Zahlen und Fakten zum Thema Schlaf gibt es fast endlos. Wir haben darum 15 Punkte herausgegriffen, welche dir das Schlafen teilweise spielerisch mit Fun Facts, teilweise mit Daten der letzten Schweizer Gesundheitserhebung oder Studien näher bringen. Und natürlich hoffen wir, dass du uns so beim Lesen nicht einschläfst.
Genau kann man nicht sagen, wer bislang am längsten ohne Schlaf auskam. Es kursieren verschiedene Angaben. Oft wird der Brite Tony Wright genannt, der im Mai 2007 angeblich 266 Stunden ohne Schlaf blieb. Das sind mehr als 11 Tage. Er überbot damit die 264 Stunden von Randy Gardner, der 1964 im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung so lange wie möglich nicht schlief. Gardners Marke ist eine, die gut dokumentiert ist.
Es gibt allerdings auch Meldungen, dass Maureen Weston 1977 449 Stunden (fast 19 Tage) ohne Schlaf blieb. Wer genau den Rekord hält, ist aber, wie erwähnt, nicht ganz klar.
Ein Grund dafür ist auch: Nachahmung ist nicht empfohlen. Das Guinessbuch der Rekorde führt die Schlafentzug-Bestmarken beispielsweise nicht mehr auf, weil sie zu gesundheitsschädigend sind.
Und wie lange dauerte der längste Schlaf eines Menschen? Auch die Gegenfrage ist ungeklärt. Der oben erwähnte damals 17-jährige Gardner schlief nach seiner langen Wachphase 14:46 Stunden, bevor er auf natürliche Art erwachte. Er blieb dann fast 24 Stunden wach, eher er wieder für rund zehn Stunden einschlief.
Sechs und zehn Wochen später hatte er wieder einen normalen Schlafrhythmus. Er soll allerdings später berichtet haben, dass er Jahrzehnte lang unter schwerer Schlaflosigkeit litt.
Bevor wir auf den Mensch schauen, hier erst einige Durchschnitts-Schlafzeiten von Tieren. Meist sind Schlafzeiten mit einer Zeitspanne angegeben. Wir haben hier einfach immer den höchsten Wert abgebildet. Viele Tiere schlafen auch nicht alles am Stück. Delfine beispielsweise sind bekannt für immer wieder rund 20-minütige Powernaps.
Für Menschen wird die optimale Schlafdauer meist mit sieben bis acht Stunden angegeben. Allerdings kann das auch sehr individuell sein. Einige brauchen eher zehn Stunden Schlaf, andere vielleicht nur deren sechs. Sicher ist aber: Wer über längere Zeit zu wenig schläft, muss mit Einbussen der kognitiven Leistungsfähigkeit rechnen (zu viel Schlaf ist auch nicht gut, dazu später mehr). Das Schlafbedürfnis verändert sich auch mit dem Alter. Das sind die Durchschnittswerte:
Gleich geht es weiter mit spannenden Schlaf-Fakten, zuerst aber eine kurze Werbeunterbrechung:
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Wir unterscheiden verschiedene Schlafprobleme. Die aktuellste Schweizer Gesundheitsbefragung (2022) zeigt folgende Ergebnisse:
Seit 1997 wird die Schweizer Gesundheitsbefragung alle fünf Jahre durchgeführt. Nach einem Abfall 2012 nehmen die Schlafprobleme von Schweizerinnen und Schweizern seither deutlich zu. 2022 waren es schon rund ein Drittel, die darunter litten. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig. Womöglich spielen Soziale Medien, die Coronakrise oder allgemein mehr Sorgen eine Rolle:
Frauen leiden häufiger an Schlafproblemen als Männer, wie das BFS herausgefunden hat. Unter starken Schlafstörungen (pathologisch) leidet fast jede zehnte Frau, aber nur jeder zwanzigste Mann. Bei den mittleren Schlafproblemen ist der Unterschied nicht mehr so gross.
Wir haben oben schon bei den Delfinen gelesen, dass sie nur Powernaps machen. Spannend dabei auch: Sie schlafen nur mit einer Gehirnhälfte. Das Gleiche können Vögel. Während die eine Gehirnhälfte schläft, dient die andere zum Navigieren. So können Vögel in diesem Zustand Luftströmungen nutzen oder Hindernissen (anderen Vögeln) ausweichen. Fregattvögel beherrschen diese Technik besonders gut.
