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Während einer Vergewaltigung sind viele Frauen wie gelähmt – 3 Betroffene berichten

Wenn sich eine Frau bei einem sexuellen Übergriff nicht wehrt, hat sie vor Gericht kaum Chancen, Recht zu erhalten. Dabei geraten 70 Prozent in eine biologisch bedingte Schockstarre, bei der sie nicht einmal mehr schreien können.

annika bangerter / schweiz am wochenende



Es kam mir ewig vor. Als er meine Handgelenke packte und mich runterdrückte, konnte ich noch sprechen. Ich sagte ihm: Nein, ich will das nicht. Mehrfach. Wut kam in mir hoch, weil er mein Nein nicht akzeptierte. Ich wollte schreien, konnte aber nicht. Ich weiss noch, wie ich dachte: Das passiert jetzt nicht, ich will das nicht. Dann versagte die Logik. Meine Hände begannen zu kribbeln und mein Körper wurde schwach. Es fühlte sich an, als ob ich plötzlich sehr hohes Fieber hätte und nicht mal mehr die Kraft dazu hätte, eine Tasse Tee zu halten. Es war wie in einem Traum: Ich spürte und wusste, dass es mein Körper ist, an dem er sich vergeht, aber ich konnte nicht einschreiten und ihn stoppen. (Katrin*)

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In der Schockstarre sind die Muskeln kurzzeitig gelähmt, und die Wahrnehmung ist verändert. Wut und Widerstandskraft sind ausgeschaltet. bild: shutterstock

Opfer von Vergewaltigungen schildern oft Ähnliches wie Katrin, der es als 20-Jährige in der Wohnung ihres Dates passiert ist. Wenn die Täter sie an intimen Stellen anfassen oder das «Nein» ignorierten, fühlen sich die Frauen wie gelähmt. Weshalb haben sie nicht geschrien, gekratzt, gebissen oder dem Mann ihr Knie zwischen die Beine gerammt? Solche Fragen bekommen die Betroffenen im Nachhinein häufig gestellt.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass bei einer Vergewaltigung der Körper sich instinktiv wehrt. Auch Katrin wurde von einer Staatsanwältin gefragt, wieso sie nicht aufgestanden sei, als er sich kurz wegdrehte, um nach dem Gleitgel in der Kommode zu greifen. «Ich wusste keine Antwort. Alles, was ich dazu sagen konnte, war: Ich kann es mir selber nicht erklären, ich lag da und war erstarrt», sagt Katrin.

Die Reaktion ihres Körpers ist keine Seltenheit. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Frauen kann bei einer Vergewaltigung keinen Widerstand leisten. Das belegte 2017 eine Studie des Karolinska-Instituts in Schweden.

Von rund 300 vergewaltigten Frauen gaben 70 Prozent an, dass sie während des Übergriffs eine tonische Immobilität erlebt hatten. Umgangssprachlich spricht man von einer Schockstarre. Die Muskeln sind kurzzeitig gelähmt, die Wahrnehmung verändert.

Es war ein Mann, den ich mehrfach getroffen hatte, auch bei ihm zuhause. Ich hatte Gefühle für ihn. Als er sich über mein Nein hinwegsetzte, war das ein Schock. Ich realisierte: Diesen Menschen kenne ich nicht. Plötzlich schien alles möglich: Ich hatte panische Angst. Das Einzige, woran ich denken konnte, war: Ich will nicht sterben.

Wieso werden bei einem sexuellen Übergriff nicht sämtliche Widerstandskräfte mobilisiert? Maggie Schauer leitet das Kompetenzzentrum für Psychotraumatologie an der Universität Konstanz. Sie hat ein Modell entwickelt, das den Shutdown des Körpers bei einem traumatischen Erlebnis beschreibt.

Es beginnt mit der sogenannten Orientierungsreaktion. Wer stark erschrickt, friert die Bewegung kurz ein und richtet die ganze Aufmerksamkeit auf die bedrohlichen Signale. Wie ein Fuchs im Scheinwerferlicht des Autos. «Diese Reaktion lässt sich bei allen Wirbeltieren beobachten – und auch beim Menschen», sagt Schauer. Etwa, wenn ein Mann zudringlich wird. Es ist eine erste Erstarrung, die sich rasch auflöst.

