Schweiz
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Die Treibhausgas-Emissionen sind leicht gesunken – doch zum Jubeln ist's zu früh



Der Ausstoss von Treibhausgas in der Schweiz ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht tiefer gewesen als im Vorjahr. Insgesamt lagen die Emissionen um 12 Prozent unter jenen von 1990. Doch Verkehr und Gebäudesektor erreichen die gesetzten Emissionsziele voraussichtlich nicht.

47.2 Millionen CO2-Äquivalente betrug der Treibhausgas-Ausstoss 2017. Das war rund eine Million Tonnen weniger als 2016, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Montag mitteilte. Grund war, dass Gebäude und Industrie weniger fossile Brennstoffe benötigten.

Gebäudesektor: 26 % weniger Emissionen

ARCHIV -- ZUM TAGESGESCHAEFT DER WINTERSESSION, AM  DIENSTAG, 11. DEZEMBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG -- Kamine dampfen am Freitag, 3. Februar 2012, in Zuerich. Die Kaeltewelle ist noch nicht ausgestanden. Am Wochenende und zu Beginn der naechsten Woche koennte es durchaus noch kaelter werden als in der vergangenen Nacht, wie SF Meteo schreibt. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)....Smoke rises from chimneys on a cold winter day in Zurich, Switzerland, Friday, February 3, 2012.  A cold spell has reached Europe with temperatures plummeting far below zero. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Dampfende Kamine in Zürich. Bild: KEYSTONE

Der Ausstoss der Gebäude betrug 2017 gemäss Treibhausgas-Inventar 12.6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, 0.6 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr und in etwa so viel wie 2015. Insgesamt waren die Gebäude-Emissionen 2017 um 26 Prozent tiefer als 1990; das Ziel liegt allerdings bei minus 40 Prozent bis 2020.

Geschuldet sind die geringeren Emissionen von 2017 dem warmen Winter und dem Umstand, dass Öl- und Gasheizungen stillgelegt und die Häuser energieeffizienter gemacht worden sind. Dass der Winter nach wie vor grossen Einfluss hat, zeigt laut Bafu, dass ein wesentlicher Teil der Häuser noch immer mit fossiler Energie geheizt werde.

Verkehrssektor: 1% mehr Emissionen

Der Osterreiseverkehr staut sich vor dem Gotthard-Tunnel zwischen Goeschenen und Erstfeld auf der A2 in Richtung Sueden auf mehrere Kilometer Laenge, am Freitag, 12. April 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)....Easter holiday traffic queues up at the motorway A2 direction south in front of the Gotthard tunnel between Goeschenen and Erstfeld near Wassen, Switzerland, on Friday, 12 April 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Osterverkehr am Gotthard-Tunnel, 12. April 2019. Bild: KEYSTONE

Die 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus dem Strassenverkehr sind ein Prozent mehr als der Ausstoss von 1990. Dass der Ausstoss gegenüber 2017 um 2 Prozent zurückging, liegt am Rückgang des Tanktourismus aus dem Ausland in die Schweiz und dem Zuwachs von Bio-Treibstoffen auf inzwischen über 2 Prozent.

Pro Kilometer stossen die Fahrzeuge zwar weniger CO2 aus als noch früher. Diese Einsparungen wurden allerdings dadurch wettgemacht, dass mehr Kilometer gefahren wurden. Nach heutiger Einschätzung werde der Verkehr das Emissionsziel von minus 10 Prozent bis 2020 klar verfehlen, schreibt das Bafu.

Industriesektor: 18% weniger Emissionen

ARCHIVBILD ZU DEN NEUEN REKORDWERTEN VON CO2 IN DER ATMOSPHAERE, AM MONTAG, 30. OKTOBER 2017 - Smoke rises from chimneys on rooftops in Zurich, Switzerland, pictured on January 23, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Rauch steigt aus Schornsteinen auf Hausdaechern von Zuerich, aufgenommen am 23. Januar 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Die Industrie stiess 2017 10.7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus, 18 Prozent weniger als 1990. Das Reduktionsziel von minus 15 Prozent ist damit zwar erreicht, doch der CO2-Ausstoss bleibt seit einigen Jahren stabil, wie das Bafu festhält. Damit die Emissionen weiter zurückgehen, brauche es weitere Massnahmen.

Die Emissionen der Landwirtschaft bleiben seit 2000 bei etwa 6.5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und sind damit etwa 10 Prozent tiefer als 1990. Massiv gestiegen - bis 2016 - ist allerdings der Einsatz von synthetischen Treibhausgasen wie zum Beispiel Kältemitteln.

Aber:

Das Bafu erwartet, dass die Emissionen synthetischer Treibhausgase mit der Umsetzung des Montrealer Protokoll in der Schweiz weiter sinken werden. Doch das Ziel von minus 10 Prozent bis 2020 dürfte in diesem Bereich knapp verfehlt werden, befürchtet das Bafu.

