Schweiz
Zürich

Er will es Jositsch gleichtun: Der Grüne Bastien Girod steigt in den zweiten Wahlgang um den Ständeratssitz

Bastien Girod will es nochmals wissen.
Bastien Girod will es nochmals wissen.
Bild: KEYSTONE

Er will es Jositsch gleichtun: Der Grüne Bastien Girod steigt in den zweiten Wahlgang um den Ständeratssitz

19.10.2015, 21:0720.10.2015, 06:46

Die Grüne Partei des Kantons Zürich will den noch freien zweiten Ständeratssitz erobern. Sie schickt am 22. November Bastien Girod in den Kampf, der im ersten Wahlgang auf Platz vier gelandet war.

Er sei der einzige Kandidat, der diejenigen Anliegen vertrete, welche der Zürcher Bevölkerung am Herzen lägen, sagte der 34-jährige Nationalrat und Umweltforscher am Montag an der Mitgliederversammlung der Grünen Kanton Zürich.

Die rund 60 Anwesenden nominierten ihn mit einer Gegenstimme für den zweiten Wahlgang. Die überwältigende Mehrheit folgte damit dem Antrag der Geschäftsleitung. Diese geht davon aus, dass die FDP erneut mit Ruedi Noser und die SVP mit Hans-Ueli Vogt antreten.

Girod hob hervor, dass er sich für ökologische und soziale Anliegen einsetze und diese nicht gegen wirtschaftliche ausspiele. Er suche tragfähige Lösungen – beispielsweise beim Fluglärm, beim Kulturland und beim Atomausstieg. Hier habe das Zürcher Stimmvolk klare Zeichen gesetzt.

Noser und Vogt hingegen nähmen diese Zeichen nicht ernst. Deshalb müsste auch den Mitteparteien, insbesondere der GLP, klar sein, dass er der einzige Kandidat sei, mit dem Lösungen im Sinne der Bevölkerung möglich seien, sagte Girod weiter.

Bruch mit Zürcher Tradition

Im November wird klar, wer zusammen mit dem bereits gewählten Daniel Jositsch (SP) den Kanton Zürich in der kleinen Kammer vertreten wird. Würde es Girod schaffen, wäre es seit 1979 das erste Mal, dass keiner der beiden Zürcher Sitze nicht mehr in den Händen von SVP oder FDP wäre.

Girod arbeitet als Umweltnaturwissenschafter an der ETH Zürich. Er forscht zum Einfluss von (Umwelt-)Politik auf die Transformation der Wirtschaft.

In den Nationalrat gewählt wurde er 2007, die Wiederwahl schaffte er 2011 mit dem besten Resultat auf der Liste der Zürcher Grünen. Seit 2012 ist Girod Vizepräsident der Grünen Schweiz.

SVP, FDP und CVP entscheiden am Dienstag

Bei den Zürcher Grünen stand Girod vor vier Jahren bereits einmal für eine Ständeratskandidatur zur Diskussion: Er unterlag aber an der Nominationsversammlung dem damaligen Zürcher Gemeinderat und heutigen Nationalrat Balthasar Glättli.

Glättlis Kampf um das Ständeratsamt war 2011 kein Erfolg beschieden, wie bereits Daniel Vischer in den Jahren 2003 und 2007. Die Partei stellte noch nie einen Ständerat, mit Verena Diener (GLP) vertrat allerdings von 2007-2015 ein ehemaliges Mitglied der Grünen den Kanton Zürich in der kleinen Kammer des eidgenössischen Parlaments.

Wahlen 2015

SVP, FDP und CVP werden am Dienstagabend über das weitere Vorgehen bei den Ständeratswahlen im Kanton Zürich entscheiden.

Bereits am Sonntag zurückgezogen hat sich Martin Bäumle (GLP). Nicht mehr antreten wird auch EVP-Kandidatin Maja Ingold, die auf dem siebten Platz landete. Ihre Partei wird nach den Sitzungen von Grünen, SVP und FDP entscheiden, wen sie im zweiten Wahlgang unterstützen will. (jas/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Bundesrat skizziert Verbot der Terrororganisation Hisbollah
In der Schweiz soll neben der palästinensischen Terrororganisation Hamas auch die libanesische Hisbollah verboten werden. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet – auf Wunsch des Parlaments.
Ende 2024 hatte das Parlament das Hamas-Verbot verabschiedet. Damals sprachen sich beide Räte auch dafür aus, die libanesische Hisbollah zu verbieten. Die Umsetzung der entsprechenden Motion nimmt nun Form an. Bis am 5. Oktober können interessierte Kreise dazu Stellung nehmen, wie der Bundesrat am Freitag mitteilte.
Zur Story