Schweiz
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Der Kampf um die Lokführer ist entbrannt



Die BLS wird nun doch nicht Interregio-Züge von Bern nach Biel und nach Olten einsetzen. (Archivbild)

Trotz schöner Aussicht wenig Bewerber. Bild: KEYSTONE

Von der grossen SBB bis zur kleinsten Privatbahn, von Postauto bis zum städtischen Verkehrsbetrieb: Im öffentlichen Verkehr der Schweiz fehlt es an Fahrpersonal. Im Wettstreit um Lokführer und ähnliche Berufsleute ziehen die Betriebe zunehmend härtere Bandagen an.

Wie heftig der Kampf ums Fahrpersonal tobt, beweist der zwischen den SBB und der Lötschbergbahn (BLS) im August geschlossene Vertrag über zwei Fernverkehrslinien. Die Zeitung «Der Bund» vom Montag legt offen, dass die beiden Bahnunternehmen de facto ein Abwerbeverbot für Lokführer auf den neu von der BLS betriebenen Linien Bern – Biel und Bern – Burgdorf – Olten unterschrieben haben.

Auch gibt es keine Kontaktaufnahme mit dem Personal des jeweils anderen Unternehmens ohne vorherige schriftliche Zustimmung, wie die SBB den Sachverhalt bestätigten.

Die BLS betreibt Bern – Biel seit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2019, die Linie Bern – Burgdorf – Olten übernimmt sie im Dezember 2020. Die zwei Fernverkehrs-Verträge kamen auf Druck von Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga zustande.

Postauto rekrutiert im Tessin bis Ende Jahr 150 neue Fahrerinnen und Fahrer, weil der öffentliche Verkehr dort mit der Eröffnung des Ceneri-Tunnels ausgebaut wird. Das Unternehmen sucht zusammen mit Arbeitsamt und Kanton.

Weil ausgebildete Fahrer fehlen, setzt Postauto auch auf Quereinsteiger. Obwohl der Mangel an Fahrpersonal aktuell nicht akut ist, braucht das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren etwa 800 neue Fahrerinnen und Fahrer. Grund sind Pensionierungen, die Fluktuation und eine Ausweitung des Angebots.

Für das Bundesamt für Verkehr als Aufsichtsorgan stellt der Lokführer- und Chauffeurmangel an und für sich noch kein Problem dar. Wie Sprecher Michael Müller der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte, tritt sein Amt auf den Plan, wenn ein Konzessionär seine Betriebspflicht nicht erfüllt, indem er etwa vereinbarte Linien oder Haltestellen nicht bedient. Am Ende kann ein Konzessionsentzug drohen. Das sei aber kompliziert, schränkte Müller ein.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Aus der Nähe mit dem Lokführermangel befasst ist Hubert Giger, Präsident beim Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF) und aktiver Lokomotivführer. Er erfährt das Problem täglich am eigenen Leib.

In seinen Augen müssen sich die Bahnbetreiber grundsätzliche Fragen zu den Anstellungsbedingungen für die Leute im Führerstand stellen. Im Prinzip verändere sich derzeit das Berufsbild von «Eisenbahner zum Angestellten». Nicht mehr die Loyalität zum Unternehmen stehe im Vordergrund, sondern die Frage nach Arbeitszeiten und Löhnen.

Die Arbeitszeiten hätten sich für die Lokführer mit den S-Bahnen und der Auftrennung von Güter- und Personenverkehr immer mehr in die Nachtstunden verlagert. Der Gütertransit erfolge nachts, die S-Bahnen hätten nach Mitternacht Betriebsschluss.

Hinzu kämen die Zusatzzüge für sommerliche Veranstaltungen. Die Digitalisierung der Dienstplanung erfordere im weiteren eine noch höhere Flexibilität der Eingesetzten. Kurz: Die Arbeit sei wenig familien- und freizeitfreundlich.

Langsamer Lohnanstieg

Auch der Lohn dürfte in Zukunft zum Thema werden, erklärte Giger. In Deutschland würden 60'000 Lokführer fehlen, und dort sei die Lohndiskussion in Gang gekommen. Das werde auch in der Schweiz der Fall sein. Die Unternehmen könnten aufgrund des europaweiten Mangels nicht weiter ins Ausland schielen.

