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Jonas Lüscher erhält den Max Frisch-Preis 2022

Jonas Lüscher erhält den Max Frisch-Preis 2022

19.01.2022, 09:5819.01.2022, 09:58
Jonas Lüscher sieht sich selbst als Autor engagierter Literatur. Doch Gesellschaftskritik und Engagement äussern sich bei ihm weniger darin, was er erzählt, sondern mehr, wie er erzählt. (Archivbild)
Jonas LüscherBild: KEYSTONE

Der schweizerisch-deutsche Autor und Essayist Jonas Lüscher wird mit dem Max Frisch-Preis 2022 ausgezeichnet. Den Förderpreis erhält die deutsche Theaterautorin und Essayistin Enis Maci. Die Preise sind mit insgesamt 50'000 Franken dotiert.

Jonas Lüscher setzte in seinem Werk auf «Dialog, Diskurs und die vermittelnde Macht der Fiktion», schreibt die Stadt Zürich in einer Mitteilung vom Mittwoch. Und dies in einer Zeit der sich vertiefenden gesellschaftlichen Spaltung.

In der Literaturlandschaft ist Lüscher spätestens seit 2017 bekannt, als er für seinen zweiten Roman «Kraft» den Schweizer Buchpreis erhielt; sein Debüt «Der Frühling der Barbaren» veröffentlichte er 2013. Neben seiner literarischen Tätigkeit tritt der 45-jährige Lüscher als kritischer Beobachter der Gesellschaft auf. Er sei «ein politisch engagierter Citoyen ganz im Sinne von Max Frisch», heisst es in der Mitteilung.

Das Thema der deutschen Schriftstellerin Enis Maci ist die Individualität in der globalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ihre Theaterstücke kamen in Leipzig, Wien, Mannheim oder München auf die Bühne; 2018 erschien ihr Essayband «Eiscafé Europa».

Gewalt und Befreiung

Maci nehme «den menschlichen Körper in den Blick und die Bilder, die sich die Gesellschaft von den Geschlechtern macht, sie schreibt über Gewalt und Befreiung, im Staat, in den Familien, in der Literatur», begründet die Max Frisch-Stiftung an der ETH Zürich ihren Entscheid für die 29-Jährige.

Der Max Frisch-Preis für Jonas Lüscher ist mit 40'000 Franken dotiert, der Förderpreis für Enis Maci mit 10'000 Franken. In dieser Aufteilung als Haupt- und Förderpreis wird die Auszeichnung zum zweiten Mal vergeben. Der Max Frisch-Preis wird alle vier Jahre verliehen und von der Stadt Zürich finanziert. Lüscher und Maci sollen ihren Preis am 19. Juni im Schauspielhaus entgegennehmen. (aeg/sda)

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