Die Evolution kennt zwei Auswege aus der Situation: Flucht oder Kampf. Zu diesem Zeitpunkt kann das Wissen aus Selbstverteidigungskursen noch angewandt werden. Es ist hilfreich, wenn man bereits früher einmal geübt hat, seine Grenzen aufzuzeigen. «Die eigene Lerngeschichte spielt in diesem Moment eine grosse Rolle. Durch die Sozialisierung fällt es gerade Frauen schwer, sich zu wehren. Sie haben in der Regel stärker als Männer verinnerlicht, angepasst und nicht dominant-aggressiv zu sein», sagt Schauer.

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Maggie Schauer, Leiterin Kompetenzzentrum für Psychotraumatologie an der Universität Konstanz. bild: uzh.ch

Neben Flucht oder Kampf kennt die Biologie aber auch eine dritte Reaktion: das Einfrieren. In der Fachsprache heisst das dissoziativer Stupor. «Ist die Überwältigungssituation bereits da, schaltet der Körper in den nächsten Modus. Er erstarrt. Bei einem sexuellen Übergriff kann dies durch die Nähe des Angreifers oder dessen erste Berührungen erfolgen», sagt Schauer.

Schreien, strampeln, schlagen: Das ist dann nicht mehr möglich. Die Biologie übernimmt. Auch im Gehirn. Der Thalamus ist dort zuständig, welche Informationen ins Bewusstsein geleitet werden. Tritt die Schockstarre ein, leitet er immer weniger Empfindungen weiter. Die Folge: Die Opfer hören Geräusche nur noch aus der Ferne, nehmen die Umgebung verschwommen wahr, und eine grosse Schwere umhüllt sie. «Es ist, als ob sich der Körper sensorisch aus der Wirklichkeit verabschiedet», sagt Schauer. Das kann bis zur Ohnmacht führen.

Es geschah vor zwei Jahren. Ich war mit meinem besten Kollegen unterwegs, als ein Bekannter von ihm dazustiess. Als ich gehen wollte, sagte er, er müsse in die gleiche Richtung wie ich. Er schaue, dass ich sicher nach Hause komme. An der Bushaltestelle war der letzte Bus bereits weg. Ich blickte auf den Fahrplan, als er mich umdrehte und küsste. Als er meine Hosen runterschob, zog ich sie wieder hoch und sagte ihm, dass ich das nicht will. Er machte einfach weiter. Ab diesem Moment war ich wie betäubt und konnte nicht mehr sprechen. Es war ein Zustand wie auf Drogen. Ich war innerlich weggetreten und habe der Vergewaltigung von aussen zugeschaut. (Janine*)

Dies sei eine typische biologische Reaktion, sagt die klinische Psychologin Maggie Schauer: «Der Körper hat sekundenschnell entschieden, dass durch eine Aktion nichts mehr erreicht werden kann. Es geht nur noch ums Überleben. Das heisst: eine starke Verletzung des Gewebes, der Organe oder der Blutgefässe zu verhindern.» Auch Wut und Widerstand werden ausgeschaltet, was entsprechend als lähmend empfunden wird. Dies ist eine Schutzmassnahme, um die Aggressivität beim Angreifer nicht weiter zu steigern.

Lass dir helfen!

Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.

Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Die Kantonale Kinder- und Jugendförderung okaj zürich lancierte in Zusammenarbeit mit Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich und Gesundheitsförderung Schweiz ein Präventionsangebot zur Förderung der psychischen Gesundheit bei Jugendlichen. Mehr dazu: www.undduso.ch

Das Phänomen des Dissoziierens – dem innerlichen Wegtreten – ist seit dem Mittelalter bekannt. In den Hexenprozessen hiess es, es sei ein Geschenk des Teufels, wenn die Frauen bei den Folterungen wegdrifteten. Im Tierreich ist zudem die Erstarrung gut erforscht.

Bereits Darwin beschrieb die tonische Immobilität. Später wurde mit Elektroschocks untersucht, wie rasch Tiere in die Erstarrung fallen. «Das Wissen ist bei Verhaltensforschern und Neurobiologen vorhanden. Weniger bei Entscheidungsträgern und Juristen», sagt Schauer. Die schweizerische Rechtsprechung kennt diese Lähmung nicht.

