Schweiz
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Schweine auf dem Weg in den Schlachthof. Dort werden die Vorschriften zum Tierwohl nicht immer eingehalten, wie Kontrollen im Auftrag des Bundes gezeigt haben. (Archivbild)

Bild: KEYSTONE

Kontrollen fördern Mängel in Schlachthöfen zu Tage



Viele Schlachthöfe missachten die Vorschriften zum Schutz der Tiere beim Schlachten. Das haben Kontrollen im Auftrag des Bundes ergeben.

Die meisten der besuchten 67 Schlachthöfe hätten die Vorschriften ungenügend befolgt, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Dienstag mit.

Es hat im Rahmen seiner Oberaufsicht zehn Prozent der Schlachtbetriebe überprüft. Die Auswahl der Betriebe ist allerdings nicht repräsentativ, da zum Teil solche ausgewählt wurden, die bereits bei früheren Inspektionen auffielen.

Weder Futter noch Einstreu

Mängel zeigten sich zum einen bei der Unterbringung der Tiere über Nacht. Hier fehlten häufig tierartgerechte Tränken und fast immer Futter, Einstreu, Beschäftigungsmaterial und die Tierkontrolle nach zwölf Stunden, heisst es im Bericht des BLV.

Zum anderen förderten die Kontrollen Mängel bei der Betäubung und beim Entbluten der Tiere zu Tage. Oft wird nicht kontrolliert, ob die Betäubung oder die Entblutung erfolgreich waren. Darunter leiden vor allem Schweine: Bei der Elektrobetäubung von schweren Schweinen sei die Stromleistung nicht immer ausreichend, erklärt das BLV.

Tierwohl nicht absichtlich verletzt

Die Mängel sind gemäss dem Bericht in der Regel auf fehlendes Bewusstsein beziehungsweise ungenügende Schulung zurückzuführen. Weitere Gründe sind die Hektik im Schlachtprozess und ungenügende Ressourcen. «In fast keinem Betrieb wurde das Tierwohl jedoch absichtlich verletzt», heisst es im Bericht.

Die Betreiber der Schlachtanlagen sind grundsätzlich ab dem Empfang der Tiere für den schonenden Umgang verantwortlich. Der Transport zum Schlachthof, die Aufstallung während der Wartezeit und die Vorbereitung zur Betäubung seien für die Tiere ungewohnte Situationen, die sie beunruhigten und ängstigten, hält das BLV fest.

Obligatorische Selbstkontrolle

Die Schlachthofbetreiber müssen deshalb alle Vorkehrungen treffen, um die Tiere bis zur erfolgreichen Betäubung und Entblutung möglichst wenig zusätzlich zu belasten. Sie müssen die korrekte Betäubung und Entblutung sowie den Eintritt des Todes regelmässig überprüfen. Es handelt sich dabei um eine obligatorische Selbstkontrolle, welche die Betriebe dokumentieren müssen.

Die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten sind verpflichtet, stichprobenweise eine «Kontrolle der Selbstkontrolle» durchzuführen. Gemäss dem BLV verlangt die Mehrheit der kantonalen Behörden aber von den Schlachtbetrieben keine dokumentierte Selbstkontrolle über den Tierschutz.

Zu wenig Kontrollen

«Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Veterinärdienste die tatsächliche Situation über Unterbringungen, Betäuben und Entbluten im Schlachtbetrieb überwachen», heisst es im Bericht. Vor allem in Betrieben mit geringer Kapazität überprüften nur wenige amtliche Tierärztinnen und Tierärzte, ob die Dokumentation vorhanden und plausibel sei.

Oft konzentrierten sie sich auf die Übernahme der Tiere zu Beginn und auf die Fleischuntersuchung nach Abschluss der Schlachtungen. «Deshalb finden in manchen Betrieben die vorgeschriebenen Tierwohl-Kontrollen zu wenig bis gar nicht statt», schreibt das BLV.

Sofortmassnahmen eingeleitet

Es hat nun die zuständigen kantonalen Vollzugsbehörden dazu aufgefordert, bei den mangelhaften Betrieben sofort eine tierschutzkonforme Situation wiederherzustellen. Die Veterinärbehörden hätten diese Sofortmassnahmen eingeleitet, schreibt es.

Die Kantone hat das BLV angehalten, das notwendige Personal zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig soll in den kommenden Jahren die Aus- und Weiterbildung aller am Schlachtprozess Beteiligten verbessert werden.

