Schweiz
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Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner. (Archivbild)

Ein Facebook-Post gegen eine Zürcher Lehrerin soll für SVP-Nationalrat Andreas Glarnern keine rechtlichen Folgen nach sich ziehen. Bild: KEYSTONE

Aussergerichtliche Einigung: Andreas Glarner anerkennt Blossstellung der Zürcher Lehrerin

Andreas Glarner publizierte die Telefonnummer einer Zürcher Primarlehrerin in einem Posting auf Facebook und sorgte damit für einige Kritik – nun soll sich der Aargauer SVP-Nationalrat mit der Frau aussergerichtlich geeinigt haben.



Es begann mit einem Elternbrief: Eine Zürcher Primarlehrerin verschickte im Juni diesen Jahres ein Schreiben, in dem sie darüber informierte, dass muslimische Schülerinnen und Schüler für das Fastenbrechen – genannt Ramadan – einen Tag frei bekommen. SVP-Nationalrat Andreas Glarner war vom Brief derart erzürnt, dass er seiner Wut auf Facebook freien Lauf liess.

Dabei veröffentlichte er nicht nur die Telefonnummer und den Namen der Lehrerin, sondern rief auch dazu auf, der Lehrerin doch selbst mitzuteilen, was man von der Aktion halte. Dies führte in der Folge zu einem regelrechten Telefonterror bei der Zürcherin. Wegen des Shitstorms, der über die Pädagogin hereinbrach, konnte sie zwischenzeitlich nicht mehr unterrichten.

Doch auch für Andreas Glarner hatte der Facebook-Post negative Folgen. Der Aargauer musste sich viel Kritik anhören, dies auch aus den eigenen Reihen.

Glarner stellt Lehrerin an den Pranger (Beitrag vom 5. Juni 2019)

Weil sie muslimischen Schülern an einem Feiertag freigeben wollte, veröffentlicht Andreas Glarner die Handynummer einer Zürcher Lehrerin. Video: © TeleM1

Schriftlich und im persönlichen Gespräch entschuldigt

Nun wird bekannt: Der Vorfall von Anfang Juni hat keine weiteren rechtlichen Folgen. Dies schreibt der «Tagesanzeiger» in seiner Onlineausgabe. Auf Anfrage der Zeitung teilte CVP-Bildungsdirektorin Silvia Steiner mit, dass «zwischen der anwaltlich vertretenen Lehrerin und Herrn Glarner eine aussergerichtliche Einigung erzielt werden konnte». Glarner habe zur Kenntnis genommen, dass die Lehrerin mit ihrer Mitteilung die kantonalzürcherische Regelung befolgt und korrekt wiedergegeben habe.

Glarner habe sich in der Zwischenzeit schriftlich und im persönlichen Gespräch entschuldigt, wie der «Tagesanzeiger» weiter schreibt . Der SVP-Nationalrat anerkenne, dass er mit der Blossstellung der Lehrerin einen schweren Fehler begangen habe.

«Es war ein Fehler»: Andreas Glarner bittet diffamierte Lehrerin um Entschuldigung (Beitrag vom 19. Juni 2019)

Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner, der eine Stadtzürcher Lehrerin diffamiert hatte, bedauert den Vorfall. «Es war ein Fehler gewesen», sagte Glarner in der Tele-Züri-Sendung «Sonntalk». Video: © Tele Züri

(luk)

