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Olympische Winterspiele: Was die Schweiz für 2038 vo Italien lernen will

KEYPIX - epa12768119 Gold medalist Eileen Gu of China during the medal ceremony for the Women's Freeski Halfpipe final of the Freestyle Skiing competitions at the Milano Cortina 2026 Winter Olymp ...
Fast schon in der Schweiz: Die Freestyle-Bewerbe wurden in Livigno ausgetragen.Bild: keystone

Was die Schweiz von den Winterspielen in Mailand und Cortina lernen möchte

Das dezentrale Konzept der Winterspiele in Italien hat sich bewährt. Trotzdem sieht der Schweizer Delegationschef Ralph Stöckli Verbesserungspotenzial.
24.02.2026, 06:4024.02.2026, 06:40

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo waren für die Schweiz ein Märchen. Unfassbare 23 Medaillen holte die Schweizer Delegation – so viele wie noch nie und acht mehr als noch vor vier Jahren in Peking. Kein Wunder, sagt Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic: «Wir hatten vorgängig bewusst kein Medaillenziel definiert und uns an den 15 Medaillen der letzten beiden Winterspiele orientiert. Dass das Swiss-Olympic-Team nun so erfolgreich war, ist grossartig.»

Aber die Spiele in Norditalien sind auch über den sportlichen Erfolg hinaus für die Schweiz interessant. Als erste dezentrale Winterspiele der Geschichte sind sie eine Art Versuchskaninchen. Um möglichst viele bestehende Infrastrukturen zu benutzen, wurden weitaus mehr Austragungsorte verwendet, als der Name Mailand-Cortina vermuten lässt.

In Cortina fanden Skirennen der Frauen, Curling und sämtliche Eiskanal-Wettbewerbe statt, während in Mailand Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf angesagt waren. Im Val di Fiemme gingen die nordischen Wettkämpfe über die Bühne. Antholz war Gastgeber für die Biathletinnen und Biathleten und in Bormio fühlten sich die männlichen Skifahrer und die Skibergsteigenden etwas einsam. Vielerorts wurden Einrichtungen verwendet, die entweder sowieso regelmässig für Weltcup-Wettbewerbe genutzt werden oder solche, die nur temporär waren (Messezentrum Mailand, Konzerthalle Santagiulia) und bald wieder eine anderweitige Verwendung finden.

Das ist die Zukunft der immer grösser werdenden Winterspiele, deren Kosten ansonsten aus dem Ruder laufen. Und deshalb möchte auch die Schweiz für ihre Kandidatur für die Winterspiele 2038 ein dezentrales Konzept vorstellen. «Einige Ansätze von Milano Cortina 2026 können wir weiterverfolgen. Gewisse Punkte werden wir sicherlich anders denken und angehen», sagt Ralph Stöckli.

Swiss Olympic Chef de Mission Ralph Stoeckli poses during a press conference at the House of Switzerland at the 2026 Olympic Winter Games in Cortina d'Ampezzo, Italy, on Sunday, February 22, 2026 ...
Zwei Daumen hoch für dezentrale Winterspiele vom Schweizer Missionschef Ralph Stöckli.Bild: keystone

Denn so sinnvoll dezentrale Spiele auch sind, ein Kritikpunkt wurde von diversen Athletinnen und Athleten immer wieder geäussert: Die klassische Olympiastimmung fehle irgendwie. «In Bormio war das definitiv so. Das tut uns leid», sagt Stöckli. Man nehme diese Kritik ernst. Zur fehlenden Olympiastimmung beigetragen hat in Italien sicher auch die Tatsache, dass es keine besonders herausgehobenen Medaillenübergaben gab. Edelmetall wurde den siegreichen Sportlerinnen und Sportlern jeweils ohne grosses Tam-Tam überreicht.

Diesen Umstand würde Stöckli gerne nicht erst 2038 bei allfälligen Spielen in der Schweiz ändern, sondern schon in vier Jahren, wenn in den französischen Alpen wieder dezentrale Spiele über die Bühne gehen. «Das haben wir dem IOC bereits mitgeteilt und werden im Hinblick auf die Spiele 2030 in Frankreich darauf einwirken, dass die sogenannte Medal's Plaza zurückkehrt», sagt Stöckli. Sollten 2038 die Spiele in die Schweiz kommen, sollen spätestens dann Medaillenfeiern vor Fans in den jeweiligen Ortszentren wieder zurückkommen.

Aber insgesamt ist der Schweizer Delegationschef den Organisatoren in Italien dankbar. «Das dezentrale Konzept war mutig und eine grosse Herausforderung, aber wir haben gesehen, es kann funktionieren», sagt Stöckli. Und er dürfte hoffen, dass ein solches Konzept für 2038 auch beim Schweizer Volk Zustimmung findet.

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quelle: keystone / alessandro della valle
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