Schweiz
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Tour dur d'Schwiiz, 51. Etappe: Adelboden – Pont-la-Ville

Tour dur dSchwiiz

87 Einwohner, im «Dorfzentrum» weiden Kühe und die Bewohner lachen mich aus

Villarsel-sur-Marly ist ein kleines Kaff. Das war mir klar. Doch als ich auf Kieswegen dahin fahre, wo Google Maps mir sagt, sei das Zentrum, finde ich nur Wiesen, Kühe und einen Bauernhof.



Mit dem Velo durch die ganze Schweiz

In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d'Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter

Die 51. Etappe ist schon fast geschafft. Das Wetter hielt bisher erstaunlich gut. Als ich Le Mouret erreiche verdunkelt sich der Himmel aber. Sprichwörtlich und im übertragenen Sinn. Nächste Station ist nämlich Villarsel-sur-Marly.

Ich schaue auf Google Maps nach einem Weg. Der direkteste ist ein kurzer Kiesweg. Ich nehme diesen. An dessen Ende mündet er in einen asphaltierten Weg. Ein Bauernhof steht rechts, daneben eine Scheune. Ich checke meine Karte nochmals. Doch, hier muss das Dorfzentrum sein. Drei Kühe liegen auf der Wiese vor mir. Dahinter Weideland und dann folgt ein Waldstück. Kann das sein? Der Bauer hantiert gerade an einer Maschine herum. 

tour dur dschwiiz 51. etappe

Hier müsste das Dorfzentrum von Villarsel-sur-Marly sein. Bild: watson

Ich: «Ich möchte nach Villarsel-sur-Marly.» 
Er: «Willkommen. Du bist hier.»
Ich: «Naja, das schon, aber ich möchte ins Zentrum.»
Er: «Du bist im Zentrum.»

Tatsächlich finde ich später heraus, dass der Bauernhof zum Teil «La Commanderie» gehört, welches wirklich das Zentrum der Gemeinde bildet. 87 Einwohner verteilen sich hier auf verschiedene Bauernhöfe und Hofsiedlungen.

tour dur dschwiiz 51. etappe

Immerhin gibt's in La Commanderie eine kleine Kapelle. Die ist dann – neben schönen Bauernhöfen – auch die Sehenswürdigkeit der Gemeinde. Bild: watson

Ich sehe mich um und staune. Er lacht. Als ich ihm erkläre, dass ich in dem Fall das Ortsschild für ein Selfie benötige, lacht er noch lauter. Sein Sohn ist dazugestossen und grölt mit. «Ein Ortsschild? Das haben wir nicht. Wozu auch?» Eine der kleinsten Gemeinden im Kanton Freiburg lebt heute – es ist unschwer zu erkennen – praktisch ausschliesslich von der Landwirtschaft.

tour dur dschwiiz 51. etappe

Eine weitere Hofsiedlung in Villarsel-sur-Marly. Bild: watson

Sie schicken mich zur Kantonsstrasse hinunter, wenn, dann habe es dort ein Schild. Erschlossen ist Villarsel-sur-Marly gut. In Freiburg ist man in wenigen Minuten, in Bulle ebenso. Aufgrund dieser Lage hat sich die Einwohnerzahl seit 1980 fast verdoppelt. Aber an der Hauptstrasse sehe ich nur den Wegweiser in die Richtung, aus welcher ich kam und gleich dahinter ein Sackgasse-Schild. Ich schiesse ein Selfie mit der Bushaltestelle-Tafel gegenüber und frage gleich daneben noch einen Einwohner wegen dem Ortsschild. Auch er lacht, überlegt, lacht nochmals: «Ich glaube, das haben wir nicht.»

tour dur dschwiiz 51. etappe

Bushaltestelle statt Ortsschild. Bild: watson

Im Internet suche ich nach der Gemeindeverwaltung. Statt Öffnungszeiten gibt's eine Handynummer. «Sur rendez-vous» steht. Man solle einer Madame Jenny anrufen oder mailen. Es geht niemand ran. Ich verlasse das «Dorf» leicht enttäuscht. Bei Nummer 844 von 2324 habe ich also kein Ortsschild geknipst. Klar, bei «Marmorera» in Graubünden gab es auch kein «richtiges» Ortsschild, aber hier gibt es jetzt wirklich gar nichts.

tour dur dschwiiz 51. etappe

Und ich frage mich die ganze Zeit: Warum bilden diese paar Häuseransammlungen eine eigene Gemeinde? Bild: watson

Am Abend ruft mich eine unbekannte Nummer an. Madame Jenny meldet sich. «Ein Ortsschild? Nein, davon weiss ich nichts», lacht sie ins Telefon. Sie sei aber nur für die Administration zuständig und wolle es in den nächsten Tagen abklären. Wir plaudern kurz. Warum denn die Gemeinde eigenständig sei und nicht mit einer «richtigen» fusioniere? «Uns gefällt das so. Marly ist nach Fribourg orientiert, mit Le Mouret legen wir uns auch nicht zusammen. Wir wollen momentan nicht fusionieren. Es ist gut so, wie es ist», sagt Madame Jenny. So ganz verstehen kann ich das nicht.

Tour dur d'Schwiiz, 50. Etappe: Zweisimmen – Adelboden

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Tour dur dSchwiiz

Lange war Isérables nur per Bergweg erreichbar. Dann kam die Seilbahn. Und mit ihr die Autos

Fast majestätisch thront Isérables hoch über Riddes und der Rhone im Unterwallis. Der Ort war bis 1942 praktisch von der Aussenwelt abgeschnitten. Dann kam die Seilbahn.

Viele sagen, wer das urchige Wallis noch erleben will, müsse mal nach Isérables hoch. Gut 700 Meter über Riddes liegt der Ort, welcher – unten vom Tal gut sichtbar – am steilen Hang klebt.

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Das …

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