Schweiz
Unternehmen

Alpiq erleidet 2025 markanten Gewinneinbruch

Alpiq erleidet 2025 markanten Gewinneinbruch

26.02.2026, 08:4226.02.2026, 08:42

Der Energiekonzern Alpiq hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Der ungeplant lange und immer noch andauernde Ausfall des Atomkraftwerks Gösgen belastete das Ergebnis.

ZUM VERKAUF GROSSER GESCHAEFTSTEILE DES ENERGIEKONZERNS ALPIQ AN DIE FRANZOESISCHE BAUGESELLSCHAFT BOUYGUES, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 23. MAERZ 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Logo d ...
Im Ausblick auf das laufende Jahr zeigt sich das Management verhalten zuversichtlich.Bild: KEYSTONE

Der Nettoumsatz der Gruppe sank 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis EBITDA brach um 69 Prozent auf 433 Millionen ein. Dabei wirkten negative Sondereffekte – ohne diese hätte das operative Ergebnis 573 Millionen betragen (-41%). Unter dem Strich blieb noch ein Gewinn von 197 Millionen (-79%), bereinigt waren es 310 Millionen (-49%).

Anspruchsvolles Marktumfeld

Alpiq habe trotz zahlreicher Herausforderungen ein «robustes Ergebnis» geliefert, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das bereinigte Betriebsergebnis liege zwar unter den sehr starken Ergebnissen von 2023 und 2024, übertreffe aber die früheren Jahre.

Das Jahr 2025 sei stark geprägt gewesen von Produktionsausfällen und einem anspruchsvollen Marktumfeld, wobei der ungeplante Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen das Ergebnis mit 149 Millionen Franken am stärksten belastet habe. Das AKW liefert schon seit dem 24. Mai 2025 keinen Strom mehr, und das Wiederanfahren hat sich mit nötigen Sicherheitsmassnahmen immer wieder verzögert. Nun soll der Meiler voraussichtlich am 21. März wieder ans Netz gehen.

Die zwei nicht-operativen negativen Effekte im EBITDA waren die Entwicklung der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (Stenfo), die Börsenschwankungen ausgesetzt sind, sowie Ergebnisverschiebungen wegen Fair-Value-Effekten aus Energiederivaten.

Stromproduktion 2026 mehrheitlich verkauft

Bei letzterem geht es darum, dass Energieproduzenten den Strom teilweise bereits mehrere Jahre im Voraus verkaufen. Fair-Value-Veränderungen dieser Energie-Derivate können sich in den Büchern je nach Stichtag negativ oder positiv auswirken, gleichen sich aber über die Laufzeit der Transaktionen wieder aus.

Im Ausblick auf das laufende Jahr zeigt sich das Management verhalten zuversichtlich. Man sei mit einer soliden Ertragslage gestartet, da der grösste Teil der Stromproduktion für 2026 bereits abgesichert sei. Der weitere Ausfall von Gösgen werde indes das Ergebnis auch 2026 belasten.

Weiter kommt es zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung: Nach sechs Jahren – darunter fast vier Jahre an der Spitze des Geschäftsbereichs Trading – wird Navin Parasram Alpiq verlassen. Morgane Trieu Cuot, die stellvertretende Bereichsleiterin, übernimmt die Aufgabe interimistisch. (sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Shell-Chef warnt vor Benzinknappheit binnen Tagen – was das für die Schweiz bedeutet
Friedensgespräche hin oder her, die Strasse von Hormus ist für Tanker bis auf Weiteres nicht befahrbar. Shell-Chef Wael Sawan warnt vor baldigen Versorgungslücken in Europa. Noch zeigt man sich in der Schweiz relativ entspannt.
Der Erdölpreis sinkt wieder, die Börsen jubilieren und mindestens in der Welt der Finanzmärkte denken offenbar viele, dass der Krieg mit Iran bald vorüber sein könnte. Doch abgesehen vom Umstand, dass es für die von US-Präsident Donald Trump seit Montag zunehmend offensiv geäusserte Aussicht auf Friedensverhandlungen noch keine wirklich harten Belege gibt, spitzt sich die Versorgungslage auf den Energiemärkten weiter zu.
Zur Story