Schweiz
Justiz

Crans-Montana: Videoüberwachung blieb Minuten vor Katastrophe stehen

Minuten bevor das Feuer im «Constellation» ausbrach, enden die Videoaufnahmen der Kameras

19.01.2026, 11:0319.01.2026, 12:08

In der Silvesternacht um 01:26 Uhr brach in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ein Feuer aus. Beim Brand kamen 40 Menschen ums Leben, 116 wurden schwer verletzt.

Screenshot Überwachungskamera Le Constellation - Crans-Montana
Der obere Teil der Bar scheint Minuten vor dem Unglück fast leer gewesen zu sein.Bild: screenshot/tg3

Aus dem Lokal liegen Bilder der Videoüberwachungskameras vor. Diese zeigen das Nachtleben bis 01:23 Uhr. Bis drei Minuten vor dem Ausbruch des fatalen Brandes.

Doch wieso gibt es nach 1:23 Uhr keine Bilder mehr? Der Zeitung Bild liegen Ermittlungsakten vor. Laut diesen sagte Jacques Moretti am 1. Januar bei der Einvernahme: «Zu diesem Zeitpunkt hat sich das System aufgehängt. Ich kann es nicht mehr zurückset­zen.»

Was ist auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen?

Screenshot Überwachungskamera Le Constellation - Crans-Montana
Die Kamera 7 zeigte den unteren Stock und die Ecke mit dem DJ-Pult.Bild: screenshot/tg3

Moretti habe der Polizei Screenshots vorgelegt, die die letzten aufgezeichneten Minuten des Partylebens in der Bar zeigen, schreibt die «Bild». Elf verschiedene Einstellungen und Winkel zeigten die Bar.

Auf den Bildern von 1:23 Uhr scheint die Bar im unteren Stockwerk um einiges voller als im oberen. Hier wurde der Brand ausgelöst. Wunderkerzen entzündeten mutmasslich die Schaumstoff-Schalldämpfer, die an der Decke angebracht waren.

Screenshot Überwachungskamera Le Constellation - Crans-Montana
Eine Aufnahme des Notausgangs.Bild: screenshot/tg3

Eine weitere Aufnahme zeigt den Notausgang der Bar. Er scheint geöffnet, aber mit einem Möbelstück blockiert zu sein. An der Wand daneben hängt ein Feuerlöscher. Ob der Notausgang noch immer geöffnet war, als der Brand ausbrach, und ob der Feuerlöscher noch immer am selben Ort hing, ist nicht bekannt. Es gibt bis heute keinen Hinweis darauf, dass der Notausgang oder der Feuerlöscher genutzt wurden.

Jacques Moretti befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft. Für das Betreiberpaar gilt die Unschuldsvermutung. (nib)

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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