Damit der Tatbestand einer Vergewaltigung erfüllt ist, muss der Täter rohe Gewalt ausgeübt haben, das Opfer bedroht oder unter psychischen Druck gesetzt haben. Wer sich jedoch über ein «Nein» hinwegsetzt, macht sich nicht strafbar. Dieses Gesetz wird momentan intensiv diskutiert. Zwar anerkennen die Gerichte oft, dass die sexuellen Handlungen gegen den Willen der Frauen vorgenommen wurden. Die Täter kommen dennoch davon. Das zeigt eine unveröffentlichte juristische Studie, in deren Rahmen Einstellungsverfügungen untersucht wurden. Sie liegt dieser Zeitung vor.

Mit-Autorin Agota Lavoyer unterstützt bei der Berner Opferhilfestelle Lantana Betroffene, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Bei den Strafverfolgungsbehörden sei zwar das Phänomen des körperlichen Einfrierens teilweise bekannt, sagt sie. Aber: «Es fehlt das Wissen, dass bereits das Überschreiten der sexuellen Grenze eine solche Schockstarre auslösen kann – auch wenn der Täter nicht gewalttätig ist.» Vielmehr werde davon ausgegangen, dass die Opfer Widerstand leisten und sich wehren können und sollten.

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Agota Lavoyer, Stv. Leiterin der Berner Opferhilfestelle. bild: lantana

Lavoyer kritisiert Vergewaltigungsmythen. Weit verbreitet ist etwa die Vorstellung des Täters, der nachts an einer menschenleeren Strassenecke Frauen anfällt. «Solche Taten stellen eine Minderheit dar. Die meisten Opfer kennen den Täter. Somit müssen die meisten keine Gewalt anwenden, da sie das Vertrauensverhältnis und die Überforderung des Opfers ausnutzen», sagt Lavoyer. So war es auch in einem schicken Schweizer Hotel, wo ein sexueller Übergriff bei einer Massage stattfand:

Ich fand es befremdend, als der Masseur das Badetuch von meinem Körper schob, aber ich wollte ihm keine Unprofessionalität unterstellen. Obwohl ich mich rasch nicht mehr wohl fühlte, redete ich mir zu, ich würde seine Berührungen falsch interpretieren und solle nicht übertreiben. Als ich sein Gesicht in meinem Schambereich spürte, war es zu spät. Ich fühlte mich wie hypnotisiert. Mein Körper war starr, Tausende von Gedanken rauschten durch meinen Kopf, ich bekam aber keinen davon zu fassen. Sonst habe ich eher eine grosse Klappe, sage, was ich denke. In diesem Moment brachte ich keinen Ton mehr raus. Es war, als ob mich eine Blase eingeschlossen hätte. (Natalie*)

Was bleiben für Erinnerungen, wenn die Tat nur noch durch Nebel wahrgenommen wird? «Es gibt Opfer, die sagen, dass sie sich an nichts erinnern können. Das liegt daran, dass traumatische Erfahrungen an einem anderen Ort im Gedächtnis gespeichert werden, als nicht-traumatische Erlebnisse», sagt Rosmarie Barwinski, Leiterin des Schweizer Instituts für Psychotraumatologie.

Die Erinnerungen können reaktiviert werden: Ein Geruch wie ein Rasierwasser oder ein Geräusch reicht, um erneut in den traumatischen Zustand katapultiert zu werden. «Das Einfrieren ist eine Überlebensstrategie, die sich später verselbstständigt und einem das Leben schwermachen kann», sagt Barwinski.

Mit therapeutischer Hilfe lässt sich jedoch oft die Kontrolle über die Erinnerung und somit auch über die Flashbacks zurückgewinnen. Ist das Trauma nicht aufgearbeitet, kann es zu Verhaltensstörungen kommen. Schwer traumatisierte Vergewaltigungsopfer, die oft in den Erstarrungsmodus rutschen, beginnen, sich mitunter zu ritzen.

Dieses Verhalten trifft Maggie Schauer wiederholt an: «Die Patientinnen fügen sich selber Verletzungen zu, um so den Shutdown einzuleiten und aus der massiven Angst rauszukommen. Je mehr traumatische Erlebnisse, umso eher treten dissoziative Reaktionen ein.»

