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«Fassungslos»: Rosenwasser sagt Büsser-Show ab

Anna Rosenwasser, SP-ZH, steht im Nationalratssaal an der Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 5. Maerz 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Andreas Becker)
Anna Rosenwasser, SP-ZH, steht im Nationalratssaal an der Frühjahrssession der Eidgenössischen Räte.Bild: keystone

«Fassungslos»: Rosenwasser sagt Büsser-Show ab

SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser hat ihren Besuch bei «Late Night Switzerland» kurzfristig abgesagt. Grund ist ein umstrittenes Interview, das Moderator Stefan Büsser 2023 geführt hat.
01.11.2026, 11:0401.11.2026, 11:04

Eigentlich hätte SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser am Sonntagabend in der SRF-Sendung «Late Night Switzerland» zu Gast sein sollen. Die Zusage hatte die 36-Jährige Moderator Stefan Büsser bei einer zufälligen Begegnung in der Wandelhalle des Bundeshauses gegeben, berichtet der SonntagsBlick. Kurz nachdem ihr Auftritt öffentlich angekündigt wurde, machte sie jedoch einen Rückzieher.

«Late Night Switzerland» mit Stefan Büsser, in seiner ersten Sendung.
«Late Night Switzerland»: Stefan Büsser in seiner Sendung.Bild: SRF/Gian Vaitl

Ihr Verhältnis zu Büssers Arbeit beschreibt Rosenwasser gegenüber der Zeitung als «ambivalent». Zugesagt habe sie um ihre «Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen», so die Zürcherin. Comedians dürften provozieren, sagt sie. Mit seinem Umgang mit der SP-Jungpolitikerin Vera Çelik sei sie aber «gar nicht einverstanden» gewesen. Büsser hatte die Kopftuchträgerin 2025 in einem Beitrag mit Jung-SVP-Präsident Nils Fiechter verglichen, der 2016 in Burka und mit einem Bombengürtel-Imitat auf dem Bundesplatz demonstriert hatte. Die SRG-Ombudsstelle rügte den Beitrag nach über 500 Beschwerden als diskriminierend.

Entscheid für die Bühne

Entscheidend für die Absage war laut Rosenwasser aber ein anderer Punkt. Bekannte erinnerten sie an Büssers Podcast-Gespräch mit Luke Mockridge aus dem Jahr 2023. Es war das erste Interview des deutschen Komikers, nachdem ihm eine Ex-Partnerin sexuelle Nötigung vorgeworfen hatte. Das Verfahren wurde eingestellt. Rosenwasser ist sich dessen bewusst, kritisiert Büsser aber trotzdem scharf: «Ich bin und bleibe fassungslos, dass Stefan Büsser sich bewusst dafür entschieden hat, Mockridge eine riesige Bühne zu geben.» Mit ihrem Auftritt wolle sie seine Arbeit nicht legitimieren. Die schnelle Zusage bereue sie heute.

SRF äussert sich gegenüber dem «SonntagsBlick» nicht inhaltlich zur Absage. «Wir respektieren den Entscheid von Anna Rosenwasser», sagt Sprecherin Nadine Gliesche. Man hätte sie gerne in der Sendung begrüsst. Anstelle von Anna Rosenwasser sitzt am Sonntagabend die SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel in Büssers Sendung. (val)

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