Ex-SBB-Kadermitglied soll knapp 9 Millionen Franken veruntreut haben
Über 17 Jahre lang soll ein ehemaliger Abteilungsleiter bei den SBB die Firma systematisch um rund neun Millionen Franken betrogen haben. Das Geld floss über mehrere Firmen in sein Privatvermögen, womit er sich ein Luxusleben finanziert haben soll, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.
Die Veruntreuung gelang, da der Abteilungsleiter aufgrund seiner Position über umfangreiche Berechtigungen verfügte. So konnte er angeblich benötigte Ausgaben selbst erfassen und Aufträge an externe Firmen weitergeben. Die Einkaufsabteilung war dabei in keinen Schritt involviert.
Der Ex-Kadermann wurde schliesslich im November 2024 verhaftet und bei den SBB entlassen.
Mehrere Waffen und Autos erworben
Wie aus der 87-seitigen Anklageschrift hervorgeht, soll der Mann neben einem Haus im Kanton Solothurn auch ein Anwesen in Florida erworben haben. Letzteres verkaufte er einige Jahre später für 400'000 US-Dollar.
Ausserdem stellten die Ermittler 13 Fahrzeuge sicher. Diese soll der frühere Kadermann angeblich mit dem veruntreuten Geld gekauft haben. Auf der Liste stehen unter anderem zwei Porsche, ein Ford Mustang Shelby und ein seltener Lamborghini Gallardo.
Bei den Hausdurchsuchungen beschlagnahmte die Polizei laut Protokoll zudem mehrere Waffen. Insgesamt handelt es sich um 28 Waffen, darunter zwei Scharfschützengewehre und weitere Armeesturmgewehre. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, soll der Mann alle Waffen legal erworben haben.
Die Betrügereien des Ex-Abteilungsleiters reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Da eine Verjährungsfrist von 15 Jahren gilt, sind einige der Taten bereits verjährt. Laut Bundesanwaltschaft beläuft sich der klagbare Schaden deshalb noch auf rund fünf Millionen Franken.
(pem)
