plädoyers. Ob das Bezirksgericht am heutigen Dienstag ein Urteil spricht, ist offen.

Wegen der Corona-Pandemie sind Privatpersonen von der Verhandlung ausgeschlossen; einzig Medienvertreter sind zugelassen. (aeg/sda)

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