DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Marha und Linda M. schiessen ein letztes Selfie mit ihren Freundinnen in Kilchberg. Anfang Juni mussten sie die Schweiz verlassen.
Marha und Linda M. schiessen ein letztes Selfie mit ihren Freundinnen in Kilchberg. Anfang Juni mussten sie die Schweiz verlassen.
bild: zvg

Sie wollen eine Aufenthaltsbewilligung: 4 ausgewiesene tschetschenische Kinder stellen Gesuch 

28.08.2016, 14:02

Die vier Kinder aus Tschetschenien, die zuletzt in Kilchberg ZH Kirchenasyl erhielten und dann Anfang Juni auf Druck der Behörden nach Russland ausreisen mussten, haben beim Zürcher Migrationsamt ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung und Familiennachzug gestellt. Dies teilte das Komitee hierzuhause.ch am Sonntag mit.

Es habe sich gezeigt, dass sich die Integration in Russland sprachlich und kulturell äusserst schwierig gestalte, schreibt das Komitee, das Eltern aus Kilchberg gründeten, um sich für den Verbleib der tschetschenischen Familie und insbesondere der Kinder Anvar, Marha, Linda und Mansur einzusetzen.

In Russland lebe die Familie in ständiger Angst vor einem Zugriff durch die Behörden. Die Kinder fühlten sich fremd, könnten kein Russisch und litten an Heimweh. «Die Furcht vor dem Regime in Tschetschenien begleitet uns auf Schritt und Tritt», wird der Vater in der Mitteilung zitiert. «Wir möchten nicht, dass unsere Kinder in dieser Unsicherheit und Ungewissheit aufwachsen», sagte er weiter.

Das Gesuch sei für die Schweizer Rechtsprechung einzigartig, schreibt das Komitee. Es habe nichts mit dem Asylverfahren zu tun und falle in die Zuständigkeit der Zürcher Sicherheitsdirektion. Regierungsrat Mario Fehr (SP) habe nun allen nötigen Ermessensspielraum, «um den humanitär einzig richtigen Entscheid zu fällen und das Gesuch zu bewilligen», sagte Komitee-Mitglied Ronie Bürgin.

Die Familie hatte vor fast fünf Jahren nach langer Flucht in der Schweiz mit der Begründung um Asyl gebeten, der Vater der Familie sei in Tschetschenien gefoltert worden und in seinem Heimatland latent gefährdet. Drei der Kinder gingen in Kilchberg in die Primar- oder Sekundarschule, das jüngste kam in der Schweiz zur Welt. Das Komitee bezeichnet die Familie als herzlich und hilfsbereit. Sie sei in der Gemeinde «bestens integriert» gewesen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Liveticker

Impf-Zahlen in Frankreich und Deutschland explodieren ++ Corona-Demo in Uri abgeblasen

Artikel lesen
Link zum Artikel