Schweiz
Wallis

Yannick Buttet tritt als Walliser Tourismus-Chef zurück

Nach Druck aus der Bevölkerung: Yannick Buttet tritt als Walliser Tourismus-Chef zurück

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Yannick Buttet Präsident der Walliser Tourismuskammer, und somit Chef seines Opfers, wird. Nun gab Buttet seinen Rücktritt von ebendieser Stelle bekannt.
30.07.2024, 20:0430.07.2024, 21:49
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Yannick Buttet tritt als Präsident der Walliser Tourismuskammer (WTK) zurück. Dies gab der 47-Jährige am Dienstagabend in einer Medienmitteilung bekannt. «Ich möchte sicherstellen, dass die WTK seine Aufgaben in vollem Umfang erfüllen kann», begründet Buttet den Entscheid nach einer Krisensitzung. «Ohne diese Unterstützung wird es mir nicht möglich sein, meine präsidialen Aufgaben zu erfüllen.»

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON YANNICK BUTTET VOM NATIONALRAT, AM SONNTAG, 17. DEZEMBER 2017 - Yannick Buttet, Nationalrat CVP VS, spricht an einer Medienkonferenz ueber "Buergerliche Parteien sag ...
Yannick Buttet gibt sein Amt ab.Bild: KEYSTONE

Die Ernennung Buttets zum WTK-Chef hatte im Wallis für Empörung gesorgt. Der ehemalige CVP-Politiker wurde wegen sexueller Belästigung und Nötigung verurteilt – bei der WTK wäre er indirekt Chef eines seiner ehemaligen Opfer geworden. Die Frauen im Wallis starteten deswegen parteiübergreifend eine Kampagne, in welcher sie mit einer Petition den Rücktritt Buttets forderten.

Kritik auch aus der Mitte

Sogar bei der Mitte (vormals CVP), für welche Buttet einst im Nationalrat sass, hatte es Kritik an seiner Ernennung zum Tourismuschef gegeben. «Ein Sexualstraftäter wird Chef seines Opfers in einer renommierten Position», hatten die Mitte-Frauen den Entscheid der WTK kritisiert. «Wir möchten wissen, ob die Stelle ausgeschrieben und nach welchen Kriterien die Person ausgewählt wurde.»

Nationalrat Yannick Buttet, CVP-VS, konsultiert seine Papiere an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 30. November 2017, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Yannick Buttet sass sechs Jahre lang für die CVP im Nationalrat.Bild: KEYSTONE

Dass es nun zum Rücktritt kam, freut viele Walliser Frauen. «Die Zeiten der Boys Clubs sind vorbei», so Priska Dellberg von der Walliser Frauenorganisation «vonIris» gegenüber dem «Blick». Dies zeige, dass ihre Stimme gehört worden sei. Gleichzeitig bedauert sie, dass es diesen Druck überhaupt gebraucht habe.

Yannick Buttet war von 2011 bis 2017 im Nationalrat, ehe er aufgrund diverser Vorwürfe aus dem Parlament sowie aus der CVP Schweiz zurücktrat. 2018 wurde er schliesslich wegen Nötigung seiner Ex-Freundin und unrechtmässiger Aneignung verurteilt. 2021 folgte eine Verurteilung wegen sexueller Belästigung an einer Politikerin.

(dab)

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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bokl
30.07.2024 20:20registriert Februar 2014
Nun nicht nachlassen. Auch seine Filz-Buddys, die ihm den Posten zugeschachert haben, sollen nun die Konsequenzen ziehen und zurücktreten.
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Onyx
30.07.2024 20:31registriert Dezember 2014
Einerseits gut, gibt es Konsequenzen für sein Handeln, anderererseits tragisch, brauchte es wieder erst den öffentlichen Druck. Diese Ernennung war von Beginn weg falsch.
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Lisbon
30.07.2024 20:50registriert Januar 2019
"beim WTK wäre er indirekt Chef eines seiner ehemaligen Opfer geworden"
Soll das ein Witz sein? Der bewirbt sich auf eine Stelle als Chef einer von ihm belästigten Frau? Und bekommt die Stelle noch? Was läuft da schief mit allen Involvierten, dass die das durchgehen lassen, hätte sich die Öffentlichkeit nicht gewehrt?
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