Schweiz
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epa07561095 Swiss Federal Attorney Michael Lauber speaks during a press conference at the Media Centre of the Federal Parliament in Bern, Switzerland, 10 May 2019. Federal Attorney Michael Lauber is criticised for informal meetings with FIFA head Gianni Infantino. The supervisory authority for the Federal Prosecutor's Office is opening a disciplinary investigation against Lauber.  EPA/PETER KLAUNZER

Bundesanwalt Michael Lauber setzt zum Gegenangriff an. Bild: EPA/KEYSTONE

Michael Lauber schlägt zurück – und denkt nicht ans Abtreten



Bundesanwalt Michael Lauber ist unter Druck wie noch nie. Ominöse, nicht protokollierte Geheimtreffen mit Fifa-Boss Gianni Infantino könnten ihn die Wiederwahl kosten. Lauber schien lange am Abgrund, doch jetzt profitiert der Bundesanwalt von einem Fehler seiner Gegner.

Und das kam so:

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, trafen der Baselbieter SP-Ständerat Claude Janiak und Giorgio Bomio-Giovanascini, Präsident der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Mitte Juni in Bellinzona aufeinander. In einem kurzen Gespräch beschwerte sich Bomio-Giovanascini über die Zustände bei der Bundesanwaltschaft und bezeichnete diese gegenüber Janiak als «unhaltbar» und Lauber als «nicht wiederwählbar».

Der Austausch der beiden hat Folgen. Denn Bomio-Giovanascini gehört zu denjenigen Vorsitzenden, die darüber entscheiden werden, ob Lauber bald seinen Job los sein könnte. Bomio-Giovanascini gehörte zu dem Dreiergremium, das drüber entschied, dass Lauber in den Fifa-Ermittlungen befangen ist.

Claude Janiak, der gemäss eigenen Angaben einen intensiven Kontakt zu Michael Lauber pflegt, informiert diesen über das kurze Gespräch mit Bomio-Giovanascini in Bellinzona. Doch nicht nur das: Janiak schreibt Lauber ebenfalls, dass sich Bomio-Giovanascini während einer Sitzung mit anderen SP-Mitgliedern der Gerichtskommission und der Geschäftsprüfungskommission dazu äusserte, ob er Lauber zur Wiederwahl empfehlen würde.

Lauber nutzt diese Informationen um zurückzuschlagen. Am 27. Juni stellt der amtierende Bundesanwalt ein Ausstandsbegehren gegen Giorgio Bomio-Giovanascini. Gemäss Lauber hätte der Tessiner seine Meinung nicht so offen kundtun dürfen und seine Äusserungen würden auf ein «unübersehbar gespanntes Verhältnis» zwischen ihm und Bomio-Giovanascini hinweisen. Lange Rede kurzer Sinn: Lauber will Bomio-Giovanascini wegen Befangenheit weghaben.

Wie das Verfahren ausgehen wird, ist noch offen. Bundesanwalt Michael Lauber gibt sich jedoch kämpferisch und denkt nicht daran, zurückzutreten. (ohe)

