Zwei Tote bei Explosion in Tessiner Kraftwerk
Eine Explosion im ehemaligen Wasserkraftwerk Ritom bei Piotta TI hat am Mittwoch zwei Arbeitern das Leben gekostet. Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung des Unfallhergangs eingeleitet.
Kurz nach 9.30 Uhr sei der Notfallzentrale ein Brand im Innern der alten Wasserkraftzentrale Ritom in Piotta gemeldet worden, teilte die Tessiner Kantonspolizei am Mittwochnachmittag mit. Aus noch ungeklärten Gründen sei es zu einer Explosion gekommen, welche die beiden in der alten Zentrale beschäftigten Arbeiter erfasst habe.
Der Vorfall habe auch erheblichen Sachschaden an der Struktur verursacht, heisst es in der Medienmitteilung weiter.
Die SBB, der das Kraftwerk gehört, trauerte in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit AET, der Betreiberin des Kraftwerks, um die beiden Mitarbeiter. Man sei «tief erschüttert» über den tragischen Unfall. Beide Unternehmen werden das Ereignis sorgfältig aufarbeiten, um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, und daraus die notwendigen Lehren zu ziehen, heisst es weiter in der Mitteilung.
Strom für die Gotthardlinie
Das Wasserkraftwerk Ritom oberhalb von Piotta versorgt die Gotthardlinie mit Strom. Das 1917 erbaute Kraftwerk leitet das Wasser des Ritomsees durch einen 1030 Meter langen Umleitungsstollen zum Wasserschloss und dort in die Druckleitungen, wie es auf der Internetseite des Kraftwerks heisst.
Damit werde der Höhenunterschied des Wildbachs Foss zwischen dem fast 50 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Ritomsee und dem Tessin genutzt. Ein neues, sich im Bau befindendes Wasserkraftwerk soll 2027 in Betrieb genommen werden.
Das Projekt für das künftige Ritom-Kraftwerk sei aus der Grundsatzvereinbarung hervorgegangen, welche die SBB, der Kanton Tessin und die AET im Jahr 2010 unterzeichnet hätten heisst es auf der Internetseite des Kraftwerks weiter. An der Ritom SA sind die SBB zu 75 Prozent und der Kanton Tessin zu 25 Prozent beteiligt.
Wie die SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA festhielten, seien in der alten Wasserkraftzentrale in der Regel zwischen drei und fünf Arbeiter beschäftigt. Auf der Baustelle der neuen Wasserkraftzentrale, welche 2027 fertig sein soll, befänden sich derzeit rund 20 Arbeiter. (sda/cpf)