Bild

Das Klimaziel wird wohl verfehlt. Bild: bafu

Kritik vom WWF

Die Daten stammen aus dem jährlich erstellten Treibhausgas-Inventar. Damit wird geprüft, wo die Schweiz angesichts ihrer Verpflichtungen steht. Das Kyoto-Protokoll gibt vor, die Emissionen zwischen 2013 und 2020 gegenüber 1990 um 15.8 Prozent zu senken. Das CO2-Gesetz schreibt für 2020 eine Senkung um 20 Prozent gegenüber 1990 vor.

Der WWF schrieb zum Inventar, dass die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss nur halb so schnell wie nötig senke. Um für die Ziele des Pariser Klimaabkommens auf Kurs zu bleiben, müssten die Emissionen pro Jahr um rund 4 Prozent sinken. Die NGO forderte «Kostenwahrheit» für alle Verursacher von Treibhausgasen. (sda/jaw)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sunshineZH 16.04.2019 07:31
    Highlight Highlight Die neuen 30er Zonen scheinen gewirkt zu haben 🙄
  • Posersalami 15.04.2019 15:09
    Highlight Highlight Die Gebäudeemissionen sind eine Mogelpackung und die Ziele werden in 100 Jahren nicht erreicht: Die Renovations- Neubauquote liegt bei ca 1% des Bestands, der Grossteil der Umbauten bekommt aber wieder Öl.

    Hier hülfe wohl nur ein grundsätzliches Verbot, und auch damit würden wir alle Ziele erst mit grosser Verspätung erreichen.

    Der Verkehr wird mit dem laschen Vorschriften auch nicht besser werden.
  • dorfne 15.04.2019 14:45
    Highlight Highlight Wir sollten uns nicht verzetteln, uns auf 2 Gebiete mit ausgereifter Technologie konzentrieren: Grüne Heizsysteme und Plug-in-Hybridfahrzeuge, wenn möglich mittelfristig mit Solarzellendach, das die Elektro-Batterie zeitweise auflädt. Das ist teuer. Für Viele bisher unerschwinglich. Es braucht mehr gezielte Fördermittel vom Staat, ev. unter Beteiligung jener Versicherungszweige die schon jetzt für extreme Wetterphänomene Milliarden zahlen.
    • alv 15.04.2019 20:40
      Highlight Highlight Gute Vorschläge, welche ich nur unterstützen kann. Bezüglich Solarzellen auf dem Autodach: Sono Motors aus München hat diese Lösung bereits realisiert und ist im Fahrzeugpreis von 16000 Euro ohne Batterien inbegriffen. Liefern an sonnigen Tagen plus 30 km.
  • grumit 15.04.2019 14:13
    Highlight Highlight Sind da Emissionen vom Flugverkehr dabei? Im Watson-Artikel steht 15 Mio. Tonnen aus dem Strassenverkehr, beim BAFU steht 15 Mio. Tonnen aus dem Verkehrssektor.
    • Supermonkey 15.04.2019 18:25
      Highlight Highlight Nein der Flugverkehr ist nicht mit eingerechnet..
    • Kimelik 15.04.2019 18:28
      Highlight Highlight Das wäre aber eine unschöne Verfälschung durch watson...
    • Supermonkey 15.04.2019 21:58
      Highlight Highlight Versuche mal die CO2-emmissionen des Flugverkehrs pro land zu definieren...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Leckerbissen 15.04.2019 13:52
    Highlight Highlight Das ist doch mal eine gute Entwicklung. Die Industrie und die Forschung werden weitere Fortschritte erreichen um umweltfreundlicher produzieren zu können. Ich denke das Umdenken hat stattgefunden, jetzt benötigt es aber einige Zeit der (Weiter-)Entwicklung. Die Forschung ist nicht von heute auf morgen abgeschlossen.
    • dorfne 15.04.2019 14:58
      Highlight Highlight Die Industrie minus 18% seit 1990. Man bedenke aber, dass seit 1990 sehr viel Industrie nach Osten- bis Fernost ausgelagert wurde.
  • Güsäheini 15.04.2019 13:51
    Highlight Highlight Höhere Benzin und Öl-Steuer?
    Und mit dem Geld könnte man die AHV sanieren.
    • Maragia 15.04.2019 15:05
      Highlight Highlight Da wäre zuerst eine Kerosinsteuer angebracht um das Fliegen zu reduzieren!!
    • Froggr 15.04.2019 20:37
      Highlight Highlight Finds immer witzig, solche Steuervorschläge, von den Linken zu hören. So schlagen sie doch hauptsächlich den armen Büetzern auf das Portemonnaie. Nicht etwa den Erzfeinden, den Reichen.
    • Rasti 15.04.2019 22:30
      Highlight Highlight Wenn man eine Kerosinsteuer macht, dann bitte auch in die Umweltforschung investieren und nicht in die AHV. Sonst verschwindet das Geld dann schnell im Nirvana.
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