Schweiz
Velo

Velovorzugsrouten in der Stadt Zürich wird durch Einsprachen ausgebremst

ARCHIV - ZUR MK DER STADT ZUERICH ZUR NEUEN PRAXIS FÜR DIE NUTZUNG DES TROTTOIRS DURCH VELOS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Cyclists on Limmatquai street in Zurich, Switzerl ...
Die verschiedenen Verkehrsteilnehmer in der Stadt Zürich müssen Rücksicht aufeinander nehmen.Bild: KEYSTONE

Einsprachen bremsen noch immer Ausbau der Zürcher Velovorzugsrouten

26.08.2026, 15:5726.08.2026, 15:57

Die Stadt hat am Mittwoch einen weiteren Abschnitt des Zürcher Velovorzugsroutennetzes eingeweiht – vom Stauffacherquai zum See. Doch der Ausbau stockt noch immer: Rund zwei Dutzend Kilometer sind derzeit wegen Einsprachen blockiert.

«Wir würden gerne schneller vorwärts machen, um den Willen der Stimmbevölkerung umzusetzen», wird SP-Stadträtin Simone Brander in einer Medienmitteilung vom Mittwoch zur Eröffnung des neuen Abschnitts zitiert. «Doch vielerorts verzögern leider Einsprachen die bereits fertig ausgearbeiteten Projekte», so Brander weiter.

Die Stadt plant ein rund 130 Kilometer langes Netz aus Velovorzugsrouten. Mindestens 50 Kilometer davon werden im Sinne der Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» umgesetzt, welche die Stimmbevölkerung im September 2020 mit 70,5 Prozent Ja-Stimmen angenommen hatte.

Die Initiative verlangte ein mindestens 50 Kilometer langes Netz von Velorouten, auf denen der Durchgangsverkehr unterbunden oder der Veloverkehr auf baulich getrennten Velowegen geführt wird.

Es fehlen noch 24 Kilometer

Konkret sind von den geplanten 130 Kilometern aber derzeit knapp 24 Kilometer durch Einsprachen gegen die jeweiligen Strassenbauprojekte respektive durch Neubeurteilungsbegehren gegen die angepassten Verkehrsvorschriften blockiert, wie die Stadt schreibt.

Das komplette Netz soll bis 2031 fertig sein. Umgesetzt sind erst 6,28 Kilometer: die Route Altstetten-HB und die Route Mühlebachstrasse-Zollikerstrasse. Sie sind am grünen Band und an Velo-Piktogrammen erkennbar.

ZUR ETH ATMOSPHAERENPHYSIKERIN PROFESSOR ULRIKE LOHMANN STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Ulrike Lohmann, professor for experimental atmospheric physics at the Institut ...
Ungehindert sollen Velos durch die Stadt flitzen können.Bild: KEYSTONE

Künftig von Altstetten an den See

Und neu kommt also noch ein Teil der Velovorzugsroute «Bullingerplatz-See» hinzu. Der rund ein Kilometer lange Abschnitt führt über die Stauffacherbrücke, die Sihlamtstrasse, die Flössergasse und die Tödistrasse an das General-Guisan-Quai.

Der zweite Teil der Velovorzugsroute zwischen Bullingerplatz und Stauffacherquai soll noch dieses Jahr in die Planauflage gehen, wie die Stadt weiter schreibt. Sobald auch diese Verbindung umgesetzt ist, ist eine durchgehende Fahrt auf Velovorzugsrouten von Altstetten bis an den See möglich, wie es weiter heisst.

Weniger Autos

Damit es auf dieser Velovorzugsroute keinen Durchgangsverkehr gebe, sei es für die Autos nicht mehr möglich, von der Brandschenkestrasse in die Flössergasse abzubiegen, schreibt die Stadt. Zudem können Autos von der Tödistrasse nicht mehr geradeaus in die Flössergasse fahren.

Diese neue Verkehrsführung und der geringe Autoverkehr erhöhten die Sicherheit für Velofahrerinnen und Velofahrer markant, wird Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) in der Medienmitteilung zitiert. (nil/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So velofreundlich ist die Schweiz
1 / 4
So velofreundlich ist die Schweiz
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Sergio vs. Nils –Wer kann besser Veloschlauch wechseln
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16
«Fall zeigt, dass Schweiz funktioniert»: Politologe über F35-Debakel
Für die F-35-Jets gab es nie einen Fixpreis – anders als von alt Bundesrätin Viola Amherd behauptet. Der Nationalrat hat nun eine Rüge ausgesprochen, andere Konsequenzen sind nicht absehbar. Im Interview erklärt Politologe Marc Bühlmann, warum das Schweizer System kaum Folgen für politische Fehler vorsieht.
Herr Bühlmann, was sagt es über das politische System der Schweiz und seine Verantwortlichen, wenn sie den Vertrag für das teuerste Rüstungsgeschäft in der Landesgeschichte nicht mit Vieraugenprinzip prüfen, wie es im Bericht der Geschäftsprüfungskommission heisst?
Wir Menschen suchen gerne Schuldige, Personen, auf die man mit dem Finger zeigen kann, weil sie einen Vertrag unzureichend gelesen haben. Unser politisches System basiert allerdings nicht auf einzelnen Personen, sondern Institutionen – dem VBS, dem Bundesrat und dem Parlament zum Beispiel. Der Fall zeigt, dass die Institutionen in der Schweiz funktionieren müssen, auch wenn Einzelpersonen Fehler machen.
Zur Story