Schweiz
Ostschweiz

Bodensee-Fähre treibt im stürmischen See – seekranke Passagiere bekamen einen Schnaps

Die Bodensee-Fähre «Euregia».
Die Bodensee-Fähre «Euregia».Bild: Handout

Bodensee-Fähre treibt im stürmischen See – seekranke Passagiere bekamen einen Schnaps

01.04.2015, 16:4701.04.2015, 16:57

Sturm «Niklas» hat am Dienstag den Fährbetrieb auf dem Bodensee lahmgelegt. Bevor der Schifffahrtsbetrieb ganz eingestellt wurde, kämpfte die Fähre «Euregia» wegen eines Motorschadens fast drei Stunden lang mit hohen Wellen. Viele Passagiere wurden seekrank.

Etwa in der Mitte des 13 Kilometer breiten Bodensees zwischen Friedrichshafen und Romanshorn sei eine der beiden Antriebswellen des Schiffs ausgefallen. «Die Mannschaft hat uns erklärt, das Schiff sei nicht mehr richtig manövrierfähig. Deshalb müsse der Kapitän mit dem Wind fahren», erzählt eine Passagierin, die mit dem Kurs um 12.41 Uhr von Friedrichshafen nach Romanshorn fuhr. 

«Die Mannschaft hat uns erklärt, das Schiff sei nicht mehr richtig manövrierfähig. Deshalb müsse der Kapitän mit dem Wind fahren.»

Die Wellen hätten das Schiff hin und her geworfen. Das Geschirr sei zu Boden gefallen und zerbrochen, das Personal habe die Kaffeemaschine und den Computer gerade noch festhalten können, erzählt die Frau. Nach der zweistündigen Fahrt kreuz und quer über den See seien alle froh gewesen, als Romanshorn in Sicht kam.

Doch statt in den sicheren Hafen zu fahren, trieb das Schiff eine weitere Stunde auf dem stürmischen See. Wegen einer technischen Panne an einem Elektromotor konnte das Schiff nicht in den Hafen einfahren. «Das hätte wegen des Sturms gefährlich werden können», sagte Erich Hefti, Leiter Nautic und Werft der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS), auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. 

«Für jene, denen übel war, gab es einen Schnaps.»

Gefahr habe für die Passagiere nicht bestanden. Der Zwischenfall hatte unangenehme Konsequenzen. «Vielen Leuten wurde schlecht, ein älterer Mann musste sich übergeben», erzählt die Passagierin. Als Entschuldigung habe jeder Passagier im Restaurant ein Getränk erhalten, sagte Hefti. «Für jene, denen übel war, gab es einen Schnaps», erzählt die Passagierin weiter.

«Das hätte wegen des Sturms gefährlich werden können.»
Schifffahrt

Obwohl «Niklas» bereits am Vormittag wütete, entschied der Kapitän der «Euregia», über den Bodensee zu fahren. Das liege in seinem Ermessen, sagte Hefti. Als das Schiff nach 15 Uhr sicher im Hafen von Romanshorn angelegt hatte, wurde der Fährbetrieb zwischen Romanshorn und Friedrichshafen wegen des Sturms eingestellt.

Passagiere mussten auf die Fähre Konstanz-Meersburg ausweichen. Doch auch diese Fährverbindung wurde später eingestellt. Reisewilligen blieb nur der Weg rund um den See, was per Zug im besten Fall knapp zwei Stunden dauert und viermaliges Umsteigen erfordert. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Prämienrechner zeigt, wie viel du für deine Krankenkasse 2027 zahlen musst
Alle Jahre wieder: Die Krankenkassenprämien steigen. Im Jahr 2027 werden die Prämien im Durchschnitt 5,0 Prozent teurer. Seit der Einführung des Krankenkassenobligatoriums vor 30 Jahren haben sich die Prämien mehr als verdreifacht. Finde mit unserem Rechner heraus, ob du bei der Krankenkasse noch sparen kannst.
Am 1. Januar 1996 trat das Krankenversicherungsgesetz in Kraft. Es schreibt vor, dass alle in der Schweiz wohnhaften Personen eine Grundversicherung bei einer Krankenkasse abschliessen müssen. Während das Obligatorium gesetzlich vom Staat vorgeschrieben wird, sind Krankenkassen in der Schweiz private Unternehmen.
Zur Story