Reusser verliert Gelbes Trikot am Mont Ventoux: «Ich bin sehr traurig»
Zum ersten Mal in der Geschichte der Tour de France Femmes stand der legendäre Mont Ventoux auf dem Programm. Der 1910 m hohe «Riese der Provence» kostete Marlen Reusser schliesslich die Führung im Gesamtklassement. Kasia Niewiadoma gewann überlegen mit einem Vorsprung von 1:16 Minuten auf die Niederländerin Demi Vollering, Reusser wurde mit 1:46 Minuten Rückstand Vierte.
Ausschlaggebend für den Erfolg der Polin, die 2024 die Tour de France der Frauen gewann, war ein Angriff rund 9 Kilometer vor dem Ziel. Reusser und Vollering, die mit Niewiadoma zuvor das Spitzentrio gebildet hatten, liessen die 31-Jährige ziehen, die ihren Vorsprung in der Folge mehr und mehr vergrösserte.
«Habe Demi gesagt, sie soll aufhören»
«Demi und ich schauen uns an und 'gamblen' beide. Kasia fährt und Demi attackiert voll, ich gehe hinterher. Dann ging das Spiel los von Attacke – Stopp, Attacke – Stopp, während Kasia immer weiter wegfuhr», analysierte Reusser die entscheidenden Kilometer nach der Etappe.
Sie habe zu Vollering gesagt, sie solle mit den Attacken aufhören, damit beide die Lücke zur führenden Polin zufahren können - doch so weit kam es nicht. «Das Resultat ist, dass Kasia die Etappe überlegen gewonnen hat.»
Auf dem letzten Kilometer gelang es Vollering dann, Reusser zu distanzieren – die Schweizerin, die seit der 4. Etappe das Maillot jaune getragen hatte, musste ihre ehemalige Teamkollegin ziehen lassen. «Demi attackiert mich noch, ich rutsche ab, Demi wird Zweite, und ich bin sehr traurig», sagte Reusser weiter.
Vorsprung von Niewiadoma beträgt 39 Sekunden
Damit liegt Niewiadoma, die, wie Reusser betont, «super-gut» gefahren sei und «mega mutig» war, vor den letzten beiden Etappen mit 15 Sekunden Vorsprung auf Vollering auf dem ersten Platz des Gesamtklassements. Reusser fehlen auf Niewiadoma als Dritte 39 Sekunden.
Am Samstag steht nun die 8. Etappe an, die mit 171,9 Kilometern die längste der diesjährigen Rundfahrt ist. Sie führt von Sisteron nach Nizza, wo die fünfte Ausgabe der Tour de France Femmes am Sonntag endet. Auf dem vergleichsweise flachen Teilstück sind keine grösseren Verschiebungen im Gesamtklassement zu erwarten. Ganz anders am Sonntag, wenn auf der anspruchsvollen Schlussetappe mit vier Überquerungen des Col d'Eze, Nizzas Hausberg, die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen dürfte. (nih/sda)
