Raus aus der Stadt – das sind die attraktivsten Agglo-Gemeinden für Familien
Wohnungen in Zürich sind knapp und teuer, viele Familien weichen deshalb in die Agglomeration aus. Wo sich das am meisten lohnen würde, hat das Beratungsunternehmen Wüest Partner für die NZZ ausgewertet. Verglichen wurden 116 Gemeinden mit mindestens 10'000 Einwohnern.
Die Rechnung geht von einer vierköpfigen Familie aus: Die Eltern verdienen zusammen 180'000 Franken brutto und mieten eine 130-Quadratmeter-Wohnung. Ihre Kosten für Miete und Steuern wurden ins Verhältnis zu Arbeitsplätzen, Erreichbarkeit und Infrastruktur gesetzt.
Zuoberst landet im Ranking der besten Stadt-Alternativen landet Wettingen AG – vor Urdorf, Dietikon, Spreitenbach, Wallisellen und Kloten. In den Top 10 stehen nur Zürcher und Aargauer Gemeinden. In Wettingen kostet die Wohnung 2740 Franken im Monat, für Miete und Steuern zahlt die Familie rund 53'600 Franken im Jahr. In Cham oder Baar ist die Miete mit über 4000 Franken deutlich höher, dafür liegen die Steuern im Kanton Zug unter 10'000 Franken.
Am wenigsten zahlt die Familie in Widnau SG, Neuhausen am Rheinfall und Wittenbach SG: jeweils rund 47'000 Franken im Jahr. Am teuersten ist es am Genfersee: In Lutry VD sind es fast 75'000 Franken.
Der Druck auf die Agglo wächst
Günstig heisst allerdings nicht automatisch gut platziert. Widnau landet nur auf Rang 81, Neuhausen auf Rang 101. Der Grund ist das Arbeitsplatzangebot, das ins Ranking einfliesst: Für Widnau weist die Auswertung rund 75'000 erreichbare Arbeitsplätze aus, für Wettingen über 800'000. Ganz am Schluss stehen deshalb Davos und Val de Bagnes VS mit nur rund 13'000 respektive 7000 Arbeitsplätzen.
Der Druck auf die Agglo ist gross: Von 2021 bis 2025 verlor die Stadt Zürich gemäss der NZZ netto rund 21'500 Einwohner an andere Schweizer Gemeinden, so viele wie noch nie. In Gemeinden, die direkt an Zürich grenzen, sind die Mieten deshalb massiv gestiegen. Und die Stadt Zürich wächst nur noch durch die Zuwanderung aus dem Ausland.
Währenddessen wächst Wettingen rasant und dürfte bis 2035 von 22'000 auf 27'000 Einwohner zulegen. Gemeindeammann Markus Haas spricht gegenüber der NZZ von einer «Herkulesaufgabe», vor allem beim Schulraum. Ausserdem sei es wichtig, dass auch in der eigenen Gemeinde Arbeitsplätze entstehen. (pre)
