Schweiz
Kampfjets

Kampfjet: Amherd will den F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen

The US Lockheed Martin F-35 Lightning II performs his demonstration flight at Paris Air Show, in Le Bourget, east of Paris, France, Tuesday, June 20, 2017 in Paris. Aviation professionals and spectato ...
Schneidet im internen Bericht am besten ab: Der F-35 Lightning II von Lockheed Martin.Bild: AP/AP

Amherd will laut Berichten den F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen

21.06.2021, 17:1921.06.2021, 19:25

Es sind richtungsweisende Tage für die Schweizer Armee. In den kommenden Tagen dürfte der Bundesrat entscheiden, welche Kampfjets die Schweiz kaufen wird. Zur Diskussion stehen derzeit noch vier Typen: Der Eurofighter, der Rafale, die F/A-18 Super Hornet und der F-35.

Diese vier Kampfjets sind in der engeren Auswahl

1 / 6
Diese vier Kampfjets sind in der engeren Auswahl
Eurofighter (Airbus, Deutschland),
quelle: epa/epa / clemens bilan
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Nun meldet die SRF-Rundschau: Viola Amherd will den F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen. Der US-Jet habe in einem Evaluationsverfahren des Verteidigungs-Departements (VBS) «mit Abstand am besten» abgeschnitten, berichtet die Rundschau unter Berufung auf drei voneinander unabhängigen Quellen. Sowohl finanziell als auch technisch liege der Tarnkappen-Jet deutlich vor dem F/A-18 Super Hornet, dem Eurofighter und der Rafale. Deshalb habe Amherd faktisch gar keine andere Wahl, als dem Bundesrat den Kauf des F-35 zu beantragen.

Der F-35 geriet in den vergangenen Monaten jedoch zunehmend in Kritik. Der Betrieb sei zu teuer und der Jet sei pannenanfällig. Zudem wird infrage gestellt, ob der F-35 mit seiner geringen Steigleistung der richtige Jet ist für die gebirgige Schweiz.

Für welchen Flieger soll sich der Bundesrat entscheiden?
An dieser Umfrage haben insgesamt 2720 Personen teilgenommen

Kritisiert wird der amerikanische Jet auch von linker Seite. Die SP, die Grünen und die GSOA kündeten eine weitere Volksabstimmung an, falls der Bundesrat sich für einen US-amerikanischen Jet entscheidet. Sie befürchten, dass die Datenhoheit nicht gesichert wäre.

Kritik vom ehemaligen Armeechef

Seit der Volksabstimmung über den Kreditrahmen von 6 Milliarden blieb es lange ruhig um die Typenwahl. Kurz vor dem Entscheid sorgte jedoch ein Bericht des ehemaligen Armeechefs für Aufsehen. In einem neunseitigen Papier, das die NZZ am Montag publik machte, kritisiert André Blattmann die Beschaffungspläne der VBS-Chefin Viola Amherd.

Blattmann stellte vor allem den «Bericht zur Luftverteidigung der Zukunft» einer VBS-internen Expertengruppe infrage. Gemäss einer Analyse sieht der ehemalige Armeechef keine Szenarien, die diesen Bericht stützen würden. Kampfflugzeuge seien auf einen Gegner ausgerichtet, «den es auch in der Krise und im Konflikt in unserem Umfeld kaum mehr gibt». Blattmann geht davon aus, dass 20 Jets reichen würden. Amherd plant jedoch mit dem Kauf von 30 bis 40 Kampffliegern. (cma)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Sie musste im Sommer Tiere notschlachten – dann trat diese Bäuerin den Grünen bei
Die Tiere von Bio-Bäuerin Corinne Röthlisberger litten unter dem Hitzesommer. Nach dem Sommer trat sie den Grünen bei. Damit ist sie nicht die einzige.
Ungefähr eine halbe Stunde dauert der Weg, den die Kühe von Corinne Röthlisberger diesen Sommer gehen mussten. Er führt zu einem Hang direkt am Rand eines Walds. Hier fanden die Tiere noch saftiges Gras, während die Wiese in Stallnähe mehr an eine Steppenlandschaft erinnerte als an das Toggenburg, wo Corinne ihren Bio-Hof mit 16 Kühen betreibt.
Zur Story