Schlafentzug hat eine ähnliche Wirkung wie Alkohol. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) schreibt, dass die Verkehrstüchtigkeit nach 17 Stunden ohne Schlaf in etwa einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille entspricht. Danach wird's schnell mehr. Wer nach 24 Stunden ohne Schlaf noch Auto fährt, macht dies in etwa so, wie wenn er oder sie ein Promille Alkohol im Blut hätte.
Wer zu wenig schläft, dem fehlt oftmals die Energie und damit sinkt die Lebensqualität. Auch im Berufsleben zeigen sich negative Auswirkungen. So erhöht sich nicht nur die Unzufriedenheit bei der Arbeit, sondern auch das Burnout-Risiko bei Schlafmangel signifikant.
Wir wissen es eigentlich alle: Vor allem vor dem Schlafen sollten wir nicht mehr ins Smartphone oder Tablet starren. Zu viel Bildschirmzeit verringert die Schlafqualität insgesamt.
Kleiner Fakt für zwischendurch. Wenn wir davon ausgehen, dass wir einen Drittel des Tages mit schlafen verbringen und 90 Jahre alt werden: Dann verschlafen wir rund 30 Jahre unseres Lebens.
Die Nacht durchbüffeln oder sich Schlaf gönnen und ausgeruht an die Prüfung gehen? Eine Studie zeigte, dass eine ausgeschlafene Gruppe bei einem Gedächtnistest weniger Fehler begangen hatte, als die Vergleichsgruppe, die vom Schlafen abgehalten wurde. Darum wichtig: Lerne frühzeitig und gönne dir Schlaf vor der Prüfung oder vor wichtigen Terminen.
Zu wenig Schlaf ist also nicht gut. Wie sieht es mit zu viel aus? Auch hierzu gibt es diverse Studien und man ist sich einig: Zu viel Schlaf tut auch nicht gut.
Zu viel Schlaf kann ähnliche Folgen haben wie Schlafmangel: Die kognitive Leistungsfähigkeit sinkt. Eine Langzeit-Studie der Universitäten Cambridge und Fudan fand zudem heraus, dass zu viel Schlaf das Risiko auf einen Schlaganfall beispielsweise um 46 Prozent erhöht.
Der Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln nimmt mit fortschreitendem Alter deutlich zu. Während nur rund drei Prozent der bis 40-Jährigen zu Medikamenten greifen, um Schlafprobleme in den Griff zu bekommen, sind es bei den über 65-Jährigen fast 13 Prozent.
Zum Abschluss noch Tipps, wie du dich erholen kannst, ohne zu schlafen. Wichtig dabei aber: Nichts davon ersetzt den richtigen Schlaf. Aber falls du vor einem wichtigen Termin noch ein bisschen zur Ruhe kommen willst, helfen Aktivitäten wie:
Dies trifft nur auf die Hälfte der Menschen zu, da die Studien dafür nur mit Männern durchgeführt wurden. Neuste Studien zeigen, dass für Frauen mehr Schlaf brauchen und auch anders schlafen als Männer. Aber die Forschung steckt da, wie in vielen Gesundheitsthemen, noch in den Kinderschuhen. Es überrascht daher auch nicht, dass Frauen mehr unter Schlafstörungen leiden, da die kommunizierten Empfehlungen gar nicht auf Frauen zugeschnitten sind.
Als Teenie habe ich regelmässig 16h ohne Probleme durchgeschlafen und sicher gibts noch extremere Fälle.
Auch wenn ich heute zwei Wochen sehr schlecht schlafe, kann ich am Wochenende locker mal 14h schlafen.
Die laufen nicht weg - keine Angst.
Am nächsten Tag kann man die immer noch (dann aber ausgeruht) angehen.
Das mit der "Bildschirmzeit" kann ich nicht bestätigen. Ich bin früher direkt nach dem Zocken ins Bett gefallen und konnte schlafen. Und auch heute funktioniert das immer noch.
Soziale Medien? Evtl. ist das ein Problem?
Keine Ahnung - ich hab da nichts oder nur ganz am Rande mit zu tun.