Ansturm auf Zürichsee-Apartments – nun entscheidet das Los
Rüschlikon ist attraktiv, denn die Gemeinde gehört zu den steuergünstigsten der Schweiz. Das Finden einer Wohnung gestaltet sich hier deshalb schwierig. Gerade mal 31 freie Wohnungen gibt es aktuell auf dem Markt. Und diese sind grösstenteils vergleichsweise teuer.
Nun sorgt das Projekt «Bahnhof Süd» für Diskussionen: Auf dem ehemaligen SBB-Areal auf der Seite des Zürichsees entstehen sechs Gebäude mit 34 Wohnungen. 18 der Wohnungen gehören zum Portfolio der gemeindeeigenen Stiftung Wohnungsbau, sechs zu der Gemeinde und zehn zu der Post Immobilien AG. Vermietet werden die Wohnungen ab 2027, schreibt der Tagesanzeiger.
30 Prozent unter Marktmiete
Laut der Mitteilung der Gemeinde ist nun die Vergabe der Wohnungen gestartet. Die Stiftungs- und Gemeindewohnungen mit 1,5 bis 5,5 Zimmern könnten bis zu 30 Prozent unter der örtlichen Marktmiete liegen. Wie die Konditionen der Post aussehen, wird momentan «in enger Absprache mit der Stiftung» erarbeitet.
Simon Egli, Präsident der Stiftung Wohnungsbau und Gemeinderat (FDP), erklärt der Zeitung zu den Mietzinsen, dass diese nicht automatisch günstig seien. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung werde regulär 4500 Franken pro Monat kosten. Wenn die neuen Mieterinnen und Mieter jedoch beweisen können, dass der Netto-Mietzins mehr als 35 Prozent des Bruttoeinkommens betrage, könne eine Mietzinsreduktion beantragt werden.
Obwohl noch keine Besichtigungen möglich waren oder Werbung geschaltet wurde, gab es einen enormen Ansturm. 1400 Interessierte haben sich in die Liste auf der Website der Stiftung Wohnungsbau eingetragen.
Die Verwaltung der Stiftung hat in einer ersten Auswahlrunde alle kontaktiert. 750 waren weiterhin interessiert. 270 kamen für die Stiftung in Frage. Kriterien sind beispielsweise eine mindestens fünfjährige Wohnsitzdauer in Rüschlikon, unabhängig davon, ob diese aktuell besteht oder in der Vergangenheit lag, oder ein dringender Bedarf, beispielsweise aufgrund einer Wohnungskündigung.
Entscheidung per Los
In der dritten Runde entschied das Los: Unter notarieller Aufsicht sei von den 270 Personen die Hälfte gezogen worden. Die Glücklichen erhalten die Vermietungsunterlagen und dürfen an die Wohnungsbesichtigung.
Da es auch nach der Besichtigung vermutlich noch mehr Interessierte als Wohnungen geben wird, entscheidet auch in der letzten Runde wieder das Los unter notarieller Aufsicht.
Coop-Filiale zieht ein
Für die Öffentlichkeit gibt es einen Tag der offenen Tür. Vergeben werden die ersten Wohnungsschlüssel Mitte Dezember. Neben den Mietwohnungen gibt es in den Gebäuden auch drei Atelierwohnungen, Büros sowie ein Einkaufsgeschäft und ein Café. Bekannt ist bereits, dass das Geschäft ein Coop sein wird. Die bisherige Filiale auf Seite des Berges wird dann dafür schliessen.
(kek)