Auch Janine kämpft nach ihrer Vergewaltigung mit Erstarrungsmomenten: «Das passiert in unterschiedlichen Situationen: Wenn mich im Zug aus Versehen jemand berührt – oder beim Sex.» Die Strafverfahren von Katrin und Janine wurden eingestellt.

Dies, weil wie vom Gesetz verlangt, keine rohe Gewalt, Bedrohung oder psychischer Druck vorlag. Somit lag kein Strafbestand vor. Das Verfahren von Nathalie läuft noch.

*alle Namen geändert

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64
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    Alle Leser-Kommentare
  • caro90 03.03.2020 18:39
    Highlight Highlight Leider gibt es auch ganz viele Frauen, die Männer aus irgend einer Laune heraus wegen Vergewaltigung anzeigen. Ich habe bei einer Staatsanwaltschaft gearbeitet und mir sind leider fast mehr Fälle untergekommen, in denen die Frau schliesslich gestand, dass die Anzeige ein Racheakt war, als Fälle, bei denen dies ausblieb. Und da ist einfach jede Frau ein Scheissstück, die sowas macht. Sie zerstört den Mann und die Glaubwürdigkeit echter Opfer.
  • caro90 03.03.2020 18:32
    Highlight Highlight Dieser "Reflex" ist gefährlich. Ich habe folgende Situation erlebt: Wir waren unter langjährigen Freunden unterwegs und es ist viel Alkohol geflossen. Da kein Zug mehr gefahren ist, bin ich mit einem der Freunde mit zu ihm heim. Wir hatten es lustig, weiter getrunken und Film geguckt. Als wir ins Bett sind, hat er mich plötzlich angefasst. In diesem Moment bin ich in diese Starre gefallen (ich war als Kind auch Missbrauchsopfer). Ich glaube, er hat das in keiner Sekunde realisiert. Erst als er in mich eingedrungen ist, konnte ich ihm eine schmieren - er hat sofort aufgehört und war aufgelöst.
  • Michele80 03.03.2020 00:16
    Highlight Highlight Meine Lieblingserklärung...
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  • De-Saint-Ex 02.03.2020 20:12
    Highlight Highlight Genau davon „leben“ ja Vergewaltiger. Wenn unsere Justiz nicht ENDLICH mal bestimmter dagegen antritt, werden wir BürgerInnen wohl nicht drum rum kommen, ein öffentlich zugängliches Sexualstraftäterregister analog USA einzufordern ... mit all seinen negativen Begleiterscheinungen.
  • Lolita 02.03.2020 16:01
    Highlight Highlight Wir brauchen endlich ein neues Sexualstrafrecht. Heute gilt nicht mal ein nein auf Video als Vergewaltigung.
    Nur ein Ja ist Ja darf als Einverständnis zu Sex gelten.

