Schweiz
Klima

Weil Regen fehlt: Schweiz gibt Notreserven für Protein-Tierfutter frei

Weil Regen fehlt: Schweiz gibt Notreserven für Protein-Tierfutter frei

Die Schweiz greift auf ihre Notreserven für bestimmte Tierfutter zurück.
31.08.2026, 11:1231.08.2026, 12:15

Wegen der Trockenheit und des Niedrigwassers auf wichtigen Flüssen können nicht mehr genügend Protein-Futtermitteln importiert werden.

Kuehe grasen, im Hintergrund vom Murgang betroffenes Landwirtschaftsland, am Freitag, 13. September 2024, in Lostallo. Das Misox war dieses Jahr von schweren Ueberschwemmungen betroffen. Damit verlore ...
Der fehlende Regen setzt der Schweizer Landwirtschaft zu. (Symbolbild)Bild: keystone

Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, bewilligte die Freigabe der Pflichtlager für Protein-Futtermittel, wie die Wirtschaftliche Landesversorgung (WL) am Montag mitteilte. Konkret handelt es sich um eine sogenannte temporäre Bedarfsdeckungsunterschreitung. Diese erlaubt es den Unternehmen, ab dem 1. September 2026 auf die Lager zuzugreifen.

Bis Ende Februar 2027 dürfen maximal 20 Prozent der eingelagerten Protein-Futtermittel – knapp 16'000 Tonnen – aus den Pflichtlagern bezogen werden. Betroffen sind eiweissreiche Futtermittel wie Sojaschrot, das für die Rindvieh-, Schweine- und Geflügelhaltung verwendet wird.

Engpass bei Transport, nicht bei Ware

Der Grund für den Engpass liegt nicht bei der Verfügbarkeit der Ware, sondern bei den Transportwegen in die Schweiz. Auf dem Weltmarkt sind laut WL genügend Proteinträger erhältlich. Wegen des wochenlangen Niedrigwassers auf den zentralen Schifffahrtsrouten Rhein und Donau stocken jedoch die Importe. Da auch andere Güter vermehrt auf Strasse und Schiene transportiert werden, sind die Kapazitäten für die Futtermittelimporteure ausgelastet.

Die Versorgung der Schweiz mit anderen lebenswichtigen Gütern sei derzeit sichergestellt. Erschwerend zur Transportproblematik kommt hinzu, dass wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Raufutter für die Tiere verfügbar ist.

Es ist erst das zweite Mal, dass eine solche Freigabe dieses Pflichtlagers erfolgt, wie es vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess. 2018 wurde ebenfalls wegen des Rhein-Niedrigwassers eine Freigabe von Pflichtlagern für proteinhaltige Futtermittel bewilligt. Zu tatsächlichen Bezügen kam es damals jedoch nicht, da sich die Versorgungslage rasch wieder entspannte.

Abhängigkeit von Soja-Importen

Bei den Proteinträgern handelt es sich um eiweissreiche Bestandteile von Tierfutter. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Sojaschrot zu, bei dem die Schweiz fast vollständig von Importen abhängig ist. Sojaschrot ist ein Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Sojaöl aus Sojabohnen anfällt.

Futtermittelhersteller verarbeiten den Sojaschrot zusammen mit Getreide und anderen Komponenten zu Mischfutter. Dieses wird insbesondere in der Haltung von Rindvieh, Schweinen und Geflügel eingesetzt. Die Pflichtlager für Protein-Futtermittel sind darauf ausgelegt, den Bedarf für zwei Monate zu decken. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
6
Motorradfahrer stirbt bei Kollision in Buochs NW
Bei einer Kollision mit zwei Autos in Buochs NW ist am Samstagnachmittag ein 64-jähriger Töfffahrer ums Leben gekommen. Trotz sofortiger Rettungsversuche verstarb der Mann noch an der Unfallstelle, wie die Kantonspolizei Nidwalden am Sonntag mitteilte.
Zur Story