SVP luchst Mitte einen Bündner Regierungssitz ab
Die SVP ist erstmals seit 18 Jahren wieder ein Teil der Regierung des Kantons Graubünden. Die Mitte verliert einen Sitz und somit die Regierungsmehrheit.
Valérie Favre Accola (SVP) ist die neue Vertreterin in der kantonalen Exekutive. Die amtierende Standespräsidentin und Vize-Gemeindepräsidentin von Davos GR erzielte das fünftbeste Ergebnis.
Es zeichnete sich früh ab, dass es für die 53-Jährige reichen dürfte. Am Ende betrug der Vorsprung auf die Sechstplatzierte, Nora Saratz Cazin (GLP), rund 7200 Stimmen.
Ohne Wahlchance blieb Aita Zanetti (Mitte). Sie erreichte knapp hinter Saratz Cazin Platz Sieben. Die Mitte büsst somit einen Sitz in der fünfköpfigen Regierung ein, die SVP kehrt nach 18 Jahren in die Regierung zurück.
Bisherige belegen die ersten Plätze
Die vier bisherigen Regierungsmitglieder – Martin Bühler (FDP), Marcus Caduff, Carmelia Maissen (Mitte) und Peter Peyer (SP) wurden ohne grössere Probleme wiedergewählt.
Bühler vereint 42'299 Stimmen auf sich, Caduff 40'153 Stimmen. Maissen folgt mit 34'519 Stimmen, Peyer erzielt das viertbeste Ergebnis mit 32'141 Stimmen.
Das Bündner Wahlergebnis ist historisch. Erstmals schaffen zwei Frauen den Sprung in die Bündner Regierung. Favre Accola ist nach Maissen sowie Eveline Widmer-Schlumpf und Barbara Janom Steiner (beide SVP, später BDP) erst die vierte Frau in der Kantonsregierung.
Die SVP sass letztmals 2008 im Regierungsrat. Sie hatte ihre Sitze nach der Abspaltung der damaligen Bündner SVP zur neu gegründeten BDP eingebüsst und trotz mehrmaligen Versuchen nie mehr zurückgewonnen.
SVP legt bei Parlamentswahlen deutlich zu
Die SVP ist auch bei den Parlamentswahlen die Wahlsiegerin. Sie hält neu 35 Sitze und legt somit im Vergleich zu den Wahlen 2022 um zehn Sitze zu. Die bisher stärkste Partei, die Mitte, muss hingegen sechs Sitzverluste hinnehmen und stellt neu noch 28 Sitze im Grossen Rat. Verluste muss auch die FDP verkraften, die neu noch 23 Sitze hält - zuvor waren es 27.
Die Ratslinke kommt auf gleiche viele Sitze wie vor vier Jahren. Allerdings muss die SP Federn lassen. Die Fraktion besteht neu noch aus 20 Mitgliedern - bisher waren es zusammen mit den Grünen 27.
Die Grünen, die anders als 2022 alleine antraten, schaffen den Sprung ins Parlament ohne Probleme und können mit sieben Sitzen künftig eine eigene Fraktion stellen. Bei den Grünliberalen bleibt alles beim Alten. Sie halten weiterhin sieben Sitze. (sda/cma)