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pinkerton 04.07.2019 11:13
    Highlight Highlight Nur noch peinlich. Jede Glaubwürdigkeit dahin. Wie soll so jemand sein Amt wieder seriös ausführen? Bitte rasch zurücktreten.
  • Raber 04.07.2019 10:47
    Highlight Highlight Ein Bundesanwalt ,der sich nicht an ein Treffen erinnern will, ist schlich nicht tragbar für dieses Amt. So kann man evt.l vor Gericht die Aussage umgehen, aber in diesem Amt müssen unbedingt integre Menschen arbeiten. Ein no go
  • Trump's verschwiegener Sohn 04.07.2019 10:06
    Highlight Highlight Dann ist diese Mentalität, sich ohne Rücksicht auf den Ruf eines hohen Amtes um jeden Preis an diesemt Amt festzuhalten definitiv in der Schweiz angekommen.
    Wandert Lauber aus der CH aus, wenn er per Beschluss das Amt aufgeben muss? Der kann sich doch nach allem was er sich geleistet hat, niergends mehr blicken lassen.
  • inmi 04.07.2019 09:45
    Highlight Highlight So beschäftigt sich Staat und Justiz mit sich selbst... Wir alle bezahlen...
  • Der Rückbauer 04.07.2019 08:56
    Highlight Highlight Es ist schon ein Unterschied, ob sich ein Ankläger mit einer beklagten Partei dreimal trifft, ohne davon ein Protokoll zu erstellen, oder ob sich ein Richter mit einem Politiker trifft, um dem seine persönliche Meinung zu sagen.
    Bomio soll in den Ausstand treten und ein unbefangener Richter soll seine Funktion übernehmen.
    Lauber hat zwei Treffen nicht bestritten. Beim dritten "kann er sich nicht mehr genau erinnern". Ein Ankläger, der sich mit dem Angeklagten trifft (!!), ohne ein Protokoll zu erstellen, handelt gegen das Gesetz und gehört weg. Punkt.
  • Peter R. 04.07.2019 08:54
    Highlight Highlight Wann wird da endlich gehandelt und wann wirft man diesen Typen endlich aus dem Amt.
    Müssen wir uns diese Tiraden noch lange anhören?
  • Gubbe 04.07.2019 08:37
    Highlight Highlight Wenn Herr Lauber nicht zum Abtreter werden will, sollte er abtreten. Der Mann ist doch, so hoffe ich, Jurist. Bei solchen Vorwürfen die ein Weiterarbeiten sehr erschweren, muss ein Bundesanwalt quittieren. Wieso der Bundesrat ihn noch nicht entlassen hat, ist mir ein Rätsel.
  • alfred e neumann 04.07.2019 08:22
    Highlight Highlight was muss eigentlich noch alles aufgedeckt werden, bis auch der hinterste und letzte (incl. Lauber) begreift, dass diese Person nicht mehr wählbar ist?
  • Friedhofsgärtner 04.07.2019 08:09
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
  • Pro-Contra 04.07.2019 08:03
    Highlight Highlight Und solche Leute mit aufgeblasenem Ego arbeiten in einer solchen Position. Sehr bedenklich.
  • Thinkdeeper 04.07.2019 07:36
    Highlight Highlight Es fanden geheime und unprotokollierte Treffen statt.
    Ob nun Dummheit oder Absicht, Situationsbedingte Unachtsamkeit oder absichtlich fehlerhafte Organisation, ist derzeit nur am Rande und für die Zukunft das Thema.
    Im hier und jetzt wurde "Die anvertraute Machtposition für eigene persönliche Zwecke missbraucht" Selbstherrlich und Absichtlich Transparenz gegenüber Arbeitgeber verweigert und gelogen.
    Die obige Definition der Korruption rechtfertigt eine Entlassung und sollte durch das Strafrecht konsequent verfolgt werden. Leider ist Rechtsprechung auch durch und durch korrupt und politisch.
  • Bert der Geologe 04.07.2019 07:26
    Highlight Highlight Geht es hier um die höchsten Strafermittler in der Schweiz, oder um einen Kindergarten?
  • Mutbürgerin 04.07.2019 07:04
    Highlight Highlight Ist doch gut, wenn in diesem Gemauschel einmal jemand offen seine Meinung sagt. Bomio-Gionanascini scheint integer und transparent. Wenn man das weiterspinnen will, kann man sich ja fragen, ob Janiak diese Informationen weitergeben durfte.
  • Fairness 04.07.2019 06:42
    Highlight Highlight Laubers Verhalten ist einfach nur peinlich. Und das Schlimmste ist, dass er es selbst nicht mal merkt.
    • *sharky* 04.07.2019 07:03
      Highlight Highlight Ich glaube er markt das, aber es ist ihm egal...
      von dem her noch schlimmer!
  • Pümpernüssler 04.07.2019 06:31
    Highlight Highlight Kindergarten! Und so jemand soll weiterhin Bundesanwalt bleiben?
  • Cervelat 04.07.2019 06:24
    Highlight Highlight nicht tragbar!
    Ade merci!
  • Linus Luchs 04.07.2019 06:07
    Highlight Highlight Selbst wenn sich Giorgio Bomio-Giovanascini nicht korrekt verhalten haben sollte, ändert das ja nichts an Laubers Gemauschel mit der Fifa. Lauber zeigt wie ein trotzender Bub auf einen anderen: "Der hat aber auch!" Peinlich. Es bleibt dabei, der Bundesanwalt ist nicht mehr tragbar.
    • NurEineMeinung 04.07.2019 06:26
      Highlight Highlight Beide weg! Aufräumen!
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 04.07.2019 05:25
    Highlight Highlight Hr. Lauber ist nur noch peinlich und gehört möglichst rasch weg.

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