SVP-Abstimmungsplakate

Camille Lothe über Beer Pong, Raclette und Andreas Glarner

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mortimer 24.08.2019 11:59
    Highlight Highlight Hab auf seiner Hompage mal nach geschaut und dabei den Artikel über "Toleranz als letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" gelesen. Indem er, genau gleich weiter hetzt und die Aktion mit der Handy-Nr. als "von den Medien hochgekochter Skandal" abtut. Er stilisiert sich als Opfer der Medienmeute, wobei er doch nur der Überbringer, schlechter Nachrichten, sei. Somit ist seine Entschuldigung nichts Wert, wie so vieles an seinem Verhalten und seiner Glaubwürdigkeit.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 25.08.2019 17:52
      Highlight Highlight Mal ganz ehrlich gesagt, mein lieber Mortimer, aber bei einem Typen wie Glarner ist nichts anderes zu erwarten.
      Der kann exakt zwei Dinge. Gegen andere hetzen und herumopfern.
      Meiner Meinung gehören Menschen wie Glarner ohne wenn und aber aus der Politik entfernt.
  • Stiggu LePetit 24.08.2019 09:03
    Highlight Highlight Schade, so lernt er es nie...
  • banda69 24.08.2019 07:56
    Highlight Highlight Seit diesem hässlichen Aktion ist dieser unanständige Politiker mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden. Ich hoffe es bleibt so.
  • Stambuoch 24.08.2019 07:20
    Highlight Highlight Ich hoffe, er hat sich mittlerweile dem Studium der Bundesverfassung verschrieben. Vor allem Artikel 15.
  • FITO 24.08.2019 05:44
    Highlight Highlight Bleibt zu hoffen dass wenigstens die Aargauger StimmbürgerInnen im Oktober an der Urne endgültig einen Schlussstrich unter dieses unsäglich niveaulose Kapitel der Schweizer Politikgeschichte ziehen.
    Benutzer Bild
  • Amboss 24.08.2019 05:05
    Highlight Highlight Waaas, ein SVP-ler, der etwas anerkennt. Und dann noch in der Ausländer/Muslime-Debatte
    Wie weichsinnig ist das denn ...

    Jetzt ist er wohl für ein Grossteil seiner Klientel unwählbar geworden...
    • runthehuber 24.08.2019 08:43
      Highlight Highlight Nöö
      Leider Kalkül bei Glarner
      Selten jemanden mit so einem miesen Charakter gesehen wie Glarner
      Und sobald die Wahlen vorbei sind zeigt er wieder sein wahres Hemd, äh Gesicht
  • Dan Rifter 23.08.2019 23:56
    Highlight Highlight Diese Einigung ist einzig dem Umstand geschuldet, dass Primarlehrpersonen schlicht keine Zeit und vor allem Energie haben, sich in ihrer Freizeit mit Luft- und Lebensraumverschwendern zu befassen -geschweige denn gegen diese zu prozessieren.
  • The oder ich 23.08.2019 23:10
    Highlight Highlight Eine Entschuldigung ist ja wohl das allermindeste, wenn man jemandem das Leben zur Hölle gemacht hat, nur weil man die Gesetzeslage nicht kennt.


    #SchämdiAndi
  • sowhat 23.08.2019 23:06
    Highlight Highlight Na ja, was kosten ihn schon Lippenbekenntnisse. Ich kann zwar verstehen, dass die Lehrerin keinen Schlussstrich unter die Sache ziehen will. Bin aber leider von Glarners Erleuchtung nicht überzeugt. Er wird bei nächster Gelegenheit genauso grob und unpassend dreinhauen.
    • sowhat 23.08.2019 23:58
      Highlight Highlight Sorry*einen Schlussstrich*
    • Therealmonti 24.08.2019 05:51
      Highlight Highlight @ Sowhat. Hmmm. Mit der aussergerichtlichen Einigung zieht doch die Lehrerin einen Schlusstrick. Im übigen glaube ich auch, dass der seltsame Typ aus Oberwil-Lieli AG bloss ein Lippenbekenntnis machte. Wohl, weil es ihn sonst noch weitaus teurer zu stehen gekommen wäre.
    • sowhat 25.08.2019 15:56
      Highlight Highlight Ja realmonti, so hab ich's gemeint. ich hate mich vertippt, sorry .
  • Raphael Stein 23.08.2019 22:58
    Highlight Highlight Darf ich jetzt die Nummer von Glarner haben?

