Schweiz
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Steuer-CD: Deutschland gibt verdächtige Schweizer Kontodaten an 27 Länder weiter

14.04.16, 12:17 14.04.16, 15:41


Schweizer Banken droht womöglich bald mit weiteren Ländern Ungemach im Steuerstreit: Die Finanzverwaltung des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat verdächtige Kontodaten mit Guthaben von rund 100 Milliarden Schweizer Franken an 27 Staaten weitergegeben.

«Wir haben es mit einer regelrechten Hinterziehungsindustrie zu tun.»

Norbert Walter-Borjans, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen

Die Daten stammten von Steuer-CDs, die das Land Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit gekauft und ausgewertet habe, sagte der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Daten bezögen sich auf Konten in der Schweiz. Die Dimension des Steuerbetrugs sei riesig. «Wir haben es mit einer regelrechten Hinterziehungsindustrie zu tun», sagte der Minister.

CDs haben 600 Millionen Euro eingebracht

Nordrhein-Westfalen hatte immer wieder CDs mit Datensätzen mutmasslicher Steuerbetrüger gekauft. Davon profitierten auch die Landeskassen: Walter-Borjans hatte Ende September 2015 erklärt, die Bankenermittlungen hätten NRW rund 600 Millionen Euro eingebracht.

Allein von der Credit Suisse habe das Bundesland 150 Millionen Euro bekommen. Die Bank Julius Bär habe 50 Millionen Euro bezahlt, die UBS 300 Millionen Euro. (whr/sda/reu)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Blaumeise 18.04.2016 16:41
    Highlight Hehlerei von Staates wegen. -
    Wenn der Staat sich nicht an das Gesetzt hält, warum soll dann ich? Vielleicht sollte ich nur noch schwarz arbeiten.
    0 0 Melden
  • Spooky 14.04.2016 18:44
    Highlight Hier geht es nicht um legal oder illegal. Hier handelt es sich um einen Graubereich. Die Polizei braucht Informanten, und die Steuerbehörden brauchen CD-Lieferanten. Sowohl Informanten aus dem Verbrechermilieu als auch CD-Lieferanten aus dem Bankenmilieu müssen auf irgendeine Art belohnt werden. Niemand macht das gratis. Risiko muss belohnt werden. Das ist voll okay. Staatsräson. Raison d'État.

    4 5 Melden
  • xname 14.04.2016 15:16
    Highlight Weshalb wird immer verschwiegen, dass Deutschland selbst, eines der grössten Hinterziehungsländer weltweit ist?
    Frankfurt steht zum Beispiel auf Platz 5 für Schwarzgeld.
    Bitte mehr Objektivität.
    Unsere Banken machen auch nur einen sehr kleinen Teil des BIP aus. Auch wenn sie als systemrelevant verkauft werden. Dies ist nur ein Freifahrtschein, keine Verantwortung zu übernehmen und es dem Bürger zu übertragen.
    Wir sind trotzdem und immerhin 5.grösste Wirtschaftsmacht der Welt.
    Wir Schweizer brauchen nicht noch mehr Komplexe die den rechten Angstmachern in die Hände spielt.
    15 8 Melden
    • qumquatsch 15.04.2016 08:19
      Highlight Gebe dir im grunde recht, es wird sehr einseitig berichtet, trotzdem nähme mich wunder worauf du dich beziehst wenn du uns als 5. Grösste wirtschaftsmacht betitelst? Nach BIP sind wir irgendwo zwischen und platz 20 und 40 angesiedelt...