    Denn wie oft wird ein Schweigen uminterpretiert oder ein nein ignoriert?
    Wer getraut sich angesichts geballter Kraft und Agressionen und direkter oder indirekter Nötigung nein zu sagen. Vor allem bei einem Abhängigkeitverhälntis, vor allem, wenn es um eine Minderjährige handelt? Wer so verängstigt ist, sagt aber auch nicht einfach so ja. Auch wenn auch dass natürlich mit genug Nötigung und Angst kommen kann.
  • Klaus & Klaus 02.03.2020 15:22
    Highlight Highlight Für mich als Mann absolut schleierhaft, wie man sowas einem anderen Menschen bzw. einer Frau antun kann?!?! Das schöne am Sex ist doch gerade, wenn BEIDE uuu huere spitz aufeinander sind! Aber so??? Das ist absolut widerlich und niederträchtig!! Die Gesetzgebung gehört angepasst, damit Opfer (können auch Männer sein) bessere Chancen vor Gericht haben!!
  • Name_nicht_relevant 02.03.2020 14:17
    Highlight Highlight Eigentlich ist es schlimm das man so reagiert, vorallem für das Opfer. Desto Jünger/Schlimmer desto prägender. Auch wenn man keine 1Hilfe leisten kann u. in Schockstarre kommt ist es prägend. Man hat deswegen reagiert u. zumindest verlangt man die Notrufnummer zu wählen damit man nicht wegen unterlassener Hilfeleistung drann kommt, es ist Zeit dass wenn jemand nicht klar Ja sagt, egal ob Mann/Frau bestraft wird. Ausserdem sollte Bewiesen werden können das dies vorher gewollt war, ebenfalls sollten Drogen und Alkohol, Medikamende und Zustand der Psyche beachtet werden, viele w. so auch Opfer.
  • Dark Circle 02.03.2020 12:20
    Highlight Highlight Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich bin nebenberuflich als Tantra Masseur tätig. Dabei hat mir ein Typ auch schon Mal an den Penis gefasst (Nein, in einer seriösen Tantra Massage ist das nicht ok). Und ich weiss noch, wie es sicher 10 Sekunden dauerte, bis ich ihm sagen konnte, er soll die Finger wegnehmen. Auch ich konnte nicht sofort reagieren weil es mich derart überrascht und schockiert hat.
  • Prometheuspur 02.03.2020 12:02
    Highlight Highlight Irreparabel. Furchtbar: Übergriffe an Frauen die dem Manne grundsätzlich körperlich unterlegen sind, noch dazu sexueller art ist dermassen widerwärtig und inakzeptabel pur. Sei dies häusliche oder anderweitig situationsbedingte Gewalt ist unerheblich und durch nichts zu rechtfertigen. Die Täter weisen wohl oft Geistesarmut, zwanghafte Psychokonflikte von paranoider Schizo bis weiss ich was für Umnachtungen auf.
    PS: (Nichtsdestotrotz ist der Nachweis einer Vergewaltigung unerlässlich, da es diesbezüglich [wenn auch wenige Ausnahmen] ebenso zu Verleumdungen gegenüber dem Mann kommt/kommen kann).
    • Garp 02.03.2020 14:47
      Highlight Highlight Nein, die Täter sind ganz normale Menschen, wie Deine Freunde, Nachbarn, der nette Kollege usw..
      Du musst Dein Täterbild revidieren.
    • Lolita 02.03.2020 16:04
      Highlight Highlight Sorry swiss Bitch.
      Egal ob es um Vergewaltigung von Mann oder Frau handelt, Täter sind fast ausschliesslich Männer.
      Wahr ist Opfer sind oft genug auch Männer (durch Männer).
    • Garp 02.03.2020 19:09
      Highlight Highlight Man kann immer falsch lesen wenn man will, Mugäli, um das zu vermeiden habe ich ja Beispiele angeführt. Sie erscheinen in der Gesellschaft als ganz normal, nett, umgänglich, Aber du willst offenbar nicht verstehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 02.03.2020 11:16
