Mann will SBB-Kondukteur mit 20 Franken bestechen – das ist seine Strafe
Der 61-jährige Mann aus Zürich war auf dem Weg von Schlieren nach Glattbrugg, als er von einem SBB-Kondukteur kontrolliert wurde. Dieser stellte dabei fest, dass die Anschlusszone beim Billett fehlte. Der Passagier widersprach und sagte, er habe alle notwendigen Zonen gelöst.
Als der Kontrolleur auf seiner Sicht beharrte und die persönlichen Daten aufnehmen wollte, griff dieser laut Strafbefehl, der blue News vorliegt, zum Portemonnaie und bot dem Kondukteur 20 Franken an. «Komm, beruhige dich und vergiss das Formular. Hol dir einen Kaffee», soll er gemäss Strafbefehl gesagt haben.
«Huere Mafia-Verein»
Der Zugbegleiter habe die Banknote abgelehnt und geantwortet, dass Bestechung eine Straftat sei, heisst es weiter. Daraufhin habe der Passagier begonnen, auf Italienisch zu fluchen. Er sei an der Hardbrücke ausgestiegen und habe dem Kontrolleur sowie seinen Kollegen «huere Mafia-Verein» nachgerufen.
Die Bundesanwaltschaft hielt laut «blue News» fest, dass es sich um eine Bestechung handelte. Der Zürcher erhielt einen rechtskräftigen Strafbefehl über 30 Tagessätze zu 120 Franken, also insgesamt 3600 Franken, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Hinzu kommen 500 Franken Verfahrenskosten, die in jedem Fall fällig werden.
In der Schweiz wird laut Polizei nur selten bestochen, schreibt «blue News». In den vergangenen Jahren seien nur ein Dutzend Personen pro Jahr wegen Bestechung polizeilich erfasst. (hkl)