Besonders quer in der Landschaft steht gemäss Giger der langsame Lohnanstieg in der Karriere eines Lokführers. Der Markt werde das aber richten – angesichts des Mangels einmal zugunsten der Arbeitnehmer.

Den etwa von SBB und BLS propagierten Quereinstieg als Abhilfe sieht Giger durchaus als Chance. Lokführer sei ja bereits eine Zweitausbildung nach einem erlernten Erstberuf oder einer Matura. Und der Lehrgang dauere für alle Berufseinsteiger gleich lang.

SBB und BLS zahlen ihren Lokführern derzeit Sonderzulagen für Lokführer, die an einem freien Tag einspringen. Zudem führen sie zusätzliche Klassen für die Berufsausbildung. Die SBB wollten bereits Bahnverbindungen durch Buslinien ersetzen. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roon84 18.02.2020 19:40
    Highlight Highlight Der Beruf als LF wäre nach wie vor noch attraktiv, aber es scheitert hauptsächlich am Lohn.....allem voran bei der SBB. Ich kenne einige für die der Beruf als LF DER Traumberuf wäre, nur verdienen sie in der Privatwirtschaft so viel, dass sie eine derart grosse Lohneinbusse nicht in Kauf nehmen wollen oder können. Die Löhne die die SBB bezahlt, werden in der Privatwirtschaft locker erreicht, einfach mit dem Unterschied, dass man dort regelmässige Arbeitszeiten hat und am Wochenende nicht arbeiten muss und da fällt für viele die Entscheidung leicht. Da muss die SBB endlich etwas Unternehmen!!!
  • Rolf stühlinger (1) 18.02.2020 06:38
    Highlight Highlight Tja das kommt davon wenn man neoliberale spinner in bundesbetrieben an konzernspitzen stellt.
    Die glauben ja der erfolg des unternehmens ist einzig und alleine ihr verdienst!
    Bei der sbb wurde einer ceo mit einem katastrophalen leistungsausweis. Beinder post? Selbe katastrophe.
    Wies ausgegangen ist sieht man heute.
  • Peldar 18.02.2020 05:59
    Highlight Highlight Wie Viele in den Kommentaren es auf den Punkt bringen, scheint der Lohn zu tief zu sein. Im Artikel kommt u.A. Hubert Giger zu wort, Vorsitzender des Vslf und sagt doch tatsächlich „Das regelt der Martk“. Der Herr sollte besser mal seiner Rolle gerecht werden, und für ein besseres Gehalt einstehen...
  • Macke 17.02.2020 22:41
    Highlight Highlight Obwohl die SBB damit wirbt, Teilzeitarbeit als LokführerIn zu ermöglichen, wird dies in der Realität nicht umgesetzt. Bei den vorgegebenen Arbeitszeiten (100%) muss man entweder alleinstehend sein oder eine Hausfrau (im seltenen Fall einen Hausmann) haben, die einem den Rücken frei hält. Mit Familie/Alleinerziehend lässt sich dieser Job ansonsten nicht vereinbaren. Vielleicht sollte man Daten über die Bedürfnisse von Frauen erheben. Ich empfehle Caroline Criado-Perez "Unsichtbare Frauen – Wie eine von Männern gemachte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert” als Einstieg.
    • Trump ist der Beste! 18.02.2020 09:38
      Highlight Highlight @Macke
      Jede Frau hat die Wahl: Kinder grossziehen oder Lokomotiven der SBB fahren. Das gibt es kein Problem.
  • HugiHans 17.02.2020 21:29
    Highlight Highlight Mein Traumjob ... aber leider Farbschwäche ...
    Wird sich da mal was ändern mit der neuen Technik und Fahrassistenten?
    • Astrogator 17.02.2020 22:49
      Highlight Highlight Nein.
  • P. Meier 17.02.2020 21:24
    Highlight Highlight Vielleicht müsste man auch den Fehlerkatalog des BAV betreffend der Lokführer mal anschauen. Ein statt zwei Schlusslichter am Zug soll z.B. schon als kritischer Fehler gelten. Dies obwohl die Züge mittels Gleisfreimeldeeinrichtungen überwacht sind.
    • Astrogator 18.02.2020 00:57
      Highlight Highlight Modelleisenbahnwissen trifft auf grosses Tschutschu...
    • Peldar 18.02.2020 05:54
      Highlight Highlight Was erzählst du da? Gem FDV muss ein Zugschluss gekennzeichnet sein, das kann mit ein oder zwei Lichtern geschehen, jedoch auch mit einer Tafel, auch bei Nacht.
    • Meyer Andrej 18.02.2020 06:28
      Highlight Highlight Es gibt 5 Arten der korrekten Signalisierung des Zugschlusses. Einzig auf Strecken ohne Rückmeldung muss ein Licht vorhanden sein, der Rest ist unwichtig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jekyll & Hyde 17.02.2020 19:44
    Highlight Highlight Wichtiger als der Lohn ist die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.
    Keine Ahnung wie das im ÖV ist, aber es gibt Jobs in 365/24 Schichtbetrieben, wo man bis zu 8 Tage im Monat sperren kann (davon max. 4 am Wochenende, daher möglich jedes zweite Weekend Frei) + 5-6 Wochen Ferien.