    Highlight Highlight Schockstarren sind eine normale menschliche Reaktion auf bedrohliche Situationen, wie wir sie wohl alle kennen. Wie dies im Einzelfall aussieht, und wie es sich als Frau bei einer Vergewaltigung anfühlt, weiss ich natürlich nicht. Aber ich finde, dass dieser Ansatz sowohl bei den Ermittlungen wie auch später bei einem allfälligen Gerichtsverfahren mit einbezogen werden müsste.
    Möglicherweise wird es dadurch etwas einfacher, den Beweis zu führen oder zu einem Geständnis zu kommen. Das Eine oder Andere müsste allerdings immer noch sein. Denn ohne kann keine Verurteilung vorgenommen werden.
  • Nik G. 02.03.2020 09:57
    Highlight Highlight Die Reaktionen ist schon lange bekannt. Es wird einfach nicht angepasst, da vor allem Männer darüber entscheiden. In der Medizin und Biologie wird häufig nur vom Mann ausgegangen. Siehe Herzinfarkt. Wieso soll sich ein Opfer immer an alles erinnern? Bei Posttraumatischen Belastungsstörungen können sich Militärangehörige oder Katastophenhelfer auch nicht an Situationen erinnern. Ja klar handelt sich hier um eine Anklage. Trotzdem ist die ein natürlicher Schutz auf eine schlimme Situation.
    • Lolita 02.03.2020 16:09
      Highlight Highlight Umso schlimmer, dass das Sexualstrafrecht nicht daran angepasst ist. Einzig richtig ist nur ja ist Ja ist einvernehmlicher Sex.
      Zu oft kann das starre Opfer gar nichts mehr sagen und ist paralisiert, still. Oder der Täter behauptet er hätte das nein nicht gehört.
      Wenn aber ein Ja abgewartet werden muss, eine aktive Zustimmung, dann geht diese Ausrede nicht mehr.
      Obwohl mit einem Ja nicht alles erlaubt ist und jede speziellere Praktik erneut gefragt werden muss +auch jeder hinzugekommene Mann.
      Es ist recht typisch , dass bei Missbrauch noch andere Männer ungefragt weiter machen.
  • Verträumte Pragmatikerin 02.03.2020 09:44
    Highlight Highlight Wir Überlebenden (und nicht Opfer, bitte) von sexueller Gewalt haben lebenslänglich, das sollte nie vergessen werden. Wir können so ein Erlebnis nicht einfach abhaken. Auch wenn wir es so gut wie möglich verarbeitet haben, es hat uns verändert und begleitet uns ein Leben lang.
    Und besonders schlimm ist, dass wir das Gefühl haben, wir müssten uns rechtfertigen.
    Ist das, was wir erleben mussten, weniger schlimm, weil wir dem Angreifer nicht die Nase gebrochen haben? Nein!
    Dieses rechtfertigen müssen fühlt sich jedesmal wieder wie ein erneuter Übergriff an.
  • Gubbe 02.03.2020 09:06
    Highlight Highlight Als Mann finde ich es eigenartig, wenn einer über eine Frau herfällt, die keine Reaktionen zeigt und wie tot da liegt. Da verliert man doch die Lust am Sex. Ich weiss nicht, ob diese Männer Machtfantasien haben, oder sich nicht zügeln können. Für die Frau muss dies furchtbar sein, dieses Gefühl der 'Ausgeliefertheit'.
    • Garp 02.03.2020 14:51
      Highlight Highlight Ja, es geht mehr um Macht als um sexuelle Lust.
  • homo sapiens melior 02.03.2020 08:54
    Highlight Highlight Sie war 8, er etwa 20. Er zerrte sie hinter die Bäume, wollte ihre Kleidung öffnen. Sie wehrte sich heftig, biss zu. Ein anderer Mann kam vorbei, bemerkte etwas, rannte sofort los. Das Arschloch liess das Mädchen los, sie rannte davon. Leider erfuhren wir nie, was daraus wurde. Denn es waren die 70er. Polizei und Schule fanden, es sei ja nichts passiert und damit war es für die erledigt.
    Warum ich es erzähle: Trotz allem Wehren konnte sie nicht schreien. Sie versuchte es mehrmals. Aber es kam nur ein leises Krächzen.

