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Brand in Kerzers: Postauto Setra S 415NF hat nur zwei Türen

HANDOUT - Fire investigators examine the charred shell of a postal bus pictured after catching fire in Kerzers, Switzerland, Tuesday, March 10, 2026. According to the Fribourg cantonal police, several ...
Völlig ausgebrannt: In diesem Bus sind am 10. März 2026 sechs Menschen gestorben. Ein Problem könnten die Türen gewesen sein.Bild: keystone

Das Problem mit den Bus-Türen: «Im hinteren Teil hast du keine Chance»

Das Postauto, in dem in Kerzers sechs Menschen gestorben sind, hatte nur zwei Türen. Was auf Überlandstrecken für Komfort und Sicherheit sorgt, könnte den Passagieren jetzt zum Verhängnis geworden sein.
11.03.2026, 17:0711.03.2026, 18:04

Beim Postauto, das am Freitagnachmittag in Kerzers im Kanton Fribourg in Vollbrand geraten ist, handelt es sich um einen Bus der Marke Setra des Modells S 415NF. Das bestätigt Postauto-Mediensprecher Benjamin Küchler gegenüber watson.

Was Küchler auch bestätigt: Das betreffende Modell, in dem sechs Menschen den Tod fanden, hatte zwei Türen. Eine vorne beim Führerhäuschen. Und eine in der Mitte. Den Setra S 415NF gibt es auch in der Variante mit drei Türen. In dem Fall gibt es eine zusätzliche Türe am Ende des Busses.

Setra S 415 NF: In der ganzen Schweiz fahren nur noch vier Busse dieses Typs.
Setra S 415 NF: In der ganzen Schweiz fahren nur noch vier Busse dieses Typs.Bild: Instagram/marc_photographe

«Ob ein Bus mit zwei oder drei Türen ausgestattet ist, kommt immer aufs Einsatzgebiet an», sagt Fred Krummenacher gegenüber watson. Er ist Gründer des Vereins «Tütato Classico», der ein altes Saurer-Postauto hegt und pflegt.

Dreitürige Busse kommen vor allem bei Stadtbussen zum Einsatz, erklärt Krummenacher: «Dort geht es darum, einen möglichst schnellen Fahrgastwechsel zu ermöglichen.»

So sieht der Setra S 415 NF mit drei Türen aus.
So sieht der Setra S 415 NF mit drei Türen aus.Bild: Daimler Trucks

Überlandbusse haben hingegen oft nur zwei Türen. «Bei ihnen ist es wichtiger, möglichst viele Sitzplätze zu haben.» Denn auf Überlandstrecken sind die Passagiere länger und der Bus mit höherer Geschwindigkeit unterwegs. «Mehr Sitzplätze bieten da mehr Komfort und mehr Sicherheit», erklärt Krummenacher.

Dementsprechend definiert Setra selbst ihre Überlandbusse so: Fahrzeuge zur Beförderung von hauptsächlich sitzenden Fahrgästen. Den S 415 NF vermarktet Setra aber als Stadtbus – egal ob in der Ausführung mit zwei oder drei Türen.

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Philippe Allain, Kommandant der Fribourger Kantonspolizei, kommunizierte an der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag, noch sehr zurückhaltend.Bild: keystone

An der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag machten die Ermittler keine Angaben dazu, wo im Bus der 60-jährige Schweizer sass, der sich in Brand gesetzt hatte. Videoaufnahmen deuten aber darauf hin, dass sich das Feuer aus der Mitte des Postautos ausbreitete.

Sollte der Mann sich wirklich in der Mitte des Busses angezündet haben, wären die Fluchtwege der Fahrgäste im hinteren Teil des Busses abgeschnitten gewesen – eben weil es im Heckteil keine Türen gibt. «Sie haben keine Chance gehabt», sagt Krummenacher.

Besonders sicherer Premium-Bus

Der ausgebrannte Setra-Bus war seit Mai 2011 im Einsatz für Postauto. Schweizweit waren bis gestern nur noch fünf Busse dieses Typs im Einsatz. Darunter seien sowohl solche mit drei als auch zwei Türen.

Die letzte MFK-Kontrolle, bei der auch Sicherheitsvorkehrungen und Brandschutz kontrolliert wurden, fand am 1. Mai 2025 statt. Es deutet nichts darauf hin, dass es Sicherheitsmängel am Bus gegeben hat.

People lay flowers at the site where a postal bus caught fire in the center of Kerzers, Switzerland, Wednesday, March 11, 2026. According to the Fribourg cantonal police, six people died and five othe ...
Die Anteilnahme in Kerzers ist am Mittwochnachmittag riesig.Bild: keystone

Das bestätigt auch Johannes Hübner, Sicherheitsbeauftragter des Internationalen Bus Touristikverbands. Setra-Busse würden seit jeher als besonders sichere Busse gelten, und das betreffende Modell im Besonderen: «Dieser Bustyp ist ein besonders sicheres Fahrzeug, das überwiegend mit brandhemmenden Materialien ausgestattet ist», sagt Hübner.

So seien die Busse mit Türen, die sich auch manuell öffnen lassen ausgestattet. An den Scheiben gebe es gut erreichbare Nothämmer. Die Setra-Busse besitzen Dachluken. Dazu kämen Feuerlöscher und Löschsysteme im Motorraum. Letzteres sei fakultativ, sagt Hübner.

Hübner sagt: «Die Erfahrungen zeigen, dass bei der Mehrheit der Brände von Bussen eine Evakuierungszeit von mindestens zwei Minuten gegeben ist.»

Im vorliegenden Fall, wo ein Brandbeschleuniger, vermutlich Benzin, zu schlagartiger Hitze und Feuer geführt hat, habe diese Zeit aber nicht genutzt werden können. «Art und Ausführung des Fahrzeugs haben mit der Brandentwicklung nichts zu tun», hält Hübner fest.

Setra gehört zum deutschen Unternehmen Daimler Trucks, das auch die Mercedes-Busse herstellt. Daimler vermarktet seine Setra-Busse im Premiumsegment. Der Setra S415NF wurde von europäischen Fachzeitschriften zum Bus des Jahres 2019 gewählt.

Augenzeugen des Postautobrands in Kerzers berichten

Video: watson/yann lengacher, kilian marti, hanna dedial
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Postauto-Brand in Kerzers FR
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Postauto-Brand in Kerzers FR

Am Mittwochmittag informierten die Behörden über den Postauto-Brand in Kerzers FR.

quelle: keystone / cyril zingaro
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Augenzeugin Alessia Kerzers
Video: watson
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