    Dann würden auch 13x Fr 5500.-- reichen um genügend Bewerber anzulocken.
    • Pointer 17.02.2020 20:24
      Highlight Highlight Naja, wenns zuwenig Personal hat, kannst du dir die Freiwünsche ans Bein streichen.
      71 500‬ Franken ist nun wirklich nicht viel, beachtet man die Arbeitsumstände und die grosse Verantwortung.
    • Rainbow Pony 17.02.2020 20:52
      Highlight Highlight 71k ist auch ohne Verantwortung nicht viel.
    • Macke 17.02.2020 22:25
      Highlight Highlight Die SBB wirbt damit, Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Nur sieht das im Alltag anders aus: In der Realität wird Teilzeit aufgrund von Personalmangel kaum angeboten. Faktisch schränkt sich die SBB dadurch extrem ein: Bei Familienplanung wird der Job dann entweder gekündet oder man muss auf das klassische Familienmodell setzen (können).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 17.02.2020 19:43
    Highlight Highlight Mindestens 10000.- Fr. müssten es sein. Angestellte verdienen allgemein zu wenig. Auch Verkäuferinnen und Krankenschwestern, Lehrer und Maurer. Dafür häuft sich der Reichtum bei Blocher, Ebnner&Co.
  • wolge 17.02.2020 19:32
    Highlight Highlight Schlechte Unternehmen machen Verbote...

    Gute Unternehmen überzeugen mit guter Kultur, sinnvoller Tätigkeit und einem attraktiven Salär...
    • Meyer Andrej 17.02.2020 20:54
      Highlight Highlight Ja das ist doch egal, wenn jenand zur Konkurrent gehen will, kann das Keiner verbieten, das nennt sich Wettbewerb und Markt.
    • Martin Ka 18.02.2020 07:22
      Highlight Highlight Es ist ein Unterschied ob du dich bewirbst oder abgeworben wirst. Wenn Du dich bewirbst, bist du in der unterlegenen Position, wenn du angefragt wirst, bist du in der überlegenen Position. Darum haben sich die Arbeitbgeber auch abgesprochen, oder was denkst du wieso sie sich abgesprochen haben?
  • Eron 17.02.2020 19:17
    Highlight Highlight Man sollte den Personalchef sofort entlassen. Das ist Grundwissen im HR, Personalplanung und Rekrutierung. Katastrophal, dass man seit Jahren Bescheid weiss und den Personalbedarf nicht decken kann. Noch vor drei Jahren habe ich mich mit 41 Jahren beworben, fiel aber der Altersguilloutine zum Opfer, wenigstens hat die SBB diesen Blödsinn mittlerweile aufgehoben. Dennoch ist das ein Managementversagen erster Güte.
    • michirueegger 17.02.2020 20:11
      Highlight Highlight Jep hast recht
    • Astrogator 17.02.2020 20:35
      Highlight Highlight Ach weisst du, unser oberster HR Chef hat mal in einem Interview auf die Frage wie er zur SBB kam geantwortet, er sei mit Meyer joggen gegangen und man habe sich gut verstanden.

