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Der Hauptsitz der A. Vogel AG im Thurgau.
Der Hauptsitz der A. Vogel AG im Thurgau.
Bild: a. vogel ag

Corona-Heilmittel oder zu früh gefreut? Labor Spiez relativiert eigene Echinaforce-Studie

Das Labor Spiez hat in einer Studie dem Naturheilmittel Echinaforce eine Wirkung gegen Coronaviren bescheinigt. Nun relativiert das Labor die Ergebnisse jedoch selbst.
14.09.2020, 15:3415.09.2020, 07:40

«Naturheilmittel wirkt gegen Corona!» titelte der «Blick» am Montag in gewohnt grossen Lettern. Das auf Pflanzen basierte Echinaforce soll Coronaviren abtöten, in der Petrischale sei es «ein wahrer Coronakiller!». Dies hätte eine Studie des Labors Spiez gezeigt. Der Bericht hat einen Ansturm auf Apotheken und Drogerien in der Schweiz ausgelöst.

Ganz so einfach ist es leider nicht. Die Studie aus Spiez macht zwar Mut, vieles ist aber noch unklar.

Was sagt die Studie wirklich aus?

Letzten Mittwoch publizierte das Fachjournal «Virology Journal» eine Studie des Labors Spiez, wonach das pflanzliche Heilmittel Echinaforce Coronaviren abtötet.

Bisher wurde dies allerdings in-vitro, also in Petrischalen, festgestellt. Die Wirksamkeit in-vivo, also beim Menschen, ist noch nicht geklärt und muss erst untersucht werden. Die in Zellkulturen vorherrschenden Bedingungen können nicht mit jenen in einem Organismus verglichen werden. Dies bestätigt das Labor Spiez auch nochmals auf Twitter und relativiert seine eigene Studie gleich selbst.

Es kommt des Öfteren vor, dass Substanzen in der Zellkultur eine Wirkung zeigen, bei Versuchen an Menschen jedoch wirkungslos bleiben.

Weiter ist nicht klar, ob der in Echinaforce enthaltene Wirkstoff aus der Echinacea-Pflanze überhaupt für die Wirkung in der Studie verantwortlich ist. Es könnte auch der als Extraktionsmittel verwendete Alkohol gewesen sein.

Zwar verteidigt sich das Labor Spiez auf Twitter: «Wir haben das Lösungsmittel natürlich in der geeigneten Verdünnung als Kontrolle getestet.» In der Studie wird dies allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Hersteller finanziert Studie

Die Studie über das Naturheilprodukt der Firma A. Vogel AG wurde teilweise vom Hersteller selbst finanziert. Auch waren zwei Mitarbeiter der Firma an der Studie beteiligt.

Diese Interessenskonflikte weist das Labor Spiez jedoch ausdrücklich in der Studie aus.

(dfr)

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