Tausende fordern in Genf und Lausanne griffige Klima-Massnahmen
In Lausanne versammelten sich laut einer Schätzung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zunächst rund 6000 Teilnehmende, ehe immer mehr Menschen dazustiessen und gemäss Polizeiangaben schliesslich rund 12'000 Menschen demonstrierten.
Menschen aller Generationen nahmen an der Kundgebung teil. Auch zahlreiche Kinder waren dabei und trugen ihre eigenen Plakate, auf denen Parolen wie «Wir wollen spielen, nicht schwitzen» oder «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, macht eure, um die Erde zu retten» standen.
Auf dem Weg durch die Innenstadt hielt der Demonstrationszug mehrmals für Reden an. Insbesondere ergriffen Personen aus Bereichen das Wort, die von der Hitzewelle betroffen sind – etwa aus der Bildung oder der Landwirtschaft.
Rednerinnen und Redner riefen zudem dazu auf, Druck auf die Behörden auszuüben. In diesem Zusammenhang wurde besonders Bundesrat Albert Rösti kritisiert und mehrfach ausgebuht. Auch auf Plakaten nahmen Demonstrierende den Umweltminister ins Visier, etwa mit Sprüchen wie «Rösti auf unseren Tellern, nicht im Bundesrat».
«Wir wollen Hoffnung»
In Genf nahmen laut Angaben der Organisatoren rund 7000 Menschen an der Kundgebung teil, die Polizei sprach von 3000 Teilnehmenden. Unter anderem die Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone kam zu Wort. Sie kritisierte «die rechten Politiker, die den Klimanotstand zunächst geleugnet und dann abgelehnt haben». Die Genferin rief dazu auf, sich für die nationalen Wahlen 2027 und darüber hinaus zu mobilisieren.
«Die Verantwortlichen sitzen in den Banken, den Handelsunternehmen, im Parlament und im Bundesrat», sagte sie. «Wir wollen Hoffnung und eine nachhaltige und gerechte Zukunft gestalten.»
Beginn einer Reihe
Zu den Kundgebungen aufgerufen hatten mehr als hundert Organisationen und Parteien. Der Sommer 2026 müsse als heilsamer Schock wirken, machten sie geltend. Die Demonstrierenden forderten Klima-Anpassungsmassnahmen und die Senkung des CO₂-Ausstosses.
In mehreren Schweizer Städten finden am 2. Oktober ähnliche Kundgebungen statt. Laut den Organisatoren soll es sich dabei «nur um einen Anfang» handeln. Es brauche eine dauerhafte Bewegung, damit der Klimawandel politisch oberste Priorität werde. Ohne Kurswechsel könnten die Temperaturen im Sommer bis 2050 auf 50 Grad steigen, warnten sie. (sda)
