Schweiz
Sport

Olympia 2038: Bund will Schweizer Kandidatur unterstützen

Bundesrat Martin Pfister, rechts, und Sandra Felix, Direktorin Bundesamt fuer Sport, BASPO, erscheinen an einer Medienkonferenz zur Botschaft zum Bundesbeschluss ueber die Unterstuetzung der Kandidatu ...
Bundesrat Martin Pfister (r.) und Sandra Felix (l.), Direktorin Bundesamt für Sport informieren über eine mögliche Beitrag des Bundes an die Schweizer Kandidatur für Olympia 2038.Bild: KEYSTONE

Bundesrat will Olympia 2038 mit Beitrag unterstützen – nun entscheidet Parlament

22.06.2026, 08:3022.06.2026, 11:32

Der Bundesrat will die für 2038 geplanten Olympischen Winterspiele und Paralympischen Spiele in der Schweiz mit bis zu 200 Millionen Franken unterstützen. Darüber kann nun das Parlament entscheiden. Die Spiele sollen dezentral durchgeführt werden.

Verteidigungs- und Sportminister Martin Pfister stellte die Botschaft an die eidgenössischen Räte am Montag in Bern den Medien vor. Der Entscheid des Bundesrates für die Unterstützung habe das Projekt einen grossen Schritt weitergebracht, sagt er. «Darüber freue ich mich sehr.»

Junge Sportlerinnen und Sportler, die heute vielleicht zehn bis zwanzig Jahr alt seien, erhielten mit Winterspielen in der Schweiz ein Trainingsziel, sagte Pfister. Und die Schweiz könne zeigen, dass sie in der Lage sei, einen der grössten internationalen Sportanlässe durchzuführen.

Mehrere Austragungsorte, ein Gastgeber

Die Winterspiele 2038 sollen dezentral durchgeführt und die Wettkämpfe auf verschiedene Orte verteilt werden, da, wo es passe. «Gastgeber ist ein Land, die Schweiz», sagte Pfister. Das Schweizer Bewerbungsdossier setze darauf, dass die Spiele in der Landschaft keine Spuren, beim Volk aber positive Erinnerungen hinterliessen.

Konkret werden als Austragungsorte der rund 120 Wettkämpfe in mehr als einem Dutzend Sportarten Genf, Lausanne, Crans-Montana VS, Engelberg OW, Zürich, Zug, Lugano, Lenzerheide GR und St. Moritz GR genannt. Die Paralympischen Spiele sollen in Lenzerheide und St. Moritz, Genf, Lausanne und Bern stattfinden.

Franjo von Allmen, Mitte, und weitere Athletinnen und Athleten treffen im Nationalratssaal ein, beim offiziellen Empfang der Olympia Teilnehmer, am Montag, 11. Mai 2026 im Bundeshaus in Bern. (KEYSTON ...
Schweizer Athletinnen und Athleten haben mit Olympia 2038 in der Schweiz ein klares Ziel vor Augen.Bild: keystone

Die Absicht des Bundesrates, die Spiele mit bis zu 200 Millionen Franken zu unterstützen, sei in der Vernehmlassung grossmehrheitlich positiv aufgenommen worden, berichtete Pfister. Der Bundesrat will zudem nur dann Geld zur Verfügung stellen, wenn sich Kantone und Gemeinden mit mindestens demselben Betrag an den Kosten beteiligen.

Vorgesehen wären vom Bundesbetrag 60 Millionen Franken für die Paralympischen Spiele, 50 Millionen Franken für eine verbilligte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und 80 Millionen Franken für weitere Aufwände der Trägerorganisation. 10 Millionen sind für die Deckung von noch nicht absehbaren Aufwänden eingeplant.

Privat finanzierte Defizitgarantie

Der für die Organisation der Winterspiele zuständige Verein sieht eine privat finanzierte Defizitgarantie von 200 Millionen Franken vor und plant mit Gesamtkosten von 2,2 Milliarden Franken. Dieses Geld soll von der öffentlichen Hand, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) sowie aus Sponsoring und Merchandising kommen.

Die Defizitgarantie sollen Privatpersonen und Unternehmen leisten. Eine solche Garantie in Aussicht gestellt hat der ägyptische Investor Samih Sawiris. Zur Höhe des Anteils machte er keine Angaben. Das Aushandeln von Defizitgarantien sei Sache des Vereins Switzerland 2038, sagte Pfister.

Die Schweiz hat den Zuschlag noch nicht, befindet sich aber auf einer privilegierten Position. Das bedeutet, dass sie mit einer überzeugenden Bewerbung bis Ende 2027 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Exklusivität geniesst.

Laut Angaben von Switzerland 2038 im Internet soll das Bewerbungsdossier im Februar 2027 beim IOC eingereicht werden, falls die Entscheide des Parlaments über die Bundesunterstützung rechtskräftig sind. Ein Vergabeentscheid der IOC-Mitglieder wird demnach für Frühjahr 2027 erwartet.

Forderung nach Volksabstimmung

Zu reden geben dürfte, ob zur Unterstützung der Winterspiele eine eidgenössische Volksabstimmung stattfinden kann oder nicht. Der Bundesrat stuft den Beschluss als nicht referendumspflichtig ein.

Der Bund leiste einen erheblich tieferen Beitrag als an frühere Kandidaturprojekte und trage nur einen kleinen Teil der Verantwortung sagte Pfister. Und in den betroffenen Kantonen könnten sich Parlamente und gegebenenfalls auch das Volk äussern.

In der Vernehmlassung verlangten allerdings SVP, SP, Grüne und Gewerkschaftsbund die Möglichkeit, eine Volksabstimmung durchzuführen. Laut der Botschaft kann laut Parlamentsgesetz das Parlament den Planungsbeschluss zu Olympischen Spielen dem fakultativen Referendum unterstellen. (nil/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Schweizer Medaillen an den Olympischen Spielen 2026
1 / 21
Die Schweizer Medaillen an den Olympischen Spielen 2026

Franjo von Allmen, Ski alpin: Gold Abfahrt, Gold Super-G, Gold Team-Kombination.

quelle: keystone / alessandro della valle
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Olympia damals vs heute
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
7
Iranische Fans buhen erneut eigene Hymne aus – US-Beamte greifen durch
Die Teilnahme des Iran an der Fussball-WM ist ein Politikum. Bei der Partie gegen Belgien kommt es zu Rangeleien. Sicherheitsbeamte führen einen Mann ab.
Beim zweiten Spiel des Iran bei der Fussball-WM ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnungspersonal gekommen. Ein Mann versuchte, nach dem 0:0 gegen Belgien in Inglewood auf den Rasen zu gelangen, wie der Weltverband FIFA mitteilte. Wie auf Bildern zu sehen ist, trug er ein Shirt mit einem Aufdruck der iranischen Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die von der FIFA verboten wurde.
Zur Story