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SVP-Rösti will mit Schweizer Tierprodukten Klima retten – doch er irrt

SVP-Rösti will mit Schweizer Tierprodukten das Klima retten – doch er irrt

SVP-Präsident Albert Rösti sieht in der regionalen Viehwirtschaft den Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel. Ökobilanz-Studien zeigen indes: Vieh- und Milchprodukte aus dem Inland schädigen das Klima weit mehr als Pflanzenprodukte aus dem Ausland.
02.04.2019, 18:5802.04.2019, 19:01
Roger Braun / ch media
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SVP-Präsident Albert Rösti will aufgrund der Verluste seiner Partei bei den jüngsten kantonalen Wahlen in Zukunft besser kommunizieren. (Archivbild)
Mit regionalen Produkten gegen den Klimawandel? Albert Röstis Idee geht nicht auf.Bild: KEYSTONE

Die SVP scheint einen Weg gefunden zu haben, ihre Klimafreundlichkeit unter Beweis zu stellen. Wer wirklich etwas gegen die Klimaerwärmung unternehmen wolle, müsse auf regionale Produkte aus der Schweizer Landwirtschaft setzen, sagte SVP-Präsident Albert Rösti gegenüber der «NZZ am Sonntag»:

«Statt Soja von überall her zu importieren, sollten wir lieber ein feines Stück Käse oder Fleisch aus den Schweizer Bergen essen.»

Dies sei nicht nur gut für das Klima, sondern stärke auch die Schweizer Bauern, behauptete Rösti. Für die SVP mag das ein eleganter Weg zu sein, Umweltpolitik mit den Interessen der Bauern gleichzuschalten, doch helfen Röstis Ernährungstipps wirklich dem Klima?

Ausländische Soja ist besser als ihr Ruf

Der WWF äussert Zweifel. «Der Transport per Schiff, Zug oder Lastwagen spielt kaum eine Rolle fürs Klima», sagt Corina Gyssler vom WWF. Eine Studie der ETH Zürich im Auftrag der Umweltorganisation war vor zwei Jahren zum Schluss gekommen, dass einzig der Flugtransport namhafte Auswirkungen hat.

Bei Soja ist dies nicht der Fall, weil diese fast ausschliesslich per Schiff in die Schweiz eingeführt wird. Gyssler sagt:

«Entscheidender als die Herkunft eines Nahrungsmittels, ist die Frage, ob es sich um ein tierisches oder pflanzliches Produkt handelt.»

Die Ökobilanz-Experten von Esu-Services haben für den WWF die Klimafreundlichkeit verschiedener Ernährungsstile untersucht. Der Schluss ist eindeutig: Je weniger Fleisch-, Fisch- und Milchprodukte jemand konsumiert, desto klimafreundlicher ernährt er sich.

Fleischesser verursachen doppelt so viel CO2

Um die Ernährungsstile miteinander zu vergleichen, hat das Forschungsinistitut die verursachten Treibhausgase in CO2-Äquivalente umgerechnet. Mit Abstand am klimafreundlichsten schneiden die Vegetarier ab mit einem Ausstoss von 1124 Kilogramm CO2 pro Jahr.

Ganz anders die Liebhaber von Tierprodukten: Wer stark auf tierische Proteine aus Fleisch, Milch und Eiern setzt, verursacht einen rund doppelt so hohen Ausstoss an Treibhausgasen wie Vegetarier. Für Personen, die sich durchschnittlich ernähren, beträgt die Umweltbelastung 1836 Kilogramm CO2.

Rinder produzieren Treibhausgase

Die schlechte Bilanz von Tier- und Milchprodukten hängt vor allem damit zusammen, dass Rinder beim Wiederkäuen Methangase ausstossen. «Methan ist im Vergleich zum Kohlendioxid das 23-fach potentere Treibhausgas», sagt Gyssler vom WWF.

Hinzu kommt, dass für Fleischprodukte sehr viele Kalorien investiert werden müssen. 7 bis 15 Kilogramm Futtermittel pro Kilo Fleisch sei dazu nötig, sagt Gyssler vom WWF. Für sie ist klar: «Wer sich klimafreundlich ernähren will, sollte möglichst viele pflanzliche Nahrungsmittel zu sich nehmen und auf Fleisch und Milchprodukte verzichten.»

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166 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PVJ
02.04.2019 19:20registriert Februar 2014
Wieso will die SVP etwas gegen die Klimaerwärmung tun, wenn es diese gemäss eigenem Parteiprogramm gar nicht gibt?
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Sauäschnörrli
02.04.2019 19:16registriert November 2015
Genau der Rösti hats erkannt. Serviert euren liebsten zum z‘Nacht nicht 1kg Soja. Beglückt sie mit 1kg Schweizer Hühnchen (welches zuvor mit 1kg Soja, 5kg Getreide und 1kg Zusatzstoffen beglückt wurde). So retten wir das Klima.
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Yorik2010
02.04.2019 19:16registriert März 2017
Einmal mehr quetschen die SVP Oberen gedankenfrei daher ohne sich um deren Wahrheitsgehalt zu kümmern. Wann lernen die ach so oberintelligenten Herrschaften etwas?
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