Wespennester-Meldungen nehmen in der Schweiz massiv zu – ein Kanton schwingt obenaus
In der Schweiz gibt es fünfmal mehr gemeldete Wespennester als noch vor fünf Jahren. Das zeigen neue Zahlen zu Schadensmeldungen bei der Versicherung Mobiliar. Von 2021 bis 2025 stieg die Anzahl Fälle pro 1000 Haushalte schweizweit von 0,27 auf 1,34.
Insgesamt meldeten Versicherte der Mobiliar im vergangenen Jahr rund 5800 Nester. Besonders in der Westschweiz scheinen sich die Wespen wohlzufühlen: 2025 gab es dort 2,5 Nester pro 1000 Haushalte. In der Deutschschweiz deren 1,08 – im Tessin 1,04.
Optimale Bedingungen
Für die wachsenden Zahlen gibt es verschiedene Gründe: «Wegen des Insektensterbens orientieren sich vor allem die Gemeine und die Deutsche Wespe stärker an Menschennahrung, wodurch sie sich vermehrt in unserer Nähe aufhalten», sagt Fabian Klimmek, Biologe vom Berner Tierpark Dählhölzli.
Die Hauptursachen seien jedoch andere: milde Winter und trockene Frühlinge. Beides sorge für ideale Bedingungen für die Insekten. Die Überwinterung falle den Wespen leichter, zudem können Jungköniginnen dank des warmen und trockenen Frühlings früh auf Nahrungssuche gehen und Arbeiterinnen heranziehen.
Hitze führt zu Stress
Doch die Hitzephasen im Sommer erhöhen auch bei den Insekten den Stress. «Im Gegensatz zu Menschen verfügt die Wespe über keine natürliche Klimaanlage – sie schwitzt nicht. Bei Hitze benötigt sie mehr Energie. Deshalb sind Wespen bei hohen Temperaturen aggressiver bei der Nahrungssuche und stechen eher zu», ergänzt Klimmek.
So haben Wespen bekanntlich einen schlechten Ruf. Die Gemeine und die Deutsche Wespe mögen Fleisch oder süsse Speisen besonders gerne – und tauchen beim Grillieren häufig unerwünscht auf.
Wichtige Rolle im Ökosystem
Dennoch haben die Wespen ein schlechteres Image, als sie verdienen, erklärt Klimmek: «Sie gehören wie die Biene zur Ordnung der Hautflügler und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems.»
«Sie bestäuben Pflanzen, dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle und regulieren den Insektenbestand als Schädlingsbekämpfer auf natürliche Weise», führt Klimmek weiter aus. Zudem seien andere Wespenarten an menschlicher Nahrung nicht interessiert und meist friedlich.