Schliesslich hat das BLV eine Revision der Verordnung über den Tierschutz beim Schlachten in die Wege geleitet. Vorgesehen sind Anpassungen bei den einzelnen Betäubungsmethoden. In drei Jahren will das BLV prüfen, ob die Massnahmen Wirkung zeigen. (sda)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Psipsina 14.01.2020 17:26
    Highlight Highlight Gibt nur eins: Weniger Fleisch essen!k
  • caquelon 14.01.2020 16:54
    Highlight Highlight «In fast keinem Betrieb wurde das Tierwohl jedoch absichtlich verletzt».

    Das Schlachten an sich setzt absichtliches verletzen der Tiere voraus...
  • sottosopra 14.01.2020 16:38
    Highlight Highlight Alles in Ordnung. Die Gutmenschen regen sich erst wieder dann auf, wenn ein paar Aktivisten einen Schlachthof besetzen. Dass das Tiere vor der Schlachtung etwas gestresst werden, kümmert die wenigsten.
  • TheLaenz 14.01.2020 16:37
    Highlight Highlight Gibt es Fakten zu den Verstössen im Zusammenhang mit der Grösse der Schlachthöfe? Berufsbedingt stellte ich fest, dass Grossschlachthöfe nämlich sauberer arbeiten als die augenscheinlich sympathischeren Kleinmetzgereien.
  • Charlie B. 14.01.2020 16:28
    Highlight Highlight Danke für den Artikel. Bestätigt einmal mehr was schon lange zu befürchten war.
  • Cirrum 14.01.2020 16:25
    Highlight Highlight Ich hoffe für alle, die meinen sie können mit den Tieren umgehen wie sie wollen (auch Billigfleischkonsumenten), dass das Karma zurückschlägt! Und das wird es, psychisch oder physisch.
    • Fiesekatzekratzetatze 14.01.2020 16:41
      Highlight Highlight Leider betrifft es nicht nur Billigfleischkonsumenten. Ich habe immer viel Wert auf gutes Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gelegt etc. und musste dennoch feststellen, dass sich auch das „sauberste“ Fleisch nicht mit meinem Gewissen und meiner Vorstellung von Ethik und Moral vereinbaren lässt. Nun lasse ich es eben sein, gibt mittlerweile genug leckere Alternativen.
  • Schluch 14.01.2020 16:24
    Highlight Highlight "Tierwohl nicht absichtlich vernachlässigt" vom Schlachter und den anderen beteiligten Handwerkern wohl wirklich nicht. Vom Management aber sehr wohl. Es ist die Verantwortung der Betriebsführung geschultes Personal und Tiergerechte Einrichtungen zu haben oder eben das Geld dafür zu sparen.
  • Posersalami 14.01.2020 16:13
    Highlight Highlight Sofort die Subventionen halbieren, bis diese Schweinerei behoben ist! Geht ja gar nicht, zumal man den hohen Preis für CH Fleisch immer mit Vorschriften etc. rechtfertigt.
  • one0one 14.01.2020 15:57
    Highlight Highlight Danke fuer den Bericht. Ich höre im Freundeskreis immer wieder, wenn es um Artgerechte Tierhaltung und Fleischproduktion geht, dass es in der CH schon okay sei. Leider eben nicht. Ist ja auch normal dass die schweizer Betriebe unter enormen Druck stehen solange Fleisch dass den Namen Fleisch nicht mal verdient fuer wenige Franken pro Kilo importiert wird. Und kommt mir nicht mit: "Einkommensschwache Familien haben auch Fleisch verdient" Das ist korrekt. Aber wenn man die Umverteilung des Haushaltsbudget in den letzten Jahren beobachtet merkt man das Luxus wichtiger ist als "gutes" Essen
    • Rabbi Jussuf 14.01.2020 16:24
      Highlight Highlight Im Gesamten ist die Schweizer Fleischproduktion sicher um einiges besser als in der EU. Das heisst aber nicht, dass man sie nicht noch weiter verbessern kann und soll!
    • MarGo 14.01.2020 16:45
      Highlight Highlight "Aber in der Schweiz doch nicht! Wir haben eines der besten Tierschutzgesetze der Welt!"

      Ja, diese Sprüche habe ich schon so oft gehört...

      Ich verweise dann immer gerne auf den Schweine-Report - nur ein Bsp. das zeigt, dass dem eben nicht so ist...

      http://schweine-report.ch/front/
    • DemonCore 14.01.2020 17:44
      Highlight Highlight Also sollen Haushalte mit tiefem Einkommen das Tierwohl finanzieren? Das Argument ist durchaus stichhaltig. Wenn reiche Haushalte auf das Tierwohl pfeifen und sich in die Tasche lügen, werden die Armen sicher nicht in die Lücke springen.

      Wollen wir Tierwohl, braucht es Kontrollen, Strafen und Konsumenten, die bereit sind hohe Preise zu bezahlen. Simpel.
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