Profikletterer Alex Honnold besteigt Matterhorn ohne Handschuhe bei schlechtem Wetter
Schon bei guten Bedingungen ist die Besteigung des Matterhorns nicht ohne, auch für Profis. Der Extremkletterer Alex Honnold hat es nun bei Regen, Wind und Nebel bestiegen, wie er auf Instagram schreibt. Die Spitze hätten er und sein Begleiter nie sehen können. Handschuhe hatte er keine dabei. Auf Bildern ist er zudem in kurzen Hosen zu sehen. «Nachdem ich in Shorts und einem UV-Pulli den Eiger bestiegen habe, habe ich das Matterhorn nicht wirklich ernst genug genommen», schreibt er. «Es wäre schön gewesen, Handschuhe für all die eisverkrusteten Seile bei der Spitze gehabt zu haben.»
Was locker klingt, kann tödlich sein. Anjan Truffer, Rettungschef bei Air Zermatt, ist jedenfalls alles andere als begeistert von der Aktion. Denn auch Honnold sei nicht vor Naturgewalten geschützt. «Wenn ein Blitz einschlägt, schlägt er auch bei Honnold ein», sagt er zu SRF. Fehlende Ausrüstung sei bei schlechtem Wetter auch bei einem Profi wie Honnold kritisch. Zudem habe der Kletterer eine Vorbildfunktion.
Leben vor laufender Kamera riskiert
Erst Anfang Jahr hatte Honnold für Kritik gesorgt, als er für eine Netflix-Liveübertragung den 508 Meter hohen Taipeh 101 ohne Absicherung in gut anderthalb Stunden bestieg. Damals zeigte er zwar Verständnis für die Kritik, zog die Aktion aber dennoch durch.
Der 40-Jährige gilt als einer der besten Freeclimber und ist Vater von zwei Kindern. Die Doku «Free Solo» über ihn wurde 2019 mit einem Oscar ausgezeichnet. Im Film kletterte er 915 Meter am El Capitan im Yosemite Nationalpark hoch. (vro)
