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Soldaten räumen im von Unwettern verwüsteten Cressier auf.
Soldaten räumen im von Unwettern verwüsteten Cressier auf.
Bild: keystone

500 Soldaten befreien Cressier NE vom Schlamm – am Montag drohen wieder Unwetter

27.06.2021, 14:2127.06.2021, 14:58

Nach der schweren Überschwemmung in Cressier NE am vergangenen Dienstag hat die Armee am Wochenende mit einem Hilfseinsatz begonnen. Bis zu 500 Armeeangehörige sollten in den nächsten Tagen für Aufräumarbeiten in Teams rund um die Uhr zum Einsatz kommen.

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Unwetter verwüstet Cressier – jetzt hilft die Armee
quelle: keystone / laurent gillieron
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Die Armee führte zunächst dringende Sicherheitsarbeiten oberhalb des Dorfes durch, wie ein Videojournalist der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete. Die Soldaten und Offiziere befreiten mit mehreren Baggern und Hubgeräten den Lauf des Flusses Ruhaut von Geröll, Dreck und Schwemmholz. Das sollte neue Überschwemmungen bei Gewittern verhindern.

«Die Bevölkerung ist sehr glücklich über diese Hilfe der Armee», sagte Georges-André Lozouet, Sprecher der Organisation für Krisen- und Katastrophenschutz des Kantons Neuenburg, am Sonntag. «Es ist eine grosse Maschinerie, die hier ankommt, mit vielen Ressourcen.»

Mit Pickel und Schaufel Dreck beseitigen

Im Dorf selbst griffen die Armeeangehörigen zu Pickel und Schaufel, um Dreck zu beseitigen. Zur schweisstreibenden Arbeit kam eine weitere Erschwernis hinzu: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie mussten die Soldaten Gesichtsmasken tragen.

Nach den schweren Überschwemmungen vom letzten Dienstag hatte der Neuenburger Staatsrat die Unterstützung der Armee angefordert. Für den kurzfristig bewilligten Assistenzdienst im Rahmen der Katastrophenhilfe kommt konkret das Geniebataillon 6 zum Einsatz. Es befand sich im Wiederholungskurs im Kanton Aargau.

Meterhoher Schlamm

Zunächst war von 200 Einsatzkräften die Rede. Am Sonntag teilte die Armee mit, dass bis zu 500 Angehörige der Armee in Cressier Hilfe leisten würden.

Das Neuenburger 1900-Seelen-Dorf war am Dienstag von einem heftigen Unwetter getroffen worden. Zwei Bäche traten über die Ufer und überschwemmten den Ort. Dabei wurden Keller geflutet und Autos mitgerissen. Schlamm und Dreck lagerte sich meterhoch in Häusern und auf den Strassen ab. Verletzt wurde niemand.

Rund 75 Gebäude wurden beschädigt. Betroffen waren laut der Armee auch Wasser-, Strom- und Gasversorgungsnetze.

Dutzende Menschen evakuiert

Dutzende Menschen wurden aus ihren Häusern evakuiert. Am Sonntag waren noch zehn Familien respektive zwischen 35 und 40 Personen andernorts untergebracht, wie Gemeindepräsident Jean Bernard Simonet sagte.

Die Aufräumarbeiten erstreckten sich über die Gemeinden Frochaux, Enges und Cressier. Sie dauern voraussichtlich bis kommenden Mittwoch an.

Die Soldaten unterstützen die Gemeinde auch dabei, den Zugang zu bestimmten Gebäuden freizumachen. Für die Bewältigung der Schäden und der Aufräumarbeiten stehen zudem zivile Einsatzkräfte sowie mehrere Tiefbauunternehmen im Einsatz. Weiter sind Fachleute des Kantons für Strassen- und Brückenbau sowie Geologen vor Ort.

Heftige Gewitter am Montag möglich

Seit dem letzten Wochenende sind mehrere unwetterartige Gewitter über Teile der Schweiz gezogen. Starkregen und Hagel richteten laut den Versicherern etwa an Gebäuden, Fahrzeugen und Hausrat Schäden in der Höhe von über 260 Millionen Franken an.

Für Montag erwarteten Meteorologen gegen Abend vor allem im Jura und im Mittelland teilweise erneut heftige Gewitter mit Unwetterpotenzial. Dabei seien viele Blitze, starker Regen und lokal Hagel sowie in Gewitternähe auch Sturmböen zu erwarten, teilte der private Wetterdienst Meteonews mit. (sda)

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