    Würde gern anrufen um mit ihm einiges klar zu stellen.

    Anständig aber klar!
    • Amboss 24.08.2019 05:01
      Highlight Highlight Steht alles auf seiner Homepage. Handy, Tel, E- Mail, Wohnadresse.


      Da hättest du aber selbst drauf kommen können, wenn es dir so wichtig ist, mit ihm in Kontakt zu treten.

      Da frag ich mich schon, ob du echt wirklich anrufen wirst...?

      Gut, ob unter den publizieren Nummern jemand abnimmt, ist dann eine andere Frage
    • Mr. Wayne 24.08.2019 08:00
      Highlight Highlight Findest du uf seiner Homepage
      andreas-glarner.ch/contact

      Viel Spass
    • DerLettant 24.08.2019 08:19
      Highlight Highlight https://www.andreas-glarner.ch/contact

      sag uns dann bitte, wie es gelaufen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 23.08.2019 22:50
    Highlight Highlight Würde mich wirklich wunder nehmen was genau er in diesem "Gespräch" gesagt hat. Einfahc aus neutraler Beobachter-Perspektive.
  • ingmarbergman 23.08.2019 22:41
    Highlight Highlight Als Steuerzahler im Kt ZH habe ich von unserer Bildungsdirektorin erwartet dass da ein Exempel statuiert wird.
    Glarner muss endlich gerichtlich für seine Hetze belangt werden.
    So geht es immer weiter. Es ist wie früher bei den Mobbern in der Schule, wenn man sie lässt, lernen sie, dass ihre Taten keine Konsequenzen haben.
    • sowhat 23.08.2019 23:57
      Highlight Highlight Das würde ich unterstützen. Nur kann der Lehrerin nicht zugemutet werden, dass sie sich noch länger mit diesem K... brocken auseinander setzen muss. Wäre richtig wenn die Bildungsdirektion das übernimmt.
    • Ueli der Knecht 24.08.2019 00:43
      Highlight Highlight "Glarner muss endlich gerichtlich für seine Hetze belangt werden."

      Er wurde "gerichtlich für seine Hetze belangt".

      Es gibt im Strafgesetz die Möglichkeit der Straffreiheit, wenn eine Wiedergutmachung geleistet wird (StGB Art 53).

      Und die Strafprozessordnung sieht vor, dass der Staatsanwalt eine gütliche Einigung der Parteien anstreben soll, und sofern die Parteien sich einigen, dass er das Strafverfahren dann einstellen soll (StPO Art. 316).

      Insofern wurde Glarner zwar nicht verurteilt, aber er hat seine Schuld eingestanden und ist für den angerichteten Schaden aufgekommen.
    • Trompete 24.08.2019 07:45
      Highlight Highlight "Als Steuerzahler im Kt ZH habe ich von unserer Bildungsdirektorin erwartet dass da ein Exempel statuiert wird."

      Du glaubst also, die Lehrerin und ihr Anwalt wären nicht fähig zu entscheiden, ob für sie eine aussergerichtliche Einigung nicht der bessere Weg ist und deshalb der Arbeitgeber über ihr Leben zu bestimmen hat? Weshalb fühlst du dich als Steuerzahler berufen, Einfluss auf ein privatrechtliches Verfahren nehmen zu können?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Abu Nid As Saasi 23.08.2019 21:33
    Highlight Highlight Hat er Ihr eine neue SIM Karte geschenkt?
    • Ueli der Knecht 24.08.2019 00:45
      Highlight Highlight Vermutlich hat er sämtliche angerichtete Schäden bezahlt (zB. auch die Anwaltskosten der Lehrerin) und eine anständige Genugtuung geleistet.
    • häxxebäse 24.08.2019 02:07
      Highlight Highlight Eher eine neue nummer...😘
  • JimKnopf666 23.08.2019 21:08
    Highlight Highlight Dieser Heuchler. Ich kann solchen Menschen keinen Glauben schenken...

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