      Zum thema: Ist die praxis der banken schlimmer oder handel mit illegal erworbenen daten? Ist für mich echt schwierig einzuschätzen, gerade wenn ich mir überlege wie das so mit anderen daten ist (geheimdienste ahoy respektive privatsphäre adee)
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    • xname 15.04.2016 22:58
      Highlight @qumquatsch Deine Überlegungen sind schon gerechtfertigt.
      Beim BIP sind wir etwa auf rang 19. Beim BIP pro Kopf, sind wir aktuell jedoch zwischen Rang 3 und 4 im weltweiten vergleich.
      Die offiziellen Wirtschaftsränge sind jedoch ziemlich verfälscht, da Schulden und Zahlungskraft der verschiedenen Länder nicht wirklich einfliessen
      Da geht es mehr um andere Faktoren (politische Macht).
      Klar sind die USA die Wirtschaftsmacht Nummer 1. Aber auf was basiert der Dollar? Obama hat die Bindung vom Dollar ans Gold aufgelöst. Bedeutet, dass es jetzt reines Papiergeld ist.
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    • xname 15.04.2016 23:10
      Highlight @qumquatsch Papiergeld ist in der genauen Definition ein Schuldschein, der Dir die Bank für Dein Vermögen ausstellt, da es nur dem empfundenen Wert entspricht, aber keinen eigentlichen Wert hat.
      Als Geld werden nur Münzen betrachtet, da sie im vergleich zum Papier einen gewissen Gegenwert (durch das Material) und nicht nur den empfundenen Wert haben.
      Die Schweiz gehört daher im weltweiten Vergleich mit dem "pro Kopf BIP zu den Zahlungsfähigsten Nationen, da Unsere Währung noch einen echten Wert darstellt und nicht nur Schulden sind mit denen weitere Schulden gemacht werden.
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    • xname 15.04.2016 23:24
      Highlight @qumquatsch, ich empfehle Dir, Dich mit dem Thema Buchungsgeld und Banken genauer ausseinander zu setzen.
      Die Lizenz zum Geld drucken.
      Aber das ganze ist zu komplex um es hier auf die schnelle zu erleutern.
      Wäre es einfach, gäbe es auch kaum ein solches Bankensystem, oder eine IWF.
      Banken nehme ich bestimmt nicht in Schutz.
      Mir fehlt das Verständnis, dass ein Rechtsstaat, der als grosse Ausnahme seine Rechnungen Anderen Staaten gegenüber auch wirklich mit Werten bezahlt, den Kopf für die Probleme Anderer hinhalten soll, die es keineswegs besser machen.
      Respekt, ermöglicht Lösungen.
      0 0 Melden
  • Digital Swiss 14.04.2016 14:30
    Highlight Ich fordere Belohnung und Ehrung für Wistleblower - 1% der Schadenssumme sollte reichen.
    25 9 Melden
    • Digital Swiss 14.04.2016 16:21
      Highlight @Trader Und Christoph Meili?
      4 3 Melden
    • Digital Swiss 14.04.2016 16:33
      Highlight @Trader Ein kleines Verbrechen um ein grosses aufzudecken?
      4 2 Melden
  • Digital Swiss 14.04.2016 14:23
    Highlight Nach dem vom Tax Justice Network 2011 ermittelten Schattenfinanzindex sind die gemessen am potentiellen Schaden zehn bedeutendsten Steueroasen:

