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Zürich

Stadt Zürich prüft Glacéwagen statt Wurststände am Bellevue

Fussgaenger gehen an stehen gebliebenen Trams vorbei waehrend eines grossflaechigen Stromausfalls im Bereich Bellevue und Stadelhofen im Kreis 1, am Donnerstag, 22. Mai 2025 in Zuerich. (KEYSTONE/Mich ...
Diverse Vorstösse im Stadtparlament brachten nichts ein, die Stadt beharrte darauf, dass die Imbisse nicht mehr bewilligungsfähig seien.Bild: KEYSTONE

Am Zürcher Bellevue könnte bald Glacé statt Wurst verkauft werden

06.10.2026, 16:0906.10.2026, 16:09

Am Bellevue könnte bald Glacé statt Wurst verkauft werden. Die Stadt Zürich prüft, ob anstelle der beiden Imbisse Standorte für «fliegende Händler» eingerichtet werden können. Diese haben klare Vorgaben, was sie verkaufen dürfen.

Letzte Woche verabschiedete sich der «Riviera-Imbiss»am Bellevue von seinen Gästen. Auch für das «Bistro & Grill am See» auf der anderen Strassenseite ist die Zeit abgelaufen. Für die Stadt Zürich sind sie nicht mehr bewilligungsfähig.

Nach einer letzten Gnadenfrist ist seit Ende September Schluss. Doch was ersetzt die Imbisse an dieser attraktiven Lage? Sicher ist noch nichts. Das zuständige Finanzdepartement schreibt auf Anfrage von Keystone-SDA aber, dass derzeit «Standorte für fliegende Händler » geprüft würden.

Was diese tun dürfen, ist klar definiert. «Darunter fallen Gefährte, aus denen ausschliesslich Glacé, Softgetränke und verpackte Snacks verkauft werden», heisst es in der Antwort der Stadt. Würste, Burger oder Alkohol wären also nicht mehr erlaubt.

Beliebte Plätze

Die «fliegenden Händler» entsprechen dem Leitbild Seebecken von Stadt und Kanton. Rund um das Seebecken bewilligte die Stadt Zürich bisher 13 solcher Standorte, am Bellevue könnten also zwei dazu kommen. Alle Plätze sind derzeit belegt.

Bauten wie die Imbisse bräuchten diverse Bewilligungen, unter anderem eine gewässerschutzrechtliche Ausnahmebewilligung des Kantons. Für «fliegende Händler» gelten klare Vorschriften: Keine Aufbauten, keine Tische und Stühle, kein Verkauf anderer Produkte. Das Gefährt darf eine Grundfläche von 3 Quadratmetern nicht überschreiten und nicht breiter als 1 Meter sein.

Plan B suchen sie noch

Die Politik befasste sich in den letzten zwei Jahren intensiv mit den Ständen, vor allem der «Riviera-Imbiss» hatte es den Lokalpolitikern angetan. Die Geschichte des mittlerweile über 80-Jährigen Gaetano Prati berührte viele. Der italienische Gastarbeiter hatte den Stand in den 1980er-Jahren nach einem Arbeitsunfall aufgebaut. Auch am letzten Tag seines Standes war er noch vor Ort.

Diverse Vorstösse im Stadtparlament brachten nichts ein, die Stadt beharrte darauf, dass die Imbisse nicht mehr bewilligungsfähig seien. Den Pratis bleibt nun noch der Marronistand nebenan während der Wintersaison. Den Imbiss haben sie noch nicht ganz aufgegeben.

Einen neuen Platz suche sie noch, sagte Gesualda Prati, die Tochter und letzte Betreiberin des Standes letzte Woche gegenüber «Tele Züri». «Aber wie alle wissen, ist es in der Stadt Zürich nicht einfach einen Platz zu finden und vor allem ist es nicht einfach, diesen zu bezahlen.» (sda)

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quelle: wikimedia
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