DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Pierre, verlass die FDP» – Partei-Vize attackiert Maudet heftig

11.11.2019, 16:2411.11.2019, 18:07

Selten hört man in der Schweizer Politlandschaft einen derart deutlichen Angriff auf einen Parteikollegen. In der heutigen Morgenshow «La Matinale» des RTS packte der Vizepräsident der FDP Schweiz, Christian Lüscher, den verbalen Hammer gegen den Genfer Staatsrat Pierre Maudet aus:

«Pierre, wenn du die FDP liebst, dann verlasse bitte diese Partei.»

FDP-Nationalrat Lüscher nimmt damit Bezug auf die Affäre rund um eine Luxusreise nach Abu Dhabi, und wer diese bezahlt hat. Die Affäre führte zu einer schweren Regierungskrise in Genf.

Eine Neuverteilung der Departemente war die Folge: Der Freisinnige musste sowohl die gesamte Sicherheitspolitik als auch das Regierungspräsidium abgeben. Nur der Wirtschaftsförderung steht Maudet noch vor.

Dass Maudet trotz lauter Kritik nicht zurücktrat, stiess offenbar einigen in der FDP sauer auf – vor allem Christian Lüscher, der Maudet für das schlechte Abschneiden der FDP in Genf verantwortlich macht.

Eine Auswahl der Zitate

«Das Problem ist, dass Pierre Maudet wegen seiner Lügen in der Bevölkerung eine enorme Enttäuschung über ihn ausgelöst hat.»
«Und ich sage Ihnen, wir wurden von Leuten physisch angegriffen, die sagten: ‹Ich habe Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen, während dieser Kerl, der ein Lügner ist, der betrogen hat, eine lebenslange Rente bekommen wird.› Wir können das nicht unterstützen.»
«Wir sind letztendlich dem Egoismus von Pierre Maudet ausgeliefert. Er weigerte sich, Verantwortung zu übernehmen, als er auf frischer Tat der Lüge überführt wurde.»
«Das Volk will nicht mehr, dass Pierre Maudet Teil der FDP ist. Und wenn wir nichts tun, werden wir bei den Gemeindewahlen im nächsten Frühling ein Massaker erleben.»

Wie's weitergeht, steht noch nicht fest. Im Sommer hatte Maudet noch bekräftigt, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2023 im Staatsrat bleiben will. (jaw)

Die Sendung in voller Länge (auf Französisch):

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern

1 / 148
Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern
quelle: partei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Suntory Time
11.11.2019 17:02registriert Juni 2017
Sackstarkes Votum von Christian Lüscher. Nur noch peinlich, was Pierre Maudet abzieht.
Grosses Kino, man muss sie einfach lieben, die Genfer.
512
Melden
Zum Kommentar
avatar
TanookiStormtrooper
11.11.2019 17:37registriert August 2015
Vielleicht liebt Pierre Maudet die FDP ja, nur liebt er Geld einfach noch ein Stückchen mehr. Damit ist er in seiner Partei aber auch nicht alleine. 🤑😉
539
Melden
Zum Kommentar
6
Lugano wird im Ukraine-Konflikt nur eine Fussnote sein
Die Wiederaufbau-Konferenz in Lugano war nicht nutzlos. Der Neuanfang für die Ukraine nach dem Krieg aber wird anderswo geregelt – mit der Schweiz in einer Nebenrolle.

Was bleibt von der Ukraine Recovery Conference in Lugano? Nicht allzu viel, wenn man ehrlich sein will. Sie war ein Signal an das geschundene Land, dass die Welt sich für den Wiederaufbau engagieren will. Sie vermittelte einige Impulse, aber handfeste Entscheide blieben aus. Dafür war der Zeitpunkt zu früh und die Gästeliste zu leichtgewichtig.

Zur Story