    1. Schweiz
    2. Cayman Islands
    3. Luxemburg
    12 6 Melden
  • Sapere Aude 14.04.2016 13:16
    Highlight Die dürfen sich jetzt alle beim Brum melden, der ja solche Möglichkeiten voll in Ordnung finden.
    34 2 Melden
  • Lowend 14.04.2016 13:04
    Highlight So lange es Parteien und Politiker hat, die im Sold dieser verbrecherischen Banken stehen, wird sich nichts ändern und so lange Schweizer glauben, dass die Partei der Superreichen für sie politisiert, weil im Namen etwas Völkisches steht, sind deren Wähler nichts anderes als Erfüllungsgehilfen dieser Räuber des Volksvermögens.
    58 13 Melden
  • Spi 14.04.2016 13:01
    Highlight Klar, Steuerbetrug geht gar nicht. Aber geklaute Daten weiterverkaufen ist klar Hehlerei! Wo bleibt der Rechtsstaat?
    29 37 Melden
    • Alex23 14.04.2016 13:52
      Highlight Spi:
      Sagte der betrügerische Ehemann zu seiner Frau, die sein Handy kontrolliert hat und dabei auf den soundsovielten Seitensprung gestossen ist: "Also, meine Liebe, das geht jetzt aber gar nicht! Handys kontrollieren ist wirklich absolut inakzeptabel!"
      37 11 Melden
    • FrancoL 14.04.2016 13:56
      Highlight Ich gehe von der Linie des Verbrechens aus.
      Zuerst steht der Steuerbetrug, sonst wäre ja diese CD ohne Wert. Dann folgen andere Straftaten, die für mich klar sekundär sind.
      25 7 Melden
    • Spi 14.04.2016 14:08
      Highlight Moralisch gesehen, absolut richtig. Rechtlich gesehen, unhaltbar!
      13 15 Melden
    • saukaibli 14.04.2016 14:51
      Highlight @Spi, vielleicht liegst du mit dem "rechtlichen" richtig, dann muss das Gesetzt halt endlich geändert werden. Glücklicherweise sind wir in der Schweiz schon viel weiter als vor ein paar Jahren, nur noch nicht am Ziel.
      8 2 Melden
  • SVARTGARD 14.04.2016 12:57
    Highlight Was soll ich nur noch mit Euch machen?🇨🇭
    8 4 Melden
  • na ja 14.04.2016 12:40
    Highlight Und irgendwann müssens wir CH-Steuerzahler ausbügeln, was die Banken versteckt haben.
    81 6 Melden
  • felixchr 14.04.2016 12:38
    Highlight Watson finde ich - bis auf die antikatholische Haltung (beispielsweise Hugo Stamm) - eine gute Sache.
    10 54 Melden
    • saukaibli 14.04.2016 14:52
      Highlight Hugo Stamm ist doch nicht antikatholisch, er ist genau so gegen jede andere Sekte.
      17 3 Melden
  • Asmodeus 14.04.2016 12:35
    Highlight Das Vorgehen der deutschen Steuerbehörden ist in meinen Augen immer noch eine Sauerei.

    Aber ich gönne es jedem Einzelnen der seine Kohle hinterzogen hat, wenn er jetzt die Hosen runter lassen muss.

    Es wird Zeit, dass Steuerhinterziehern global der Arsch aufgerissen wird. Egal ob unser feiner Herr Finanzminister der Meinung ist, dass Steuerhinterziehung wichtig wäre.
    81 18 Melden
    • balzercomp 14.04.2016 13:07
      Highlight Die Sauerei ist eigentlich das bisherige Verhalten der Schweiz Steuerhinterzeihung von Personen und Firmen ausserhalb der Schweiz zu schützen.
      36 11 Melden
    • Asmodeus 14.04.2016 13:39
      Highlight Das Vorgehen im Generellen. Ein Rechtsstaat sollte nicht einen anderen Rechtsstaat bestehlen, respektive jemandem Geld dafür geben, dass er in einem anderen Rechtsstaat ein Verbrechen begangen hat.


      Der einzige Grund, warum ich mich nicht drüber aufrege ist, dass unsere Banken (gedeckt von unserem Staat) genau dasselbe gemacht haben und immer noch machen.

      Man spioniert sich gegenseitig aus und bestiehlt sich gegenseitig. Und alle sind sooooo tolle Freunde.
      21 4 Melden
    • Asmodeus 14.04.2016 16:37
      Highlight Steht doch da oben. Ich verurteile beide Seiten gleichermassen.

      Ein Rechtsstaat sollte nicht zu solchen Mitteln greifen. Er sollte aber auch nicht zu solchen Mitteln greifen müssen.
      3 1 Melden
  • robben 14.04.2016 12:34
    Highlight zum kotzen. der betrug. die scheinheiligkeit der behörden. und es geht einfach weiter. unwürdig. bundesueli lässt grüssen.
    64 17 Melden

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