      Für Meyer war wichtig, dass man ihn hofiert, Kompetenz war immer zweitrangig.
    • Meyer Andrej 18.02.2020 06:29
      Highlight Highlight Darum werden wir sehr bald wieder ganz neue Heiraechiestufen bekommen, Herr Ducrot wird die Meyer Günstlinge vertreiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Uetliberger 17.02.2020 18:49
    Highlight Highlight Ich möchte die Ausbildung machen habe jedoch keine Erstausbildung jedoch die Freude zu lernen und dann noch 25 Jahre bei SBB oder BLS zu fahren ist kein Problem für mich aber NIEMAND will mich nehmen
    • Supermonkey 17.02.2020 20:15
      Highlight Highlight Ohne Erstausbildung möchte ich auch nicht im Zug sitzen welcher von dir gesteuert wird...
    • Stefanix19 17.02.2020 20:16
      Highlight Highlight Dann man doch zuerst eine Erstausbildung. Man hat es danach sowieso viel leichter im Berufsleben.
    • Meyer Andrej 17.02.2020 20:56
      Highlight Highlight Das BAV schreibt die Anforderunge vor und die EVU müssen sich daran halten ob Sinn oder Unsinn sei dahingestellt. Unsere Arbeitgeber haben die in ihrer Verantwortung stehenden Anforderubgen schon ans allerunterste Niveau hinuntergeschraubt. Entsprechend die ständig neien Ideen zum Thema Sicherheit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meyer Andrej 17.02.2020 18:25
    Highlight Highlight Jordi sagte doch, das Lohnsystem sei dafür da, marktgerechte Löhne zu bezahlen. Fakt ist, der Umgang mit der "Ressource Lokführer = Mensch" ist auf fast allen Ebenen unanständig. Arbeiten und Familie immer wie schwerer. Immer wie mehr in der Freizeit erledigen. Sprachprüfungen, periodische Prüfung. Es reicht langsam!
  • el perro 17.02.2020 17:33
    Highlight Highlight Ich bin auf Stellensuche und habe mir tatsächlich überlegt, Lokführer zu werden. Aber bei dem Lohn mach ich das nicht.
    • Astrogator 17.02.2020 18:08
      Highlight Highlight Ich habe eine Lohneinbusse von 40% akzeptiert als ich aus der Privatwirtschaft zur SBB gewechselt habe und bereue den Jobwechsel keine Sekunde.

      Wenn du nach zwei Wochen Ferien hibbelig wirst und dich wieder freust arbeiten zu gehen hast du entweder beschissene Ferien oder einen Traumjob, bei mir ist es letzteres 😉
    • Knety 17.02.2020 18:14
      Highlight Highlight Bei der BLS ist der max Lohn 101'000.- pro Jahr. Nach 6 Dienstjahren für Ü40er.
    • MartinZH 17.02.2020 18:22
      Highlight Highlight Warum nicht? 😉👍

      Du kannst ja einmal eine Infoveranstaltung für angehende Lokführerinnen und Lokführer besuchen: https://company.sbb.ch/de/jobs-karriere/beweg-die-schweiz-mit-uns/bahnberufe/berufsbild-lokfuehrerin/infoveranstaltungen.html

      Danach weisst Du sicher besser, ob das zu Dir passen könnte. 👍

      Der Lohn ist wirklich bescheiden, dafür hast Du einen sicheren Arbeitsplatz und im Prinzip einen Kündigungsschutz bis zur Pensionierung. Ist heutzutage ja auch schon mehr wert, als auch schon...

      Es kommt natürlich darauf an, von welchem Lohn-Niveau Du kommst. – Ist sicher nicht einfach... 😔
    Weitere Antworten anzeigen
  • eliS 17.02.2020 17:16
    Highlight Highlight “In Deutschland würden 60'000 Lokführer fehlen, und dort sei die Lohndiskussion in Gang gekommen. “
    Dünkt mich etwas viel...! Gemäss meinen Recherchen gibt es in ganz DE nur gut 30‘000 Lokführer.
    Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/153933/umfrage/beschaeftigtenzahl-der-schienenfahrzeugfuehrer-in-deutschland/
    • Martin Ka 17.02.2020 17:56
      Highlight Highlight Nur schon die DB hat 30000 Lokführer. Das kann also nicht sein.
    • MartinZH 17.02.2020 18:00
      Highlight Highlight Du kannst das nicht so statisch betrachten...

      Wir leben zwar in einer Markt- und nicht in einer Plan-Wirtschaft. Da die Verkehrsbetriebe, bzw. die Arbeitgeber aber für die Zukunft planen müssen, wissen sie ziemlich genau, in welchem Jahr wie viele "Schienenfahrzeugführer" (Zug, U-Bahn, Tram) in Rente gehen.

