4 tödliche Gleitschirmunfälle innerhalb von 3 Tagen in der Schweiz
Beim Unfall in Bourg-St-Pierre VS starb am Donnerstagnachmittag gemäss einer Mitteilung der Kantonspolizei Wallis ein 53-Jähriger. Der Mann stürzte demnach im Valsorey-Tal ab. Zeugen hatten sofort die Rettungskräfte alarmiert. Die Kantonale Walliser Rettungsorganisation rückte aus, konnte jedoch nur noch den Tod des Schweizers feststellen.
Ebenfalls am Donnerstagnachmittag verstarb bei Laax ein Gleitschirmpilot. Gemäss bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Graubünden flog der 24-Jährige im Oberwallis ostwärts in Richtung Graubünden. In einem steilen Südhang stürzte der Pilot gemäss einer Polizeimitteilung vom Freitag beim Crap Ner ab.
Die Bundesanwaltschaft hat bei beiden Vorfällen eine Untersuchung eingeleitet.
Es handelt sich bereits um den dritten und vierten tödlichen Gleitschirmunfall innerhalb von drei Tagen. Am Mittwochmittag war bei einem Absturz in Rufi SG eine 23-Jährige ums Leben gekommen. Und am Dienstagnachmittag hatte ein 35-Jähriger aus noch ungeklärten Gründen bei Naters VS die Kontrolle über seinen Gleitschirm verloren. Er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.
Bereits in den ersten Juliwochen haben sich die Vorfälle und Unfälle gehäuft. Der Schweizerische Hängegleiter-Verband schrieb vor rund zwei Wochen in einer Mitteilung, dass es in der Datenbank für Vorfälle deutlich mehr Meldungen gegeben habe.
Der Kommunikationsleiter des Verbandes, Oliver Kuhn, erklärte dazu gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Da im Frühling und Sommer mehr Pilotinnen und Piloten in der Luft sind, tendenziell auch während längerer Flüge, ist auch die absolute Zahl der Unfälle in dieser Zeit höher.»
Schwierige Flugbedingungen
Der Verband schrieb in der Mitteilung vom 17. Juli aber auch, dass die anhaltende Hitzeperiode und die Trockenheit «einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Flugbedingungen» habe - insbesondere in Bodennähe. Es habe vermehrt Berichte von starken Ablösungen, Turbulenzen und plötzlichen bodennahen Windwechseln mit Böen gegeben.
Dazu sagte Kuhn: «Während Hitzewellen begleitet von Dürre und trockenen Böden können thermische Aktivitäten verstärkt auftreten. Zusätzliche Wärme bedeutet zusätzliche Energie, die sich in der Atmosphäre befindet.» Dadurch seien auch Luftbewegungen und Turbulenzen ausgeprägter. Diese können lokal sehr unterschiedlich auftreten. Zu den konkreten Unfällen könne er aber nichts sagen, da der Verband nicht involviert sei und keinen Zugriff auf die Dokumente der Untersuchungsbehörden habe.
Der Verband bilanzierte in der Mitteilung von vor zwei Wochen: «Während der Trocken- und Hitzeperioden ist besondere Vorsicht und eine gute Beobachtung der Umgebung wichtig. Für Piloten mit wenig Erfahrung empfiehlt sich im Zweifelsfalle, ganz auf Flüge zu verzichten». (sda)
