Schweiz
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25'000 Selbstanzeigen von Steuersündern seit 2010 im Kanton Zürich



ARCHIV ? ZU DEN THEMEN AN DER HERBSTSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE VON HEUTE MONTAG, 9. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A married woman fills in details as to income made domestically and internationally in a Swiss tax return, photographed in Zurich, Switzerland, on February 3, 2016. (KEYSTONE/Gaetan Bally)....Eine verheiratete Frau fuellt Angaben zu Einkuenften im In- und Ausland in eine Steuererklaerung ein, aufgenommen am 3. Februar 2016 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Seit zehn Jahren können sich Steuersünder in der Schweiz einmal selbst anzeigen und ohne Strafe davonkommen. Im Kanton Zürich zeigten sich in dieser Zeit über 25'000 Personen an und 200 Unternehmen. Sie mussten insgesamt 822 Millionen Franken an Nachsteuern bezahlen, davon 162 Millionen an den Bund.

Die seit 2010 sogenannt «nachhaltig» aufgedeckten Vermögen summieren sich auf stattliche 9.7 Milliarden Franken. Es handelt sich dabei um Vermögen, die nun immer wieder in den Steuererklärungen auftauchen werden, so lange sie bestehen, wie Marina Züger, Chefin des kantonalen Steueramtes, am Mittwoch in Zürich vor den Medien erklärte.

Im Durchschnitt waren nach einer Selbstanzeige 40'000 Franken an Nachsteuern fällig. Die höchsten Nachzahlungen betrugen mehrere Millionen Franken. Mit Abstand am meisten Selbstanzeigen gab es in den Jahren 2017 und 2018, als 6200 respektive 7300 Selbstanzeigen eingingen.

Angst vor Automatischem Informationsaustausch

Der neue Automatische Informationstausch (AIA) in Steuerfragen mit einer stetig wachsenden Anzahl von Ländern trieb in diesen beiden Jahren eine Rekordzahl von Steuersündern dem Fiskus in die Arme. Sie fürchteten wegen des neu eingeführten Austausches von Kontodaten zwischen der Schweiz und einer Vielzahl anderer Staaten aufzufliegen und zeigten sich lieber selber an.

2019 gingen die Zahlen wieder zurück, lagen aber immer noch deutlich über den Jahren vor der AIA-Welle. Es zeigten sich 2350 natürliche und juristische Personen an, also nur ein Drittel so viele wie im Vorjahr.

In weit geringerem Umfang gingen 2019 die daraus resultierenden Nachsteuern zurück. Mit 87 Millionen Franken für Bund, Kanton und Gemeinden lagen sie nur knapp 30 Prozent unter dem Rekordwert von 2018. Der geringe Unterschied erklärt sich mit der sehr grossen Zahl von Selbstanzeigen von nicht deklarierten Bagatellbeträgen, welche die AIA-Welle im 2017 und 2018 mit sich gebracht hatte. 2019 kamen die Bagatellfälle bereits wieder weit seltener vor.

Insgesamt wurde 2019 ein Vermögen von 1.28 Milliarden Franken zur Nachbesteuerung angemeldet. Das sind 200 Millionen weniger als im 2018.

Entwicklung im Aargau vergleichbar

Eine ähnliche Entwicklung gab es im Kanton Aargau. Mit 777 Selbstanzeigen wurde die Rekordzahl des Vorjahres mit 1182 Selbstanzeigen nicht erreicht. Das Mittel der vergangen zehn Jahre von 521 Anzeigen wurde aber deutlich überschritten.

Der Gesamtwert des im Jahr 2019 zur Nachbesteuerung angemeldeten Vermögens liegt mit 248 Millionen Franken unter dem Rekordwert des Vorjahrs mit 287 Millionen Franken. Daraus resultieren Steuereinnahmen von 18.6 Millionen Franken für Kanton und Gemeinden.

Nicht vergleichbar mit Zürich und Aargau sind die Zahlen des Kantons Luzern. Dieser gibt nur die Zahl der vom Steueramt abgeschlossenen Fälle an, nicht aber die Anzahl eingegangener Selbstanzeigen. Demnach schloss die Steuerbehörden letztes Jahr 1028 Fälle ab nach 644 im Vorjahr. Dabei handelt es sich aber auch um Fälle, die in früheren Jahren eingingen. 2019 resultierte ein Gesamtsteuerertrag von 14.3 Millionen Franken.

Weitere Kantone haben ihre Zahlen noch nicht bekannt gegeben. (aeg/sda)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 09.01.2020 05:45
    Highlight Highlight Die hohen zusätzlichen Steuererträge aus der Mini-Steueramnestie zeigen einmal mehr, dass Steuerhinterziehung auch in der Schweiz ein fiskalpolitisch wichtiges Thema sein sollte. Erstaunlich wie geduldig die ehrlichen Steuerzahler*innen die in der Schweiz relativ einfache Möglichkeit zur Steuerhinterziehung tolerieren, widerspricht sie doch eklatant dem Prinzip der Steuergerechtigkeit. Gibt es vielleicht in der Schweiz viele
    kleine Steuerhinterzieher*innen, die wegen ihren wenigen hinterzogenen Steuerfranken politisch nichts gegen die grossen Steuerhinterzieher*innen unternehmen wollen?

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