    An dieser Stelle: Danke an alle, die bei sowas eingreifen. Ihr seid Helden!
  • lykkerea 02.03.2020 07:32
    Highlight Highlight Mir ist das auch passiert. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mich wehren wollte, er aber so viel stärker war als ich, dass ich mich vor lauter Angst ebenfalls einfach nicht bewegt habe. Ich bin selbst eine muskulöse Frau, aber gegen ihn hätte ich wirklich keine Chance gehabt. Angezeigt habe ich ihn nicht und ich glaube, dass es jetzt 1.5 Jahre danach zu spät ist dafür. Die Kraft das zu diskutieren hätte ich auch nicht.
    • Snowy 02.03.2020 08:11
      Highlight Highlight Nein, es ist nicht zu spät.

      Und Ja, Du kannst ihn nach der geltenden Gesetzgebung anzeigen.

      Alles Liebe! ❤️
    • ChlyklassSFI 02.03.2020 08:37
      Highlight Highlight Das tut mir sehr leid. Vielleicht kannst du dir irgendwo Hilfe holen? Ich wünsche dir alles Gute. Ganz allgemein: Es ist traurig, dass dieses Phänomen von vielen Menschen nicht ernst genommen wird.
    • Name_nicht_relevant 02.03.2020 09:21
      Highlight Highlight ich kenne deine Situation mir ergieng es 2x mal so und ich habe ihn Angezeigt, jedoch wurde er Freigesprochen und darum habe ich beim 2x geschwiegen und mit der Opferhilfe eine gute Hilfe gehabt. Ich kann heute darüber reden, vor über 15 Jahren konnte ich es nich nicht. Wenn es dich zu sehr belastet, bitte melde dich bei der Opferhilfe sie helfen dir es entweder zu verabeiten oder eine Anzeige zu machen, falls du es möchtest. Ich drück dich und schenke dir Kraft es eines Tages zu verabeiten, soweit wie es möglich ist. So wie ich es konnte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • schüli 02.03.2020 07:21
    Highlight Highlight Sehr beängstigend- ich würde diese Schockstarre auch erhalten, selbst bei Unfall- oder grossen Stresssituationen kriege ich nichts mehr raus und bleibe starr. Somit kann ich gemäss CH-Recht nicht vergewaltigt werden.
    • Name_nicht_relevant 02.03.2020 14:28
      Highlight Highlight du kannst was dagegen tun, mach bitte ein Selbstverteidigungskurs oder Menthales trainig, bitte hilf dir selber und mach einen Schritt nach vorne. Bevor etwas passiert. Tu es dir zu liebe.
  • Green Eyes 02.03.2020 07:18
    Highlight Highlight Keiner, der es nicht selbst erlebt hat, hat ein Recht über solche Übergriffe zu urteilen. Es ist eine Situation, auf die es sich nicht vorbereiten lässt oder den Vorwurf zu bringen; "Wieso hast du dich nicht gewehrt"
    Es ist an der Zeit, dass der Mensch wieder lernt, was Emphatie ist und den Frauen, Männern und Kinder, welche Opfern wurden, hilft und ihnen glauben schenkt.
    • Name_nicht_relevant 02.03.2020 09:18
      Highlight Highlight Green Eyes so sehe ich es auch, ich wurde ebenso nicht ernst genommen und als es wieder passierte habe ich geschwiegen und mich nicht mehr getraut etwas zu sagen. Ich danke der Opferhilfe und bin froh gibt es die in der Schweiz. Oft ist man so verzweifelt danach und gibt sich selber die Schuld, man versteht einfach nicht warum der Täter frei kommt und man hofft das er es nicht wieder tut oder jemanden anderes ebenso schadet. Heute hab ich es verarbeitet und kann darüber reden, vor 15 Jahren noch nicht.
    • Bruno Wüthrich 02.03.2020 12:33
      Highlight Highlight Das, was Sie sagen, würde streng genommen bedeuten, dass Mörder nicht mehr verurteilt werden könnten. Denn niemand, der nicht schon mal ermordet wurde, sollte über eine solche Tat urteilen können.
      Sie erkennen sicher, was ich meine. Doch ich verstehe auch, was Sie meinen. Aber wir müssen bedenken, dass eine Verurteilung massive Folgen hat. Dies muss uns bei einem, dem die Tat bewiesen wurde, nicht weiter kratzen. Aber die Justiz muss sich restlos sicher sein, bevor sie jemanden einbuchtet. Eine blosse Bezichtigung kann niemals ausreichen.
    • Green Eyes 02.03.2020 12:49
      Highlight Highlight @ Bruno Wüthrich; Mir geht es in erster Linie um aussenstehende Personen, Freunde, Bekannten etc. Als ich von meiner Erfahrung erzählte, hiess es, "wieso hast du dich nicht gewehrt" oder "du hast es provoziert"...
      Es gibt viele Menschen, die meinen, man könne sich aus so einer Situation leicht befreien. Dem ist nicht so.