      Auf Grund dieser Daten kann man den künftigen Bedarf ziemlich genau planen. Natürlich über einen gewissen Zeitraum hinweg (Angabe fehlt im Beitrag) und nicht mit einem Komplett-Personal-Austausch von heute auf morgen.

      Für die Recherche: Du musst nach "Rate" (%), z.B. pro Jahr, suchen. 😉
    • michirueegger 17.02.2020 20:14
      Highlight Highlight Wenn sie doch wissen wann wie viele in Pension gehen warum wurden sie dann davon überrascht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • MartinZH 17.02.2020 17:14
    Highlight Highlight Kommen wir zu den Zahlen: Bisher erhielten Anwärter in der Ausbildung mind. CHF 42 000 jährlich. Seit Jan. 2020 sind es mindestens CHF 52 000. Diese Aufbesserung um knapp 25% soll den Umstieg attraktiver machen.

    Auch wenn Lokführer europaweit sehr gesucht sind, müssen alle Interessenten eine psychologische und medizinische Tauglichkeitsprüfung bestehen.

    180-200 sind in der 14- bis 16-monatigen Schulung. Nach der Ausbildung starten sie mit einem Jahreslohn von CHF 70 355, so dass man mit Zulagen und Spesenpauschalen auf rund CHF 6000 im Monat kommt.

    SBB: "Dies sind marktgerechte Löhne." ...
  • mrgoku 17.02.2020 16:58
    Highlight Highlight In der CH sind wir doch zu verwöhnt. Was wir wirklich wollen ist:

    1. 8-17 Uhr Bürojob (am Freitag gar nur bis 16 oder 15 Uhr)
    2. 10k Lohn mindestens x13
    3. Höchstmögliche Sozialleistungen
    4. 5 Wochen Urlaub und die Wahl auf 7-9 Wochen zu erhöhen
    5. Hund darf auch mit ins Büro
    6. Nicht mehr als 3 Mails pro Tag sonst fällt man in Depression
    5erli und Weggli Einstellung. Davon träume ich auch täglich, aber ich muss mich entscheiden. Finanziell im Mittelstand sein aber NULL Sorgen im Beruf oder finanziell keine Kompromisse eingehen müssen, dafür jeden Tag frustriert und schlecht gelaunt.
    • Pümpernüssler 17.02.2020 17:53
      Highlight Highlight Versuch einfach glücklich zu sein. Alles andere ist Bonus.
    • Neruda 17.02.2020 18:10
      Highlight Highlight Nur weil die Arbeitsbedingungen in vielen Ländern noch beschissener sind, muss man Verschlechterungen nicht einfsch hinnehmen.
    • SwissWitchBitch 17.02.2020 18:48
      Highlight Highlight Bis und mit Punkt 5 stimme ich dir zu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magos 17.02.2020 16:10
    Highlight Highlight "Loyalität zum Unternehmen" bezahlt keine Miete. Überhaupt halte ich diese Erwartungshaltung von Firmen für völlig daneben, sie sind ihren Angestellten gegenüber ja auch nicht loyal und setzten sich tatsächlich für deren Situation ein.
    • Marabamba 17.02.2020 20:53
      Highlight Highlight Die SBB ist loyal zu ihren Angestellten. Kannst du aus gesundheitlichen Gründen deinen Job nicht mehr machen, wirst du bis 2 Jahre weiterbeschäftigt und du wirst unterstützt bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit.
    • Martin Ka 18.02.2020 08:40
      Highlight Highlight Wie grosszügig aber auch, das entspricht dem üblichen Standart. Dir Krankentaggeld Versicherung zahlt nämlich zwei Jahre lang den Lohn. Was Du vergessen hast zu erwähnen: Lokführer sind schnell mal Krankgeschrieben, ein Depression, etwas Zucker, Herz/ Kreislaufprobleme, Schwindel oder Drogen und schon bist du weg.
    • Trump ist der Beste! 18.02.2020 09:48
      Highlight Highlight @Maramba
      Dass entspricht den 2 Jahren Uebergangsfrist, bis die IV zahlt. Die meisten Arbeitnehmer sind bei ihrem Arbeitgeber dafür versichert. Wer das nicht schon ist, kann diese 2 Jahre privat versichern.
      Das ist keine aussergewöhnliche Lohnnebenleistung der SBB und auch keine teure.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 17.02.2020 15:52
    Highlight Highlight Sobald sich die Arbeitsbedingungen wieder in Richtung akzeptabel bewegen erholt sich die Lage.
    • MartinZH 17.02.2020 17:45
      Highlight Highlight Die Arbeitsbedingungen und die Arbeitszufriedenheit sind sicher wichtig.

