Schweiz
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Tour de Tänler 2015

Tour dur dSchwiiz

Die Tour de Tänler – das längste eintägige Mehrfachetappen-Rennen der Welt

Der 1. August ist ein traditionsgeladener Tag. Meist bestehen diese Traditionen aus langweiligen Reden und etwas Feuerwerk. Im Zürcher Oberland dagegen existiert der vielleicht witzigste 1.-August-Brauch der Schweiz.



Mit dem Velo durch die ganze Schweiz

In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d'Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter

Tour de Tänler

Da rollt das Feld der Tour de Tänler auf der letzten Etappe dem Ziel entgegen. Bild: watson

Früher, da war alles besser. In Wald ZH feierte die Bevölkerung früher am Nationalfeiertag auf dem Tänler, einer Anhöhe unterhalb des Bachtels. Es gab Festzelt, Bar, Höhenfeuer, Feuerwerk und eine fantastische Sicht in die Linthebene und auf der anderen Seite auf den Zürichsee. Gefühlt war am 1. August jeweils das halbe Dorf dort.

Irgendwann kam eine Gruppe Jugendlicher auf die Idee, mit dem Velo da hoch zu fahren. So bisschen als Rennen. Mit geschmückten Velos. Spitznamen aus dem Radsport. Und hin und wieder einem Schluck alkoholhaltigem Getränk. Die Tour de Tänler war geboren.

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Etappe 3: Sackhüpfen. Steve «Mojito» Morabito setzt sich gegen «Tony Rominger» durch. YouTube/Reto Fehr

Den Festanlass auf der Anhöhe gibt es längst nicht mehr, das «Velorennen» ist geblieben. Es startet mittlerweile am Morgen, führt in zwölf Etappen durch die Gemeinde und endet am Abend mit einem Grillfest. Damit alles reibungslos abläuft, fährt OK-Chef Silvio auf dem Besenwagen, einem Traktor mit Anhänger. Geschmückt natürlich und begleitet von lauter Musik.

Tour de Tänler

OK-Chef Silvio: Er behält als einziger bis ganz zum Schluss den Durchblick. Bild: watson

Teilnahmeberechtigt sind Amateure wie auch Profis, welche eine Einladung erhalten haben, wie das OK in der PDF-Broschüre schreibt. Ausnahmsweise erhalte ich kurzfristig eine Wildcard für den Event, welcher inoffiziell als längstes eintägiges Mehrfachetappen-Rennen der Welt gilt.

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Etappe 4: Balancieren. Hier weniger erfolgreich in Aktion: Lance Mächistrong. Kein Wunder konnte er bei 12 Teilnahmen noch nie gewinnen. YouTube/Reto Fehr

Da ich aus Heldenerzählungen weiss, dass das Rennen hart ist, nutze ich meine Wildcard-Freiheiten und steige erst in Etappe 3 ein. Jedes Teilstück beinhaltet eine kurze (geordnete) Velofahrt hinter dem Besenwagen, um Unfälle – von den Teilnehmern auch Stunts genannt – zu verhindern. Am Etappenort werden kurze Spiele durchgeführt, welche fürs Gesamtklassement zählen. Beispielsweise Sackhüpfen, Balancieren oder Pingpong-Rundlauf. Der Gesamtführer erhält das Maillot Jaune, der Gesamtletzte muss das nächste Teilstück im Leoparden-Dress absolvieren.

Tour de Tänler

Das Leopardentrikot für den Gesamtletzten. Bild: watson

Die einzige «freie» Fahrt führt vom Dorfkern hoch ins Bühl. Dieses zweitletzte Teilstück bildet auch den Bergpreis. Danach folgt die Schlussetappe zum Zielort, wo gemeinsam grill(b)iert und der 1. August gefeiert wird. Erst erfolgt aber natürlich die Siegerehrung. Wobei: Wichtig ist eigentlich nur, dass der Teilnehmer mit dem Übernamen «Tony Rominger» nicht gewinnt, wie dieses Video zeigt:

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«Tony Rominger» während der 4. Etappe: Beliebt ist er hörbar nicht. Man weiss nicht warum. Er wirkt eigentlich sympathisch. YouTube/Reto Fehr

Ich muss schon während der 5. Etappe aussteigen. Einfach zu hart, dieses Rennen. Aber es heisst ja in den zehn Regeln der Tour unter anderem: 1. flexibel bleiben. 10. Wer nicht trinkt, fährt nicht. Diese Regeln sorgen dafür, dass ich frühzeitig disqualifiziert werde.

Nach diesem Abstecher geht die Tour dur d'Schwiiz am Montag in Au SG mit der 27. Etappe weiter.

Tour dur d'Schwiiz, 26. Etappe

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Tour dur dSchwiiz

Lange war Isérables nur per Bergweg erreichbar. Dann kam die Seilbahn. Und mit ihr die Autos

Fast majestätisch thront Isérables hoch über Riddes und der Rhone im Unterwallis. Der Ort war bis 1942 praktisch von der Aussenwelt abgeschnitten. Dann kam die Seilbahn.

Viele sagen, wer das urchige Wallis noch erleben will, müsse mal nach Isérables hoch. Gut 700 Meter über Riddes liegt der Ort, welcher – unten vom Tal gut sichtbar – am steilen Hang klebt.

Ich setze mich ins Restaurant, geniesse die Aussicht und frage nach Geschichten aus dem Dorf. Ich werde an drei ca. 80-jährige Frauen verwiesen, die am Stammtisch plaudern. Französisch natürlich. Deutsch haben sie nie gelernt. Alle drei sind hier aufgewachsen und haben ihr Leben hier oben verbracht. 

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