      Was die Justiz und die Verurteilung anbelangt ist ein anderes Thema, da ist der Gesetzgeber gefragt, Gesetze anzupassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 02.03.2020 06:39
    Highlight Highlight Die Schockstarre ist eine natürliche Schutzreaktion.
    Eine vergewaltigte Frau muss ja davon ausgehen, dass ein Mann, der so etwas Abscheuliches zu tun imstande ist, sie auch töten könnte!
    Es ist, wie bei Raubüberfällen, bei denen uns Experten dazu raten, keinen Widerstand zu leisten und alles Materielle bereitwillig herauszurücken, damit die Täter uns wenigstens am Leben lassen und möglichst schnell das Weite suchen.
    Wenn sich Frauen wehren wollen, müssen sie das professionell tun, mit Kampfsport und Schiessübungen und alle Abläufe für den Notfall gut trainieren.
    Kampfausbildung als Schulfach?
    • Lolita 02.03.2020 16:22
      Highlight Highlight Bei einem versierten Täter hat wegen dem Überraschungseffekt auch ein Kampfsportler keine Chance.
      Kommt hinzu, dass wenn man den Täter kennt, alleine wegen dem Vertrauensbruch usw. wohl teils eher nicht möglich ist sich zu wehren.
      Aber nicht Kampfsport ist zu lehren, sondern Selbstverteidigung für Frauen, Mädchen und Jungs genau für solche Taten.
      Das gibt es dauert 2 Tage und danach reagiert man richtig, ist weniger in Schockstarre. Sehr zu empfehlen.
    • rodolofo 03.03.2020 07:01
      Highlight Highlight Ja, das ist allerdings auch wieder wahr.
      Ich habe letzthin mal einen sehr berührenden Film gesehen über eine französische Weltmeisterin in Karate, die im Kongo mit vergewaltigten und schwer traumatisierten Frauen arbeitete und sie mit einer Therapie aus Gesprächen und dem Beibringen von Kampftechniken aus ihrer tiefen Depression und Traurigkeit, kombiniert mit Gefühlen von Machtlosigkeit und einem nicht abwaschbaren Schmutz und Ekel, heraus holte.
      Ich glaube, der Film kam auf "arte", meinem Lieblings-Fernseh-Sender.
      Letzten Sonntag: "Der Hüter der mongolischen Pferde"
      Wunderbar, inspirierend!
    • rodolofo 03.03.2020 07:59
      Highlight Highlight Habe leider den Film mit der Karate-Weltmeisterin und ihrem Engagement für die "Hilfe zur Selbsthilfe" mit vergewaltigten Frauen im Kongo nicht gefunden, stiess beim Suchen aber zufällig auf den Film über den mongolischen Pferde-Hüter:
      Play Icon
  • Devilduck 02.03.2020 05:42
    Highlight Highlight Vergewaltigung ist ein abscheuliches Verbrechen und gehört hart bestraft, keine Frage! Auch die beschriebene Reaktionsunfähigkeit der Opfer ist eine Tatsache. Mir ist als junger Mann (17) dasselbe passiert, als sich ein Vorgesetzter an mir verging.

    Aber einfach mal so rechtliche Grundprinzipien aushebeln, kann nicht die Antwort sein.

    In solchen Fällen die Schuld zu beweisen, ist aus den genannten Gründen kaum möglich. Gilt umgekehrt aber auch für die Unschuld.

    • Henzo 02.03.2020 07:15
      Highlight Highlight Ist leider war. Und das ein "Nein" nicht immerals ein solches wargenommen wird kennen wir wohl auch alle. Wie oft hatte ich schon eine Freundin der ich sagte, ich müsse jetzt gehen undnicht kann ...dann wurde das doch schon sehr oft mit küssen und hose aufmachen ignoriert, bis man sich dem verlangen gänzlich hin gibt. Wahrscheinlich gibt es in den obigen fällen auch die unfähigkeit die situation richtig ein zu schätzen und die männer denken von sich, sie seien die geilen stecher und sie wandeln jedes nein zu einem ja um. Das ist aber keine entschuldigung für das verhalten.
    • Ylene 02.03.2020 08:36
      Highlight Highlight Es geht darum, einen Straftatbestand umzuformulieren und nicht darum, um Rechtsgrundsätze (in dubio pro reo) über den Haufen zu werfen. Wie oben beschrieben, kamen die Gerichte in einigen Fällen ja zum Schluss, dass der Sex gegen den Willen des Opfers stattfand - der Straftatbestand der Vergewaltigung war aber nicht erfüllt. Schon heute gibt es Straftatbestände, bei denen die Gerichte mit Aussage gegen Aussage klar kommen müssen, bspw. bei Drohungen, je nachdem Erpressung oder auch Verleumdung. Dann wird abgewogen, wer glaubwürdiger ist und im Zweifelsfall gibt es einen Freispruch. Ok?
    • ChlyklassSFI 02.03.2020 08:39
      Highlight Highlight Aber man muss das Phänomen doch berücksichtigen?
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