      Ich denke jedoch, dass auf dem Arbeitsmarkt der Lohn auch von grosser Bedeutung ist.

      Bei den Anforderungen hinsichtlich Ausbildung und intellektuellen Fähigkeiten, sind auch psychologische und medizinische Tauglichkeitsprüfungen zu bestehen.

      Also Lokführer muss man mit unregelmässiger Schichtarbeit leben sowie an Wochenenden und Feiertagen arbeiten. Das kann mit der Zeit sehr belastend sein.

      Zudem hat man als Lokführer ganz alleine eine risengrosse Verantwortung und man ist stets hochkonzentriert.

      Für diesen Lohn? 🤔
    • WID 18.02.2020 07:41
      Highlight Highlight @ MartinZH: klar, der Lohn ist eine zentrale Komponente der Arbeitsbedingungen. War zu wenig klar meinerseits.
    • Martin Ka 18.02.2020 08:49
      Highlight Highlight Es ist nicht nur der Lohn, auch der soziale Status wurde von der Bahnverwaltung aktiv zerstört, z.B. weil es angeblich ein Studentenjob sein soll oder die Züge bald automatisch Fahren oder Lokführer angeblich die best bezahlten Handwerker seien.
  • Knut Knallmann 17.02.2020 15:15
    Highlight Highlight Die Bahnen so: „Kommt werdet Lokführer - Ist voll cool!„ Auch die Bahnen: „Wir investieren und testen Systeme und Züge wo es euch Lokführer in absehbarer Zeit nicht mehr braucht...“ - Und sich dann fragen, warum keine brauchbaren Bewerbungen eintreffen...
    • Felix Meyer 17.02.2020 16:45
      Highlight Highlight Die Bahnen planen derzeit nicht, den Lokführer zu ersetzen. Die sich in Entwicklung befindenden Systeme sind Assistenzsysteme, wo es den Lokführer weiterhin braucht.
      Ein vollständiger Ersatz des Lokführers wäre vor ca. 2050 sowieso nicht realistisch, gerade für Quereinsteiger besteht also keine Gefahr frühzeitig durch einen autonom fahrenden Zug abgelöst zu werden.
    • michirueegger 17.02.2020 17:12
      Highlight Highlight Nun es wird in immer brauchen ob als fahrer oder als technicker für stöhrungen. Führerlos hiesse bei ner Tür Störung auf einen technicker warten
    • JJTheBigDog 17.02.2020 19:53
      Highlight Highlight Ich war vor 2 Wochen an der Berufsinfo-Veranstaltung in einem Oltner Konferenz-Hotel und habe nicht schlecht gestaunt, denn es waren schätzungsweise 350 Interessierte im Saal.
      Der Punkt mit den automatisierten Systemen wurde auch angesprochen, wobei betont wurde, dass Lokführer deswegen in den nächsten Jahrzehnten nicht verschwinden werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trump ist der Beste! 17.02.2020 15:01
    Highlight Highlight Kein Problem. Schraubt den Lohn auf über 12'000 Franken pro Monat bei 6 Wochen Ferien pro Jahr hinauf und bietet eine voll als Arbeitszeit bezahlte Ausbildung an.
    Dann werdet ihr überrannt werden von Bewerbern.
    Ist wirklich einfach. Ihr müsst es einfach nur machen.
    • K1aerer 17.02.2020 16:18
      Highlight Highlight Also 12'000 ist schon ein bisschen zu viel. Da werden die Leute wieder wegen Ticketverteuerungen streiken. Zum Glück ist das Schweizer Volk nicht wie die Franzosen.
    • Heinzbond 17.02.2020 16:29
      Highlight Highlight Nun in der Ausbildung ist das Gehalt zwar nicht voll aber nenne mir einen Beruf wo das so ist... Und das grundgehalt ist an für sich auch nicht schlecht, wenn man Berufe mit ähnlichen arbeitszeiten vergleicht...
    • Spargel 17.02.2020 16:38
      Highlight Highlight 9000 p.M. Würden auch tun
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