Schweiz
Luftfahrt

Älterer Mann belästigt Sitznachbar auf Swiss-Flug sexuell

ARCHIV - SWISS-PILOTEN LEHNEN AUFGEBESSERTES GAV-ANGEBOT AB. ES DROHNT NUN EIN STREIK - Eine Boeing 777-300 von Swiss Airlines startet auf der Piste 16 am Flughafen Zuerich, am Dienstag, den 14. Novem ...
Eine Swiss-Maschine am Flughafen in Kloten.Bild: keystone

«Komm Junge» – älterer Mann belästigt Sitznachbar auf Swiss-Flug sexuell

Ein Passagier wurde an Bord einer Swiss-Maschine nach Zürich gegenüber seinem Sitznachbarn zudringlich. Er soll ihn geküsst und ihm einen Blowjob angeboten haben. Das Bundesstrafgericht verurteilte ihn zu einer Busse.
06.08.2024, 12:4006.08.2024, 12:41

Sitznachbarinnen und -nachbarn im Flugzeug können stinken, laut kauen oder zu viel Platz einnehmen. Was ein Passagier auf einem Swiss-Flug nach Zürich erlebte, hatte die Grenze des Erträglichen aber längst überschritten. Sexuell belästigt und tätlich angegriffen haben soll ein älterer Mann seinen Sitznachbarn auf dem Flug vom 24. auf den 25. April 2023, wie der «Tages-Anzeiger» gestützt auf ein neues Urteil des Bundesstrafgerichts in Bellinzona schreibt.

Zunächst schob der Herr während des Flugs seinen Ellbogen immer weiter über die Armstütze zum «jungen, attraktiven» Sitznachbarn, wie er ihn gegenüber der Bundesanwaltschaft beschrieb. Darauf habe der Geschädigte den Mann angesprochen. Der nicht geständige Beschuldigte behauptete, dass sie sich über das Zürcher Nachtleben und Drogen unterhalten und dabei Gemeinsamkeiten gefunden hätten.

«Komm Junge, du hast es noch nie probiert»

Nach Aussagen des Geschädigten soll der ältere Mann ihm plötzlich erzählt haben, dass er schwul sei und eine und besondere sexuelle Vorlieben habe. Als der jüngere Mann die Kopfhörer aufsetzte und den aufdringlichen Sitznachbarn ignorieren wollte, machte dieser weiter und berührte ihn mit den Beinen. Auch dessen Klarstellung, dass er nicht schwul sei und mit den Berührungen aufhören solle, nützte nichts. Stattdessen soll der ältere Mann ihn am linken Arm gestreichelt und gesagt haben: «Komm Junge, du hast es doch noch nie probiert.»

In der Folge soll er ihn erfolglos gefragt haben, ob er ihm «eins blasen» solle und seine Füsse lecken dürfe. Als dieser zudem seinen Arm küsste und trotz Aufforderung nicht von ihm abliess, bat der Geschädigte das Kabinenpersonal um einen anderen Sitzplatz.

Schlag mit Wasserflasche

Seine Ruhe hatte der Passagier damit aber immer noch nicht. Der vorherige Sitznachbar soll im Flugzeug nach ihm gesucht und sich erneut über ihn gebeugt haben. Der Geschädigte stiess ihn weg, als er ihn am Arm packte, worauf der Mann zu Boden fiel. Wieder aufgestanden, soll der aufdringliche Passagier dem geflüchteten Sitznachbarn eine volle Wasserflasche aus Plastik gezielt auf die linke Gesichtshälfte geschlagen haben.

Kurz nach der Landung rückte die Kantonspolizei Zürich zum Flughafen Zürich aus. Bei der Einvernahme nach der Landung stritt der Beschuldigte laut der Zeitung zunächst alle Vorwürfe ab. Er begründete die «versehentlichen Berührungen» mit den engen Sitze in der Economy Class und gab an, betrunken gewesen zu sein und «eventuell ein Blackout» gehabt zu haben.

Schlussendlich verurteilte das Bundesstrafgericht den nicht vorbestraften Mann wegen sexueller Belästigung und Tätlichkeiten zu einer Busse von 900 Franken und 2177 Franken Verfahrenskosten. Der Beschuldigte meldete Berufung an.

(bza/zueritoday.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Skurrilitäten siehst du nur am Flughafen
1 / 49
Diese Skurrilitäten siehst du nur am Flughafen
Es ist ja schlau, seinen Koffer zu personalisieren, aber ob das die ganze Familie so sieht?
quelle: twitter
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Virales Video zeigt, wie wir heimlich alle am liebsten auf unser Gepäck warten würden
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Interview mit neuem Uni Zürich-Rektor
«Ja, die Uni hat Fehler gemacht und der nächste Patzer wird folgen»
Mit zwei Problemen haderte die Universität Zürich in den vergangenen Monaten: Dem Fall Mörgeli und dem umstrittenen UBS-Sponsoring. Der neue Rektor Michael Hengartner nimmt Stellung.
Der neue Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, räumt in den Fällen Mörgeli und UBS-Sponsoring Fehler ein. Einen Vertrag wie jenen mit der UBS werde die Uni künftig sofort veröffentlichen, sagte Hengartner in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Und die Entlassung der Titularprofessorin Iris Ritzmann «sei nicht gut gelaufen». Bei einer Universität dieser Grösse werde es aber immer Fehler geben, sagte er. «Ich garantiere Ihnen: Der nächste Patzer wird kommen.» Wichtig sei aber, dass Politik und Öffentlichkeit wüssten, dass die Uni Fehler aufgreife und alles tue, damit sie kein zweites Mal passierten. Die Uni wolle sich verbessern. Die Politik werde nicht mehr lange Geduld haben. Durch die Geheimhaltung des Sponsoring-Vertrages mit der UBS habe sich die Uni einen Bärendienst erwiesen, sagte der 47-Jährige weiter. Es sei klar, dass man solche Verträge künftig sofort veröffentlichen werde. «Sollte ein Geldgeber von uns verlangen, dass der Vertrag nicht öffentlich gemacht wird, werden wir das Geld nicht annehmen.»
Zur Story